Trump, der machttrunkene Präsident
Die Schüsse von Minneapolis, Notenbankchef Powell oder der Iran:
Donald Trump agiert, als fühle er sich allmächtig. Das grenzt an
Hybris und lässt nichts Gutes erwarten.
42 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Monat
«Ich liebe es, zu gewinnen», sagte Donald Trump in einem
Interview mit dem TV-Sender CBS am Dienstagabend. Was der
US-Präsident weniger sportlich meinte als machtpolitisch. Seit
seinem «Sieg» in Venezuela, dem gelungenen Coup in Caracas gegen
den Diktator Nicolás Maduro, will er mehr solche Siege.
Unverfroren erhebt Trump Anspruch auf Grönland. Es genügt ihm
nicht, die Bodenschätze der Arktisinsel nach Belieben ausbeuten
und so viele US-Basen errichten zu können, wie er möchte. Der
frühere Immobilienhändler Trump will Grönland besitzen, und er
gebärdet sich so, als könne ihn nichts aufhalten. Das grenzt
inzwischen an Hybris, an Selbstüberschätzung, was in der Politik
weitreichende Folgen haben kann.
In seinem Fokus steht aktuell auch der Iran. «Hilfe ist
unterwegs», sagte Trump im erwähnten Interview weiter. Woraus
diese Hilfe besteht, wollte er nicht ausführen, ein
Militäreinsatz scheint nicht ausgeschlossen, Hauptsache, Trump
kann einen weiteren Sieg verbuchen.
Zu einer Kontroverse haben in den USA die Schüsse von Minneapolis
geführt. Fast eine Woche nach dem Tod der 37-jährigen Renee Good
bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE kommt es in
Minneapolis zu Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und
Bundesbeamten. Empörte Bewohner der Grossstadt in Minnesota buhen
und pfeifen die schwer bewaffneten Einwanderungsbeamten aus,
sobald diese auftauchen.
Kritik äussern nur wenige Exponenten der US-Politik. Jerome
Powell gehört dazu. Der Chef der Notenbank FED weist ein gegen
ihn eröffnetes Verfahren des amerikanischen Justizministeriums
als politisch motiviert zurück, weil er sich geweigert habe, die
Zinsen zu senken. Trump hatte das vehement gefordert, um den
Republikanern einen Vorteil bei den Zwischenwahlen im Herbst zu
verschaffen.
Wer kann Trump bremsen? Funktionieren die USA noch als
Rechtsstaat? Wenn in der Schweiz ein Polizist auf offener Strasse
jemanden erschiessen würde, gäbe es zuerst eine Untersuchung –
bevor der Bundespräsident sagt, wer Täter und wer Opfer ist. Und
was hat Trump im Iran vor? Darüber unterhält sich Christof
Münger, Leiter des Ressorts International, mit dem langjährigen
USA-Korrespondenten Martin Kilian. Kilian lebt in
Charlottesville, Virginia. Produzent dieser Folge ist Noah Fend.
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