Blue Velvet / Caché

Blue Velvet / Caché

44 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Tief unten im Finstern
 


Zwei Filmemacher, die wegen ihrer rätselhaften Filmsprache
entweder verehrt oder abgelehnt werden, liefern die beiden
Programmpunkte unserer heutigen Präsentation. Mit dem kultigeren
der beiden fangen wir an: David Lynch. Einen Film, der ihn über
die Maßen beeinflusst hat, haben wir hier schon besprochen – und
wurden uns nicht einig: „Carnival Of Souls“. Mal sehen, wie es
uns mit diesem Hauptwerk des Meisters ergeht.
 
 A) Blue Velvet – Verbotene
BlickeAmerikanischer Thriller von
1986
Unter der kitschig-heimeligen Oberfläche der
Kleinstadt Lumberton tut sich ein Abgrund auf. Der Collegestudent
Jeffrey wird durch einige Zufälle dazu verleitet, ihn aufzuspüren
und in ihn hinabzusteigen. Da sind zum einen seine brave
Zuneigung zur Polizistentochter Sandi und die Ermittlungsdetails,
die sie zuhause aufgeschnappt hat; da ist seine Faszination für
die Barsängerin Dorothy, die sich regelmäßig vom Sadisten Frank
misshandeln lässt; und da ist der seltsame Gegenstand, der alles
ins Rollen bringt: ein abgeschnittenes Ohr, das Jeffrey zufällig
findet …


 


Der Kult um den Regie-Surrealisten David Lynch ruht bis heute auf
zwei Säulen: seine als bahnbrechend empfundene TV-Serie „Twin
Peaks“ und der perverse Mystery-Thriller „Blue Velvet“. Beider
Ereignisse sehen wir durch die staunenden Augen des Schauspielers
Kyle MacLachlan, dessen zierlich-rosige Zurückhaltung alles
Übrige nur umso alptraumhafter wirken lässt. Von einer
nachvollziehbaren Handlung, wie sie in diesem Frühwerk noch
anzutreffen ist, hat sich der Regisseur später zunehmend
verabschiedet.
 
 B)
ChachéFranzösisch-österreichisches Drama von
2005
Der Pariser Fernsehmoderator Georges Laurent und
seine Frau Anne bekommen anonym Videocassetten zugeschickt, auf
denen ihr Wohnhaus von gegenüber gefilmt wurde, stundenlange,
ereignislose, unbewegte Aufnahmen. Einer Lieferung ist die
Zeichnung eines Gesichtes beigelegt, das aus dem Mund blutet. Als
auf einem weiteren Video der Gutshof zu sehen ist, auf dem
Georges seine Kindheit verbracht hat, erinnert er sich an Majid,
den er als algerisches Flüchtlingskind kennenlernte. Dass dieser
heute durchaus ein Rachemotiv hätte, will Georges sich nicht
eingestehen, weshalb er Anne nichts von seinem Verdacht erzählt.
Sie erfährt doch davon – durch ein weiteres Video. Dann
verschwindet Pierrot, der 12jährige Sohn der Laurents …

 Der österreichische Regisseur Michael Haneke brachte es mit
verrätselten Filmen zwischen viel Berufserfahrung und dem Studium
der Filmgeschichte einerseits und der Missachtung fast sämtlicher
Hollywood-Sehgewohnheiten andererseits zu einer bemerkenswerten
Karriere. Mit seinen preisgekrönten Alterswerken „Das weiße Band“
und „Liebe“ schaffte er es in der Publikumsgunst sogar bis an den
äußersten Rand des Mainstreams.

Nächste Woche: Zurück in die Zukunft und
Star Trek VI: Das unentdeckte Land

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