S06-E07 AllBright CEO Christian Berg

S06-E07 AllBright CEO Christian Berg

1 Frau im Vorstand macht noch keine Diversität.
1 Stunde 2 Minuten
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Der Interview-Podcast rund um Gründung und Karriere
mutigundklug

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Walddorfhäslach

Beschreibung

vor 1 Monat

Ich war wirklich aufgeregt vor diesem Gespräch.
Christian Berg kannte ich bereits vom Women at the Wheel
Netzwerktreffen in München beim IAA Sideevent. Seine Art,
komplexe Zusammenhänge ruhig, klar und ohne Alarmismus zu
erklären, ist mir damals direkt hängen geblieben. Umso schöner
war es, dass er sofort zugesagt hat, dieses Gespräch mit mir zu
führen.


Christian Berg ist CEO der AllBright Stiftung und ehemaliger
Diplomat. Seit Jahren hält er deutschen Vorständen den Spiegel
vor – mit Zahlen, Analysen und den inzwischen legendären roten,
gelben und grünen Briefen. Und genau darüber sprechen wir auch in
dieser Folge.


Wir reden darüber, warum Frauen in Krisenzeiten besonders häufig
von Beförderungen ausgeschlossen werden. Warum sich Unternehmen
dann für das vermeintlich „Sichere“ entscheiden. Christian sagt
dazu einen Satz, der hängen bleibt:
„Und wenn es eine Krise ist, dann ist es einfacher, vielleicht
einen bekannten Mann zu befördern als eine Frau.“


Ein zentrales Thema ist der sogenannte Thomas-Kreislauf. „Thomas
befördert Thomas“, sagt Christian. Gemeint ist kein Name, sondern
ein Muster: Führungskräfte fördern Menschen, die ihnen ähnlich
sind – im Alter, im Werdegang, im Denken. Das Ergebnis sind
erstaunlich homogene Führungsteams. Und wenig Innovation.


Wir sprechen darüber, warum eine einzelne Frau im Vorstand noch
keine Diversität bedeutet. Christian formuliert es sehr
klar:
„Du hast ein Führungsteam von neun Männern, dann beförderst du
eine Frau, aber das bedeutet nicht, dass du Diversität hast.“


Besonders spannend fand ich unseren Blick nach Schweden. Dort ist
Elternzeit für Männer keine nette Option, sondern
gesellschaftliche Erwartung. „Dann ist es peinlich, wenn du nicht
sechs Monate Elternzeit nimmst“, sagt Christian. Nicht nur
gegenüber der Partnerin, sondern auch gegenüber dem Arbeitgeber.
Ein Satz, der viel über Kultur, Normalität und Karrierechancen
sagt.


Am Ende wird das Gespräch sehr grundsätzlich. Es geht um Macht,
Privilegien und Verantwortung. Und um eine Frage, die sich jede
Führungskraft stellen sollte:
„Befördere ich Leute, weil sie mir ähnlich sind?“


Hör rein – und lass uns darüber sprechen, was sich wirklich
ändern müsste.
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