Herbie Molin über "Astaron" von Astaron (Ton um Ton, 1987)

Herbie Molin über "Astaron" von Astaron (Ton um Ton, 1987)

1 Stunde 5 Minuten

Beschreibung

vor 4 Monaten

Die Geschichte dieses Albums ist untrennbar mit einem Lokal im 7.
Wiener Gemeindebezirk verbunden: Der legendären Blue
Box in der Richtergasse. Das Musiklokal war insbesondere
in den 1980ern ein Ausgeh- und Szenetreffpunkt. Während Falco hin
und wieder auf einen Frascati Spumante einkehrte, formte sich ein
kreativer Pool, ein künstlerisches Sammelbecken von Punk, New
Wave und Gothic. Heute kann der Mitbegründer und langjährige
Betreiber Herbert „Herbie“ Molin auf eine
bewegte Zeit zurückblicken.


Zentral daran beteiligt waren zwei schwarz gekleidete
Kellnerinnen. 1984 haben Angie A.L. Mörth und
Martina Aichhorn in der Blue Box das Duo
Astaron gegründet, ein paar Jahre später ist ihr
selbstbetiteltes Debütalbum erschienen. Die beiden beherrschten
keine Instrumente – das brauchten sie auch nicht. Eines spielen
zu lernen wäre mit ihrer Antihaltung wohl weniger vereinbar
gewesen als sich an Vierspur-Sequencern zu probieren. Ihre
Liveshows waren eher aktionistisch, mehr Theater als Konzert und
mit Fokus auf Stimmungen statt auf perfekten Gesang. In ihrem
Selbstverständnis waren Astaron mehr Kunst- als Bandprojekt. Doch
es wäre ein Fehler, die Strahlkraft des Albums zu unterschätzen.
„Astaron“ wird bis heute international als Darkwave-Geheimtipp
gehandelt – 2020 ist das Album erstmals auf Vinyl erschienen.


Mit Herbie Molin besprechen wir die Platte und die prägende Zeit
in der Blue Box.

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