Am Puls der Reformation
vor 10 Monaten
Die moderne Forschung hat das Schwarz-Weiß-Bild von der
Reformation, wie es im 19. Jahrhundert gemalt wurde, stark
verändert.
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Beschreibung
vor 10 Monaten
Die moderne Forschung hat das Schwarz-Weiß-Bild von der
Reformation, wie es im 19. Jahrhundert gemalt wurde, stark
verändert. Auch vor der Wende von 1517 existierte auf beiden
Seiten, die einander nach der Reformation gegenüberstanden, eine
starke spirituelle Vielfalt. Tradition und Umbruch erweisen sich
als stärker verschränkt, als es der bisherigen Darstellung
entspricht. Auch Luther verhielt sich anfangs dialogisch. Einige
der ihm zugeschriebenen apodiktischen Handlungen und Worte, z. B.
der Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg und das ihm
zugeschriebene Wort auf dem Reichstag: "Hier stehe ich, ich kann
nicht anders!" sind keineswegs verbürgt. In zwei Jahren werden die
Medien der 500. Wiederkehr der Reformation gedenken. Das Bild, das
Luther, Calvin, die Marburger Religionsgespräche und der
provisorische Religionsfrieden von 1555 zeigen, wird dadurch, dass
es sich als differenzierter erweist, für uns und die Gegenwart umso
interessanter. Prof. Dr. Volker Leppin, evangelischer Theologe und
Kirchengeschichtler, über das Auseinanderdriften der Christenheit
vor 498 Jahren.
Reformation, wie es im 19. Jahrhundert gemalt wurde, stark
verändert. Auch vor der Wende von 1517 existierte auf beiden
Seiten, die einander nach der Reformation gegenüberstanden, eine
starke spirituelle Vielfalt. Tradition und Umbruch erweisen sich
als stärker verschränkt, als es der bisherigen Darstellung
entspricht. Auch Luther verhielt sich anfangs dialogisch. Einige
der ihm zugeschriebenen apodiktischen Handlungen und Worte, z. B.
der Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg und das ihm
zugeschriebene Wort auf dem Reichstag: "Hier stehe ich, ich kann
nicht anders!" sind keineswegs verbürgt. In zwei Jahren werden die
Medien der 500. Wiederkehr der Reformation gedenken. Das Bild, das
Luther, Calvin, die Marburger Religionsgespräche und der
provisorische Religionsfrieden von 1555 zeigen, wird dadurch, dass
es sich als differenzierter erweist, für uns und die Gegenwart umso
interessanter. Prof. Dr. Volker Leppin, evangelischer Theologe und
Kirchengeschichtler, über das Auseinanderdriften der Christenheit
vor 498 Jahren.
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