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Beschreibung
vor 3 Monaten
Der Mythos eines kolonial unbefleckten Österreichs bröckelt heute
in Teilen der Geschichtsforschung. Neue Forschungsrichtungen
untersuchen die Verstrickungen Österreichs in den Kolonialismus
der vergangenen Jahrhunderte. Dabei geht es nicht nur um die
vielfältige Involvierung in den überseeischen Kolonialismus
anderer europäischer Mächte, sondern auch um Formen des
Binnenkolonialismus in Europa – etwa in Bosnien. Sowohl in der
Monarchie als auch in der Ersten Republik gab es Gruppierungen,
die sich für die Schaffung eigener österreichischer Kolonien
einsetzten, und während der Zeit des Austrofaschismus spielte
Engelbert Dollfuß sogar konkret mit dem Gedanken, eine ehemals
deutsche Kolonie zu übernehmen. Während der Besatzungszeit von
1945 bis 1955 ziehen österreichische Politiker Analogien zur
Dekolonisierung weiter Teile des globalen Südens, während
Österreich selbst weiterhin fremdbestimmt bleibt. Mariella
Gittler im Gespräch mit der Zeithistorikerin Lucile Dreidemy.
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