Der letzte Tango in Paris - und andere Sexgeschichten
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Beschreibung
vor 4 Monaten
Vor etwas mehr als 50 Jahren wurde das Kino so freizügig, dass
ein solcher Film vorübergehend möglich war. Auf der ganz großen
Leinwand. Entstehen konnte er nur in Europa, aber gesehen hat man
ihn auf der ganzen Welt. Sexualität ist in französischen Filmen
allgegenwärtig, weitaus präsenter jedenfalls als in deutschen,
britischen oder amerikanischen. Der heutige Geheimtipp geht der
Sache etwas freundlicher auf den Grund …
A) Der letzte Tango in Paris / L’ultimo
Tango a Parigi
Französisch-Italienisches Drama von 1974
Nach dem Selbstmord seiner Frau trifft der verstörte
amerikanische Hotelier Paul bei einer Wohnungsbesichtigung in
Paris die 19jährige Jeanne. Der alternde Mann und das in den Tag
hineinlebende Mädchen erliegen einer seltsamen Faszination
füreinander und lieben sich in der leeren Wohnung. Sie treffen
sich nun regelmäßig, um hemmungslos ihre sexuellen Fantasien
auszuleben. Sie vereinbaren, sonst nicht nach dem Leben des
anderen zu fragen. Das geht nur ein paar Tage lang gut
…
Bernardo Bertlouccis Körper- und Seelen-Striptease ist der
populärste aller Skandalfilme, ein „Casablanca“ des gehobenen
Schweinkrams. Marlon Brandos Partnerin Maria Schneider hat später
offenbart, sie sei tatsächlich vor der Kamera vergewaltigt
worden, was Bertolucci erst 2013 öffentlich zugab – zwei Jahre
nach dem Tod der Schauspielerin. In die Skandalgeschichte des
Films ließ sich dieses Detail gut integrieren. Gato Barbieris
Soundtrack wurde unabhängig von seiner Quelle zum Klassiker.
B) Ein Mann sieht rosa / Le
Placard
Französische RomCom von 2001
Der herzensgute, langweilige Francois Pignon arbeitet als
Buchhalter einer Fabrik für Kautschukprodukte. Als er durch
Zufall von seiner bevorstehenden Entlassung erfährt, verliert er
den letzten Lebensmut – vor zwei Jahren ist bereits seine Ehe
gescheitert – und will sich vom Balkon stürzen. Sein neuer
Nachbar, der pensionierte Psychologe Belone, hält ihn davon ab
und macht ihm einen Vorschlag: wenn er sich geschickt als
Schwuler ausgäbe, entstünde der Eindruck, man wollte ihn genau
aus diesem Grund entlassen. Den Vorwurf einer solchen
Diskriminierung würde eine Firma, die vor allem Kondome
produziert, nicht riskieren. Pignon streut das betreffende
Gerücht behutsam aus. Obwohl er seinen Job tatsächlich behält und
er keineswegs wirklich schwul wird, bleibt in seinem Leben kein
Stein auf dem anderen.
Seit „Tootsie“ hatte es keine so gescheite und joviale Komödie
über Genderthemen mehr gegeben - und seither keine weitere auf
diesem Niveau. Der größte Erfolg desselben Regisseurs Francis
Veber „Ein Käfig voller Narren“ nimmt sich neben deren feinem
Witz aus wie der Komödiantenstadl.
Fast alle blamieren sich irgendwann im Verlauf dieser
wendungsreichen Geschichte, doch nahezu jedem und jeder
widerfährt die Gnade einer zweiten Chance. Man gönnt es ihnen von
Herzen, besonders dem Hauptdarsteller Daniel Auteuil. Der erweist
sich einmal mehr als der oszillierendste Biedermann der
zeitgenössischen Filmbranche.
Nächste Woche: „Die unglaubliche Reise in einem
verrückten Flugzeug“ und „Das letzte
Ufer“
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