#759 Stammheim heute: Wenn Angst und öffentlicher Druck Strafverfahren strukturieren
Strafverteidigung, Sicherheitsregime, Gutachten, Waffengleichheit –
wie viel Stammheim steckt im Schweizer Strafverfahren?
57 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Monat
Was passiert mit dem Rechtsstaat, wenn Angst und/oder emotionale
Aufladung den Ton angeben? In dieser Folge von «Auf dem Weg als
Anwält:in» spricht Duri Bonin mit Gregor Münch über einen
historischen Strafprozess, der bis heute nachwirkt: die
Stammheim-Verfahren der 1970er- und 1980er-Jahre – und darüber, was
sie über heutige Strafverfahren erzählen. Ausgehend vom Fall
Peter-Jürgen Bock, einem ehemaligen RAF-Mitglied und Aussteiger,
zeichnet Duri Bonin die Eskalation eines Strafverfahrens nach, das
sich von der Zusage eines fairen Prozesses zu einem politisch
aufgeladenen Ausnahmezustand entwickelte. Im Zentrum stehen Fragen
nach Kronzeugen-Logik, Verfahrensklima, der systematischen
Schwächung der Verteidigung und der Rolle von Gerichten in Zeiten
gesellschaftlicher Angst. Das Gespräch verbindet Rechtsgeschichte
mit heutiger Praxis: Wie wirken Misstrauen, Sicherheitsdenken und
politischer Druck auf Ermittlungsbehörden, Gerichte und
Verteidiger? Wo beginnen Zermürbungsmechanismen – durch
Terminregime, Sicherheitskontrollen, Honorarkürzungen oder die
Abwertung verteidigerischer Arbeit? Und was bedeutet das für die
Idee eines fairen, ergebnisoffenen Strafverfahrens? Ein Zitat aus
der Folge: «Wenn Angst den Strafprozess bestimmt, verschiebt sich
alles. Dann wird Strafverfolgung zur Machtdemonstration, das
Gericht zum Verteidiger des Staates – und die Verteidigung zum
Problem.» Also genau dann, wenn diese am nötigsten wäre. Darum geht
es im Detail in dieser Episode: - Stammheim als historisches Symbol
für den Strafprozess im Ausnahmezustand - Der Fall Peter-Jürgen
Bock und die enttäuschte Erwartung an einen möglichen Kronzeugen -
Die Frage, ob „Fairness“ faktisch an Kooperationsbereitschaft
geknüpft wird - Wie ein öffentliches Interview (Der Spiegel) das
Verfahrensklima kippen liess - Die Rolle des Strafverteidigers
Heinrich Hannover und die extreme Belastung der Verteidigung - Der
Versuch, unliebsame Verteidiger zu umgehen oder zu ersetzen -
Sicherheitsdenken gegenüber Verteidigern: Durchsuchungen,
Misstrauen, Asymmetrien - Zermürbungsmechanismen durch
Terminierung, Reisepflichten, Durchsuchung, Überwachung - Die
Ökonomie der Pflichtverteidigung und das strukturelle Risiko für
Kanzleien - Pauschale Honorarkürzungen als Ausdruck von
Geringschätzung verteidigerischer Arbeit - Gutachten, die „zu gut
passen“, und der Umgang der Gerichte mit methodischen Mängeln -
Verteidigungsbeweise, die formal erlaubt, praktisch aber entwertet
werden - Medien als Korrektiv oder zusätzlicher Druck auf Verfahren
und Beteiligte - Angst und/oder emotionale Aufladung als Motor der
Strafjustiz – damals in Stammheim und heute in anderen Kontexten -
Die Frage, wie Prozesskultur und Waffengleichheit konkret geschützt
werden können Diese Folge richtet sich an Strafverteidiger,
Richterinnen, Staatsanwälte und alle, die sich für
Strafprozessrecht und Rechtsstaatlichkeit interessieren. An
Menschen, die verstehen wollen, wie sehr Klima, Politik und Angst
die Urteilsfindung beeinflussen können – und warum historische
Verfahren wie Stammheim auch heute noch relevant sind. Die Podcasts
"Auf dem Weg als Anwält:in" sind unter
https://www.duribonin.ch/podcast/ oder auf allen üblichen
Plattformen zu hören . Dort einfach nach 'Duri Bonin' suchen und
abonnieren.
Aufladung den Ton angeben? In dieser Folge von «Auf dem Weg als
Anwält:in» spricht Duri Bonin mit Gregor Münch über einen
historischen Strafprozess, der bis heute nachwirkt: die
Stammheim-Verfahren der 1970er- und 1980er-Jahre – und darüber, was
sie über heutige Strafverfahren erzählen. Ausgehend vom Fall
Peter-Jürgen Bock, einem ehemaligen RAF-Mitglied und Aussteiger,
zeichnet Duri Bonin die Eskalation eines Strafverfahrens nach, das
sich von der Zusage eines fairen Prozesses zu einem politisch
aufgeladenen Ausnahmezustand entwickelte. Im Zentrum stehen Fragen
nach Kronzeugen-Logik, Verfahrensklima, der systematischen
Schwächung der Verteidigung und der Rolle von Gerichten in Zeiten
gesellschaftlicher Angst. Das Gespräch verbindet Rechtsgeschichte
mit heutiger Praxis: Wie wirken Misstrauen, Sicherheitsdenken und
politischer Druck auf Ermittlungsbehörden, Gerichte und
Verteidiger? Wo beginnen Zermürbungsmechanismen – durch
Terminregime, Sicherheitskontrollen, Honorarkürzungen oder die
Abwertung verteidigerischer Arbeit? Und was bedeutet das für die
Idee eines fairen, ergebnisoffenen Strafverfahrens? Ein Zitat aus
der Folge: «Wenn Angst den Strafprozess bestimmt, verschiebt sich
alles. Dann wird Strafverfolgung zur Machtdemonstration, das
Gericht zum Verteidiger des Staates – und die Verteidigung zum
Problem.» Also genau dann, wenn diese am nötigsten wäre. Darum geht
es im Detail in dieser Episode: - Stammheim als historisches Symbol
für den Strafprozess im Ausnahmezustand - Der Fall Peter-Jürgen
Bock und die enttäuschte Erwartung an einen möglichen Kronzeugen -
Die Frage, ob „Fairness“ faktisch an Kooperationsbereitschaft
geknüpft wird - Wie ein öffentliches Interview (Der Spiegel) das
Verfahrensklima kippen liess - Die Rolle des Strafverteidigers
Heinrich Hannover und die extreme Belastung der Verteidigung - Der
Versuch, unliebsame Verteidiger zu umgehen oder zu ersetzen -
Sicherheitsdenken gegenüber Verteidigern: Durchsuchungen,
Misstrauen, Asymmetrien - Zermürbungsmechanismen durch
Terminierung, Reisepflichten, Durchsuchung, Überwachung - Die
Ökonomie der Pflichtverteidigung und das strukturelle Risiko für
Kanzleien - Pauschale Honorarkürzungen als Ausdruck von
Geringschätzung verteidigerischer Arbeit - Gutachten, die „zu gut
passen“, und der Umgang der Gerichte mit methodischen Mängeln -
Verteidigungsbeweise, die formal erlaubt, praktisch aber entwertet
werden - Medien als Korrektiv oder zusätzlicher Druck auf Verfahren
und Beteiligte - Angst und/oder emotionale Aufladung als Motor der
Strafjustiz – damals in Stammheim und heute in anderen Kontexten -
Die Frage, wie Prozesskultur und Waffengleichheit konkret geschützt
werden können Diese Folge richtet sich an Strafverteidiger,
Richterinnen, Staatsanwälte und alle, die sich für
Strafprozessrecht und Rechtsstaatlichkeit interessieren. An
Menschen, die verstehen wollen, wie sehr Klima, Politik und Angst
die Urteilsfindung beeinflussen können – und warum historische
Verfahren wie Stammheim auch heute noch relevant sind. Die Podcasts
"Auf dem Weg als Anwält:in" sind unter
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