Nordzypern: der Zwergstaat, den es (offiziell) nicht gibt
Die Türkei hat im Norden der Mittelmeerinsel Zypern einen Staat
nach ihrem Zuschnitt geschaffen. Doch dieser wird nur von der
Türkei selbst anerkannt. Die Umarmung durch die «Schutzmacht»
spaltet die Bevölkerung. Und die internationale Isolation führt ...
27 Minuten
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Beschreibung
vor 3 Tagen
Die Türkei hat im Norden der Mittelmeerinsel Zypern einen Staat
nach ihrem Zuschnitt geschaffen. Doch dieser wird nur von der
Türkei selbst anerkannt. Die Umarmung durch die «Schutzmacht»
spaltet die Bevölkerung. Und die internationale Isolation führt zu
handfesten Problemen im Alltag. Die nordzyprische
Politwissenschaftlerin Hayriye Rüzgar erinnert sich daran, wie
aufgeregt sie war, als sie an der Hand der Eltern erstmals die
Waffenstillstandslinie überschritt. 2003 gingen die ersten
Checkpoints zur international anerkannten «Republik Zypern» auf.
Was würde geschehen, wenn sie in diesem griechisch-zyprischen Teil
türkisch sprächen, fragte sich die damals Zehnjährige besorgt.
Seither sind viele Programme für Dialog und Austausch entstanden.
Doch alle Versuche, den Zypernkonflikt beizulegen, sind
gescheitert. Im Norden bleiben zehntausende türkische Soldaten
stationiert, das Gebiet hängt wirtschaftlich am Tropf der
«Schutzmacht». In der Isolation und einseitigen Abhängigkeit hat
sich eine Ökonomie mit Schattenseiten entwickelt. Ein spektakulärer
Immobilienboom deute auf Geldwäscherei in grossem Stil, sagt der
Wirtschaftsexperte Mertkan Hamit. Doch die letzten
Präsidentschaftswahlen in Nordzypern brachten einen Kurswechsel.
Steigen damit die Chancen für eine Lösung des Zypernkonflikts?
nach ihrem Zuschnitt geschaffen. Doch dieser wird nur von der
Türkei selbst anerkannt. Die Umarmung durch die «Schutzmacht»
spaltet die Bevölkerung. Und die internationale Isolation führt zu
handfesten Problemen im Alltag. Die nordzyprische
Politwissenschaftlerin Hayriye Rüzgar erinnert sich daran, wie
aufgeregt sie war, als sie an der Hand der Eltern erstmals die
Waffenstillstandslinie überschritt. 2003 gingen die ersten
Checkpoints zur international anerkannten «Republik Zypern» auf.
Was würde geschehen, wenn sie in diesem griechisch-zyprischen Teil
türkisch sprächen, fragte sich die damals Zehnjährige besorgt.
Seither sind viele Programme für Dialog und Austausch entstanden.
Doch alle Versuche, den Zypernkonflikt beizulegen, sind
gescheitert. Im Norden bleiben zehntausende türkische Soldaten
stationiert, das Gebiet hängt wirtschaftlich am Tropf der
«Schutzmacht». In der Isolation und einseitigen Abhängigkeit hat
sich eine Ökonomie mit Schattenseiten entwickelt. Ein spektakulärer
Immobilienboom deute auf Geldwäscherei in grossem Stil, sagt der
Wirtschaftsexperte Mertkan Hamit. Doch die letzten
Präsidentschaftswahlen in Nordzypern brachten einen Kurswechsel.
Steigen damit die Chancen für eine Lösung des Zypernkonflikts?
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