Ousmane Dembélé, der beste beidfüßige Fußballer der Welt
vor 9 Monaten
Vom Supertalent zum Streikwilligen zum Rekordtransfer zum Patienten
zum Teamplayer: Wie aus Ousmane Dembélé ein
Champions-League-Sieger, Ballon-d'Or-Sieger und einer der besten
Fußballer der Gegenwart wurde.
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Beschreibung
vor 9 Monaten
Es ist ein Satz, für den man vor nicht allzu langer Zeit einige
Lacher kassiert hätte: Ousmane Dembélé hat die wichtigste
individuelle Auszeichnung im Fußball gewonnen, den Ballon d’Or.
Er ist der beste beidfüßige Fußballer der Gegenwart.
"Interessanterweise zeigt sein Fall aber auch: Individualität
muss im Fußball gelenkt werden, erst dann entfaltet sie ihre
wahre Kraft", sagt Fabian Scheler, einer der Hosts des
Fußballpodcasts "Kicken kann er". Und deshalb steht die neue
Folge über den 28-jährigen Franzosen ganz im Zeichen der Frage:
Warum klappt jetzt das, was in den Jahren zuvor nicht
funktioniert hat?
Denn Dembélé galt bereits seit seinem Wechsel von Dortmund nach
Barcelona als potenzieller Kandidat für den Award. Das war 2017.
Danach blieb er vielen allerdings nur wegen seines Sitzfleischs
als streikender Profi in Erinnerung, oder als Dauergast im
Rehazentrum von Barcelona.
Beinahe wäre seine Karriere tragisch ausgetrudelt. Doch lag es an
der Pariser Luft, oder was brachte die Wende? Diese Frage
ergründen die Hosts. Schnell landen sie dabei bei den wichtigsten
Trainern von Dembélé: Luis Enrique, der Paris Saint-Germain zum
Champions-League-Sieg geführt hat. Und Didier Deschamps,
Frankreichs Nationaltrainer. "Sie haben ihn erzogen", sagt Oliver
Fritsch, der zweite Host des Fußballpodcasts. Deschamps wechselte
Dembélé im WM-Finale 2022 noch vor der Halbzeit aus, was von
Dembélé erstaunlicherweise akzeptiert wurde und der Mannschaft
half. "Man könnte alleine über dieses Manöver und seine Bedeutung
ein Buch schreiben", sagt Fritsch.
Enrique wiederum hat Dembélé eine neue Rolle gegeben. Er zog
Dembélé von der Außenbahn in die Mitte. Dembélé ist nun der
Erste, der den Gegner attackiert, er hat mehr Verantwortung fürs
Kollektiv. "Luis Enrique hat aus einem unsteten Genie einen
entscheidenden Teamplayer gemacht", sagt Fritsch, und für diese
Teamleistung wurde Dembélé nun mit der höchsten individuellen
Auszeichnung im Fußball belohnt. Er steht damit auch sinnbildlich
für das neue Paris.
Seine enorme Geschwindigkeit ist das eine, aber auch sein Antritt
und wie er beschleunigt und seine Läufe timt, verdienen
Beachtung. Die Hosts rätseln über seine 100-Meter-Zeit,
"wahrscheinlich könnte er aber auch 200 Meter rennen", sagt
Fritsch, und: "Dembélé ist ein Naturereignis im Stadion – sein
Flow und seine Ballmitnahme ins Tempo sind
hypnotisierend."
Außerdem sind die Hosts angesichts der Vergabe des Ballon d’Or
féminin an Aitana Bonmatí etwas ratlos. In den Top 5 wird dieses
Mal der Streikführer unter den Fußballprofis gesucht. Und Mister
X fragt: Na, Werder, wieder gepennt?
"Kicken kann er" ist der Fußballpodcast der ZEIT. Er erscheint
alle zwei Wochen und widmet sich den besten Fußballern und
Fußballerinnen unserer Zeit. Wir reden weniger über Taktik als
über das, worauf es im Fußball wirklich ankommt: die
Individualität der Spieler. Alle Folgen finden Sie hier.
Schreiben Sie uns! Kritik zur Sendung und Vorschläge für Mister X
nehmen wir unter fussball@zeit.de entgegen.
Szenen und Artikel, über die wir gesprochen haben:
Champions-League-Halbfinal-Hinspiel Arsenal gegen PSG
"Ousmane Dembélé and the art of pressing"
"Can Barcelona sell Dembéelée? He is shit"
Ousmane Dembélé: Vom Messie zum Messi
Ousmane Dembélé: Wie viel ist dieser Mann wert?
Paris Saint-Germain: Das müsste den Romantikern doch
gefallen
PSG: Es war die Abkehr vom Prinzip Katar, die PSG den
Erfolg brachte
Ann-Katrin Berger: Die überriskante Torfrau
Kicken kann sie: Aitana Bonmatí, Cruyffs Erbin
Über Sportlereltern: "Gerhart Polt – Longline"
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