#4 2026 SPEZIAL - Demokratie sucht Zukunft - Teil 1

#4 2026 SPEZIAL - Demokratie sucht Zukunft - Teil 1

In dieser Spezialfolge diskutiert Christoph Chorherr mit Judith Kohlenberger, Kurt Guwak und Laurenz Ennser-Jedenastik über ihr Buch „Demokratie sucht Zukunft“ und die Frage, warum Parteien als Organisationen so schwer reformierbar sind. Im Fokus stehen s
2 Stunden 11 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

Christoph Chorherr eröffnet eine Serie zur „Zukunft der
Demokratie“ und spricht mit Judith Kohlenberger, Kurt Guwak und
Laurenz Ennser-Jedenastik über die Thesen ihres gemeinsamen Buchs
„Demokratie sucht Zukunft – Wie Parteien neu gedacht werden
müssen“. Die Gäste schildern, warum Parteien im Vergleich zu
Unternehmen strukturell innovationsarm, innerlich verknöchert und
stark von Kontrollbedürfnis, Risikoaversion und kurzfristiger
Wahllogik geprägt sind. Laurenz Ennser-Jedenastik erklärt mit
Verweis auf das „eherne Gesetz der Oligarchie“, wie sich in
Parteien funktionale Eliten und mächtige Vetospieler – von
Landeshauptleuten bis Bürgermeistern – herausbilden, die Reformen
und Zentralisierungsvorschläge blockieren. Judith Kohlenberger
beschreibt eine polarisierte Öffentlichkeit,
Veränderungserschöpfung und Vertrauensverlust in staatliche
Handlungsfähigkeit, während zugleich viele Menschen weiterhin
politisch interessiert, aber von Parteipolitik abgestoßen sind.
Am Beispiel Migration zeigt sie, wie symbolpolitische Maßnahmen
(Asyl-Auslagerung, Scharia-Verbot) echte Zukunftsthemen wie
demografischen Wandel und qualifizierte Zuwanderung verdrängen
und wissenschaftliche Expertise meist nur für Wahlkampf-Framings
abgefragt wird. Im Gespräch über Brexit, Orban, Erdogan, Trump,
China und neue rechte Bewegungen diskutieren die vier, warum
Demokratien ineffizient wirken, autoritäre Systeme scheinbar
„liefern“ – und dennoch nur die liberale Demokratie
Menschenrechte, individuelle Freiheit und Machtbegrenzung
garantieren kann. Die Runde arbeitet heraus, wie
Hyper-Individualisierung, soziale Medien, Boulevardlogik und
alternative Medien-Ökosysteme Parteien zusätzlich unter Druck
setzen, Politiker:innen zu permanent defensiver Kommunikation
zwingen und geteilte Öffentlichkeit erodieren lassen. Am Ende
skizzieren die Autor:innen Reformideen: Parteien sollen sich
öffnen, echte inhaltliche Beteiligungsräume jenseits von
Mitgliedschaft schaffen, Zukunftsbilder und kollektive Ziele
stärker in den Mittelpunkt stellen und gemeinsam mit einer
aktiven Zivilgesellschaft neue, konfliktfähige und dennoch
entscheidungsstarke Formen demokratischer Politik entwickeln.


Links zur Folge:


Buch "Demokratie sucht Zukunft" (Goldegg-Verlag)


Buch "Ungleich vereint" (Suhrkamp-Verlag)


Ganz offen gesagt SPEZIAL Über das politische Handwerk - mit
Laurenz Ennser-Jedenastik und Christoph Chorherr vom 21.03.2025


Initiative "mehrGRIPS"


"Ehernes Prinzip der Oligarchie" (Wikipedia)


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