Podcaster
Episoden
08.01.2026
51 Minuten
Im Gespräch mit Host Stefan Kaltenbrunner schildert Martin Weiss
zunächst die außenpolitischen Tabubrüche der USA – etwa das
Vorgehen in Venezuela, die Drohung einer Annexion Grönlands und
das Aufbringen eines russischen Tankers – und ordnet sie als neue
Qualität US-amerikanischer Machtpolitik ein. Er erklärt, warum
diese Schritte zwar an historische Konstanten wie die
Monroe-Doktrin anschließen, aber in Tempo, Brutalität und
Völkerrechtsbruch eine neue Dimension darstellen.
Aus europäischer Perspektive beschreibt Weiss, wie sehr die
Sicherheitsarchitektur unter Druck steht, weil Trump die
Beistandspflicht der NATO de facto infrage stellt und Europa
militärisch wie politisch lange im Windschatten der USA gelebt
hat. Gleichzeitig sieht er in dieser Krise die Chance, dass die
EU endlich entscheidungsfähig wird, in der Verteidigungspolitik
aufholt und gegenüber Washington aus einer stärkeren Position
auftritt.
Im Gespräch zur Ukraine betont Weiss, dass Russland militärisch
weit weniger Geländegewinne erzielt hat, als oft angenommen, aber
der Westen dennoch seine Glaubwürdigkeit verspielt, sollte die
Ukraine politisch oder militärisch vollständig unterliegen. Er
hält ein mögliches Waffenstillstands- oder Arrangementszenario
rund um 2026 für denkbar, weil sowohl Russland als auch die
Ukraine und ihre Unterstützer unter der immensen Last des Krieges
ächzen.
Mit Blick auf China warnt Weiss vor einer Fehleinschätzung der
USA: Wenn Peking aus Ukraine, Venezuela und anderen Konflikten
lernt, dass Fakten schaffen belohnt wird, könnte ein Angriff auf
Taiwan eine globale Eskalation auslösen. Parallel dazu skizziert
er, wie innenpolitisch viele Amerikaner Außenpolitik nur am Rand
interessiert, während steigende Lebenshaltungskosten Trumps
Popularität massiv unter Druck setzen.
Weiss beschreibt
Bruchlinien innerhalb der Republikaner, die Loyalität zu Trump
gegen ihren eigenen Ruf abwägen müssen, und schildert, wie der
Präsident trotz seiner harten Linie zunehmend zur „lame duck“
werden könnte – vor allem bei krachend verlorenen Midterms. Auf
demokratischer Seite nennt er unter anderem Kaliforniens
Gouverneur Gavin Newsom als Beispiel dafür, wie sich mögliche
Gegenkandidaten zu Trump inhaltlich und strategisch
positionieren.
Im Nahen Osten sieht Weiss den Iran in einer existenziellen
Krise: Verbündete wie Hisbollah und Hamas seien geschwächt,
wirtschaftliche Probleme und Wassermangel verschärften den
innenpolitischen Druck, wodurch auch dort bis 2026 dramatische
Umbrüche möglich erscheinen. Insgesamt zeichnet er das Bild einer
multipolaren Welt ohne stabile Ordnung, in der Fehler der
Großmächte – von Washington über Moskau bis Peking – jederzeit in
einen Flächenbrand münden könnten, während Europa versucht,
zwischen Eigenständigkeit und Abhängigkeit seinen Platz neu zu
definieren.
Links zur Folge:
Salzburg Global
Wir würden uns sehr freuen, wenn Du "Ganz offen gesagt"
auf einem der folgenden Wege unterstützt:
Werde Unterstützer:in auf Steady
Kaufe ein Premium-Abo auf Apple
Kaufe Artikel in unserem Fanshop
Schalte Werbung in unserem Podcast
Feedback bitte an redaktion@ganzoffengesagt.at
Transkripte und Fotos zu den Folgen findest Du auf
podcastradio.at
Mehr
07.01.2026
40 Minuten
Ist das "Licht am Ende des Tunnels" endlich Tageslicht nach
Jahren der Rezession - oder doch der entgegenkommende Zug? Georg
Renner spricht mit Franz Schellhorn über Erwartungen an die
schwarz-rot-pinke Bundesregierung.
Franz Schellhorn ist Direktor des wirtschaftsliberalen Thinktanks
Agenda Austria. Zuvor war er Wirtschaftschef und stv.
Chefredakteur der Tageszeitung "Die Presse".
Lesetipp: In der "Presse" hat Schellhorn in einem Gastkommentar
seine Sicht der Dinge zusammengefasst: "Optimismus und Zuversicht
entstehen nicht durch Appelle. Sie entstehen durch Taten. Durch
große Würfe, nicht durch Reförmchen."
https://www.diepresse.com/20421124/des-kanzlers-neue-zauberformel-lautet-nicht-2-1-0-sondern-5-4-0
Wir würden uns sehr freuen, wenn Du "Ganz offen gesagt"
auf einem der folgenden Wege unterstützt:
Werde Unterstützer:in auf Steady
Kaufe ein Premium-Abo auf Apple
Kaufe Artikel in unserem Fanshop
Schalte Werbung in unserem Podcast
Feedback bitte an redaktion@ganzoffengesagt.at
Transkripte und Fotos zu den Folgen findest Du auf
podcastradio.at
Mehr
31.12.2025
54 Minuten
REPLAY: Unsere Hosts sind in der Weihnachtspause und so
wiederholen wir an dieser Stelle besonders interessante Folgen
(Erstveröffentlichung dieser Episode war am 18.02.2025): Ferry
Maier war viele Jahre ÖVP-Spitzenpolitiker und schied im Streit
aus der Partei aus. Er kennt sehr gut die "alte ÖVP" und steht
den Entwicklungen seiner ehemaligen Partei in den letzten Jahren
sehr kritisch gegenüber. Im Gespräch mit Host Stefan Lassnig
erläutert er, wie die ÖVP statt auf ihre Wurzeln und Werte
aufzubauen eine rein umfrageorientierte Politik gemacht hat, wie
wenig er von Sebastian Kurz hält und wie er die Qualität des
derzeitigen Spitzenpersonals der ÖVP einschätzt. Maier spricht
auch über den Einfluss der Raiffeisen-Bank auf die ÖVP und
inwieweit die Wirtschaftsinteressen innerhalb der ÖVP die
vergangenen Regierungsverhandlungen geprägt haben.
Podcast-Tipp der Woche:
Rohrer bei Budgen
Links zur Folge:
Werte-Papier der Politischen Akademie der ÖVP
"ÖVP droht durch Koalition mit Kickl in Unbedeutendheit zu
versinken" - Artikel im STANDARD
Ferry Maier auf Wikipedia
Raiffeisen Generalsekretäre
Wir würden uns sehr freuen, wenn Du "Ganz offen gesagt"
auf einem der folgenden Wege unterstützt:
Werde Unterstützer:in auf Steady
Kaufe ein Premium-Abo auf Apple
Kaufe Artikel in unserem Fanshop
Schalte Werbung in unserem Podcast
Feedback bitte an redaktion@ganzoffengesagt.at
Transkripte und Fotos zu den Folgen findest Du auf
podcastradio.at
Mehr
24.12.2025
1 Stunde 10 Minuten
REPLAY: Unsere Hosts sind in der Weihnachtspause und so
wiederholen wir an dieser Stelle besonders interessante Folgen
(Erstveröffentlichung dieser Episode war am 24.04.2025):
Romantische Liebe spielt nicht nur im Privaten eine Rolle – sie
ist auch politisch. In dieser Folge von Ganz Offen Gesagt
spricht Anna-Lisa Bier mit der Autorin und Podcasterin Beatrice
Frasl über ihr neues Buch Entromantisiert euch!, in dem
sie romantische Liebe als gesellschaftliches Strukturprinzip
analysiert.
Frasl argumentiert, dass Liebe nicht nur ein persönliches,
sondern ein zutiefst politisches Thema ist– und zeigt auf, wie
heteronormative Beziehungsmodelle Frauen in emotionale,
ökonomische und soziale Abhängigkeiten drängen. Wer liebt wie –
und mit welchen Konsequenzen – ist nicht nur eine Frage der
Emotion, sondern auch eine der Machtverhältnisse. Wer profitiert
vom klassischen Beziehungsmodell? Warum gelten bestimmte
Lebensentwürfe als „richtiger“ als andere? Dabei stellt Frasl
auch gängige Ideale infrage, etwa die Vorstellung, dass
Partnerschaft und Elternschaft automatisch zum Glück führen.
Studien legen nahe, dass unverheiratete, kinderlose Frauen zu den
zufriedensten und gesündesten Bevölkerungsgruppen zählen. Was
bedeutet das für unsere gesellschaftlichen Leitbilder – und was
braucht es, damit auch alternative Beziehungs- und Lebensformen
gesellschaftlich sichtbar und anerkannt werden?
Ein Gespräch über eines der stärksten Narrative unserer Zeit –
und über die Frage, wie wir Liebe neu denken können: jenseits von
Abhängigkeit, Idealisierung und gesellschaftlichem
Erwartungsdruck.
Links zur Folge:
Buch Entromantisiert Euch! (Thalia)
Erwähnte Podcastfolgen:
#48 2022 Über die politische Dimension psychischer Erkrankungen -
mit Beatrice Frasl
#27 2023 Über den angeblichen "Genderwahn" - mit Beatrice Frasl
#32 2022 Über Femizide - mit Yvonne Widler
#42 2021 Über erschöpfte Frauen - mit Franziska Schutzbach
Podcastempfehlung der Woche:
The Mel Robbins Podcast
Wir würden uns sehr freuen, wenn Du "Ganz offen gesagt"
auf einem der folgenden Wege unterstützt:
Werde Unterstützer:in auf Steady
Kaufe ein Premium-Abo auf Apple
Kaufe Artikel in unserem Fanshop
Schalte Werbung in unserem Podcast
Feedback bitte an redaktion@ganzoffengesagt.at
Transkripte und Fotos zu den Folgen findest Du auf
podcastradio.at
Mehr
18.12.2025
44 Minuten
Was im Handel und in Privathaushalten täglich aussortiert wird,
fehlt andernorts zum Leben. In dieser Folge spricht Anna-Lisa
Bier mit Dr. Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Tafel
Österreich, über die Hintergründe und Chancen der
Lebensmittelrettung in Österreich. Außerdem geht es um die
politischen Rahmenbedingungen, die eine gerechtere Verteilung
ermöglichen könnten, die Rolle der Unternehmen in der
Lebensmittelkette sowie darum, wie Bildung, Bewusstsein und
praktische Haushaltsstrategien dazu beitragen können, dass
weniger Lebensmittel verloren gehen.
Weiterführende Links:
Die Tafel Österreich unterstützen
Mehr über die Arbeit der Tafel Österreich erfahren
Erwähnte Studien und Quellen:
Caritas - Armut in Österreich in Zahlen und Fakten
Statistik Austria - Statistik über Einkommen und
Lebensbedingungen von Privathaushalten in Europa (2024)
Die Armutskonferenz - Aktuelle Armuts- und
Verteilungszahlen
Volkshilfe - Armut und Kinderarmut
Vereinte Nationen - Nachhaltigkeitsziel 12: Nachhaltige/r Konsum
und Produktion
SDG Watch Austria - Über die SDG's
WWF (World Wide Fund for Nature) - Driven To Waste Report
Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität,
Innovation und Technologie - Vereinbarung 2017–2030 zur
Vermeidung von Lebensmittelabfällen bei Lebensmittelunternehmen
Berichtszeitraum 2021–2023, Bericht 2024
Wir würden uns sehr freuen, wenn Du "Ganz offen gesagt"
auf einem der folgenden Wege unterstützt:
Werde Unterstützer:in auf Steady
Kaufe ein Premium-Abo auf Apple
Kaufe Artikel in unserem Fanshop
Schalte Werbung in unserem Podcast
Feedback bitte an redaktion@ganzoffengesagt.at
Transkripte und Fotos zu den Folgen findest Du auf
podcastradio.at
Mehr
Über diesen Podcast
„Ganz offen gesagt“ wurde 2017 gegründet und ist der erste
regelmäßige, unabhängige Podcast für Politikinteressierte in
Österreich. Die Journalist:innen Saskia Jungnikl-Gossy, Solmaz
Khorsand, Georg Renner und der Medienunternehmer Stefan Lassnig
diskutieren mit Expertinnen und Experten tiefgehend und konstruktiv
über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. „Ganz offen gesagt“ ist
unabhängig, transparent und rein subjektiv. Feedback bitte an
redaktion@ganzoffengesagt.at
Kommentare (0)