Podcaster
Episoden
26.02.2026
53 Minuten
In dieser Folge von „Ganz offen gesagt“ spricht Host Stefan
Lassnig mit dem steirischen Landwirt und Unternehmer Manfred
Hohensinner, Mitgründer von Frutura, dem größten Obst- und
Gemüsevermarkter Österreichs. Hohensinner schildert seinen Weg
vom kleinen Bergbauernhof und LKW-Fahrer zum Leitbetrieb, der
täglich rund 1,3 Millionen Haushalte mit Obst und Gemüse
versorgt, und erklärt, wie ihn seine Erfahrungen in Russland und
der Ukraine für Umweltthemen sensibilisiert haben. Ein
Schwerpunkt ist sein Geothermie-Projekt, mit dem Gewächshäuser
klimafreundlich beheizt werden – gegen massiven Widerstand,
jahrelange Verfahren und ohne passende Förderinstrumente, weil
Geothermie in der landwirtschaftlichen Urproduktion rechtlich
nicht vorgesehen ist. Hohensinner kritisiert die versteinerten
Agrarstrukturen, warnt vor der rasch schrumpfenden Zahl von
Bäuerinnen und Bauern und fordert eine ehrliche Debatte darüber,
wie wir in Zukunft produzieren und essen wollen. Im Gespräch über
den Lebensmittelhandel erzählt er von harten Verhandlungen mit
fast monopolartigen Handelsketten, der Rolle von Flugblättern und
Aktionen und seiner Idee der „gläsernen Produktion“, bei der
Konsument:innen sehen können, wie Lebensmittel entstehen. Zur
umstrittenen Umsatzsteuersenkung auf Lebensmittel meint er, dass
sie strukturelle Probleme nicht löst, und erklärt detailliert,
wie sich etwa der Preis eines Apfels aus Produktions-, Logistik-
und Handelskosten zusammensetzt. Beim Lieferkettengesetz betont
er, dass der Ansatz der Transparenz richtig, die bisherige
Ausgestaltung aber praxisfern sei – insbesondere bei globalen
Rohstoffen und Gewürzen – und kritisiert mangelnde Transparenz
etwa in der Gastronomie. Abschließend ruft Hohensinner
Konsument:innen dazu auf, ihre Macht bewusster zu nutzen,
unrealistische Dumpingpreise zu hinterfragen und gemeinsam mit
Landwirtschaft und Handel für resiliente, faire und klimafitte
Ernährungssysteme zu sorgen.
Links zur Folge:
Futura
Podcastempfehlung der Woche:
Cash or Crash - der Wirtschaftspodcast mit Wolfgang Unterhuber
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25.02.2026
1 Minute
Im Jänner kam es in Syrien zu Kämpfen zwischen der syrischen
Übergangsregierung des einstigen Islamisten Ahmed al-Scharaa und
den militärischen Arm der kurdischen Selbstverwaltung Rojava.
Nach ein paar Wochen wurden die Kämpfe mit einem Waffenstillstand
und später mit einem Abkommen beendet, das viele als
"Diktatfrieden" für die Kurden bezeichnen. So sollen die
kurdischen Bataillone in die syrische Armee eingegliedert werden
und Rojava aus Damaskus verwaltet werden. Ein herber Schlag für
die Kurdinnen, die mitten im syrischen Bürgerkrieg 2012 ein neues
basisdemokratisches Regierungsmodell mit verpflichtender
Frauenquote aus dem Boden gestampft haben. Wie geht es weiter mit
dem kurdischen Traum? Wie fühlen sich die kurdischen
Kämpferinnen, die 2019 den IS besiegt haben und nun mitansehen
müssen, wie die IS Flagge wieder in Rakka gehisst wird? Und was
hat es auf sich mit einem Video, in dem ein syrischer Kämpfer der
Regierungstruppen zu sehen ist, der einen abgeschnittenen
Frauenzopf stolz in die Kamera hält und damit Traumata
reaktiviert? Darüber spricht Solmaz Khorsand mit der Juristin und
Politologin Raze Baziani aus Berlin, die unter anderem in Genf
für den Human Rights Council die Kurden im Minderheitenforum
weltweit vertreten hat.
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24.02.2026
1 Stunde 4 Minuten
Politische Debatten finden heute nicht nur im Parlament, sondern
auch online statt – und gerade Frauen sehen sich dort massiver
Gewalt ausgesetzt. Beleidigungen, Drohungen und Hasskampagnen
sind keine Randerscheinungen, sondern ein gezieltes Mittel, um
Stimmen im digitalen Diskurs zum Schweigen zu bringen.
In dieser Folge von Ganz Offen Gesagt spricht Anna-Lisa
Bier mit der Digitalexpertin und Autorin Ingrid Brodnig darüber,
wie digitale Gewalt funktioniert, warum Politikerinnen häufig
intensiver und gezielter attackiert werden als Männer, warum jene
Angriffe sexualisiert und entwertend sind und welche Folgen das
für den digitalen Umgangston, Selbstzensur und politische
Beteiligung hat. Dabei geht es auch um die Plattformen selbst,
wie Algorithmen Hass verbreiten, warum die Moderation von
Hasskommentaren oft scheitert und welche Rolle traditionelle
Medien bei der Verstärkung von Empörungswellen spielen. Außerdem
wird klar, welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt, wo sie an
ihre Grenzen stoßen und warum bestehende Regeln oft nicht
konsequent umgesetzt werden.
Beratungsangebote:
Digitale Gewalt ist kein individuelles Problem, und ihr müsst
damit nicht allein bleiben. Wenn ihr selbst oder Menschen in
eurem Umfeld von digitaler Gewalt betroffen seid, gibt es unter
anderem folgende Meldestellen und Beratungsangebote, die
Unterstützung bieten:
Österreich:
Zara (Online-Beratung bei Hass im Netz)
Frauenhelpline (Anonyme Beratung)
Rat auf Draht (Beratung für Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsene, auch für digitale Probleme)
BanHate (App, bei der man österreichweit Hasskommentare melden
kann)
Weisser Ring (Hilfsorganisation für Opfer von Straftaten in
Österreich)
Deutschland:
HateAid (Meldestelle für Betroffene als auch Beobachter*innen von
digitaler Gewalt)
Bundesweites Hilfetelefon "Gewalt Gegen Frauen" (Anonyme
Beratung, eingerichtet vom Bundesamt für Familie und
zivilgesellschaftliche Aufgaben)
Meldestelle REspect! Im Netz
Weiterführende Inhalte:
Buch "Feindbild Frau" von
Ingrid Brodnig (Thalia)
Die Gemeinschaftsstandards von Meta
Mehr zum eXit
NDR-Recherche zur Incel-Szene: Zerrwelt der Frauenhasser - Wie
die "Incel"-Szene an Bedeutung gewinnt und wie gefährlich sie
ist
Abschlussbericht des Radical Awarness Network zum Incel-Phänomen:
https://home-affairs.ec.europa.eu/system/files/2021-08/ran_cn_incel_phenomenon_20210803_de.pdf
Safer Internet Jugend Internet Monitor 2026
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19.02.2026
45 Minuten
In dieser Folge von „Ganz offen gesagt“ spricht Host Stefan
Lassnig mit Satiriker, Buchautor und Podcaster Florian Scheuba,
warum Kriminelle und korrupte Politiker immer wieder Sympathien
genießen und wie sich Korruption in den letzten Jahrzehnten
verändert hat. Scheuba erklärt, warum er Donald Trump eher als
Gauner denn als Entertainer sieht und wie schwer es Satire
inzwischen hat, wenn die politische Realität oft absurder wirkt
als jede Bühnenpointe. Anhand von Fällen wie Peter Hochegger, dem
„Wo war meine Leistung?“-Satz oder dem Birnbacher-Gutachten zeigt
er, wie Satire komplexe Affären auf einen einprägsamen Punkt
bringen kann, den viele Menschen plötzlich verstehen. Ein
zentrales Thema ist die wachsende Desinformation: autoritäre
Akteure wollen weniger überzeugen, als vielmehr bewirken, dass
„eh alle lügen“ und niemand mehr Wahrheit von Lüge unterscheiden
kann. Scheuba kritisiert „False Balance“ in Talkshows, in denen
Klimaleugner:innen wissenschaftlichen Positionen gleichgestellt
werden, und betont seinen Leitsatz „Eine Lüge ist keine Meinung“.
Ausführlich thematisiert er seine nicht rechtskräftige
Verurteilung wegen einer Kolumne, warnt vor
Einschüchterungsklagen gegen Journalist:innen und schildert, wie
solche Urteile Meinungsfreiheit und Kritik an Amtsträgern massiv
einschränken können. Im Gespräch geht es auch um die strukturelle
„Aufrüstung“ der politischen PR gegenüber einem ökonomisch
geschwächten Journalismus und um die Rolle sozialer Medien und KI
bei der Aushöhlung eines gemeinsamen Wahrheitsbegriffs. Am Ende
diskutieren Lassnig und Scheuba, was jede und jeder tun kann –
von der Unterstützung seriöser Medien über Medienkompetenz bis
zur Wertschätzung von Demokratie – und warum Humor für Scheuba
eine Form von „Satire als Notwehr“ gegen Angst und Resignation
ist.
Links zur Folge:
Interview von "profil" mit Florian Scheuba
Buch "Schrödingers Ente" von Florian Scheuba
Podcast "Ganz offen gesagt" über "8 Tische für die vierte Gewalt"
Podcast "Die Dunkelkammer" - Auftakt zur Serie über Peter
Hochegger
Podcastempfehlung der Woche:
Podcast "Scheuba fragt nach" (FALTER)
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18.02.2026
48 Minuten
In dieser Folge spricht Host Katharina Pagitz mit Journalistin
und Content Creatorin Susanne Siegert
(@keine.erinnungskultur) über Erinnerungskultur und Gedenkarbeit
im digitalen Zeitalter. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Gedenken
ohne Zeitzeug:innen weitergehen kann. Susanne Siegert erläutert,
warum sie lieber von Gedenkarbeit als von Erinnerungskultur
spricht und wie Social Media – insbesondere TikTok und Instagram
– neue Zugänge für junge Menschen eröffnet. Themen sind unter
anderem blinde Flecken im Schulunterricht, Täter:innenschaft in
Familiengeschichten, der Umgang mit KI-Material, Videospiele
("Serious Games") sowie zunehmender Antisemitismus in
Kommentarspalten.
Weiterführende Links
Hier geht es zu einem wissenschaftlichen Text zur
Erinnerungskultur in Österreich
Hier mehr Infos zur Waldheim-Affäre
Hier geht es zum Buch „Gedenken neu denken“ von Susanne Siegert
(@keine.erinnerungskultur)
Hier Links zu den Serious Games: Tribunal45 und Gegen
Mauern: Vier Leben, vier Kämpfe"
Hier mehr zur „Mühlviertler Hasenjagd“
Hier geht es zum Jahresbericht und Antisemitismusstudie 2024 in
Österreich
Hier geht es zum Rechtsextremismus-Bericht des
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) 2025
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Über diesen Podcast
„Ganz offen gesagt“ wurde 2017 gegründet und ist der erste
regelmäßige, unabhängige Podcast für Politikinteressierte in
Österreich. Die Journalist:innen Saskia Jungnikl-Gossy, Solmaz
Khorsand, Georg Renner und der Medienunternehmer Stefan Lassnig
diskutieren mit Expertinnen und Experten tiefgehend und konstruktiv
über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. „Ganz offen gesagt“ ist
unabhängig, transparent und rein subjektiv. Feedback bitte an
redaktion@ganzoffengesagt.at
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