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Beschreibung
vor 5 Monaten
Little Girls Lost
Zwei Filme, die aus der Sicht von Kindern erzählt sind,
einen tiefen Einblick in die Kinderseele gewähren und in die
Abgründe beider Welten: der kindlichen und der erwachsenen.
A) Chihiros Reise ins Zauberland /
Sen to Chihiro no kamikakushi
Japanischer Zeichentrickfilm von 2001
Die zehnjährige Chihiro zieht mit ihren Eltern in eine neue
Stadt. Auf dem Weg verfahren sie sich und entdecken einen
verlassenen Vergnügungspark, den sie neugierig erkunden. Während
ihre Eltern sich unerlaubt auf das dort bereitstehende Essen
stürzen, erhält das quengelnde Mädchen die Warnung, vor Einbruch
der Dunkelheit von hier zu fliehen. Doch als sie zu ihren Eltern
zurückkommt, haben die sich in Schweine verwandelt. Mit
zunehmender Dunkelheit wird dieser Ort immer unheimlicher.
Chihiro findet Aufnahme im magischen Badehaus der Hexe
Yubaba, doch sie darf hier nicht gratis unterschlüpfen. Harte
Arbeit, schwere Prüfungen und schauerliche Rätsel warten auf sie
und geben ihr das Gefühl, für die Sünden ihrer Eltern bestraft zu
werden.
Jeder Fan des Ghibli-Zeichentrick-Studios hat einen eigenen
Lieblingsfilm. „Das wandelnde Schloss“ wird vielleicht am
häufigsten genannt. Der erste Titel, der ein größeres Publikum
außerhalb der Fanblase erreichte, war „Prinzessin Mononoke“. Aber
es war sein Nachfolger, der sich nicht nur allgemein als der
erfolgreichste Film des Studios herausgestellt hat, er gilt als
die künstlerische Gipfelleistung des Genres Anime schlechthin.
„Chihiros Reise ins Zauberland“ ist für den japanischen
Zeichentrickfilm das, was „Terminator 2“ für den Actionfilm und
was „Mit Schirm, Charme und Melone“ für das lineare
Serienfernsehen ist.
B) The Innocents / De
uskyldige
Norwegischer Horrorthriller von 2021
Ein junges Elternpaar zieht mit seinen beiden Töchtern in einen
öden Apartmentkomplex. Die Große, Anna, gibt nur unartikulierte
Laute von sich und zeigt keine Emotionen, weshalb ihre kleine
Schwester Ida sich einen Spaß daraus macht, ihr schmerzhafte
Streiche zu spielen. Ida lernt Ben kennen, der kleinere
Gegenstände mit bloßer Gedankenkraft bewegen kann. Als Ben im
Spiel eine Katze tötet, wird er Ida erstmals unheimlich. Mit
einem weiteren Kind aus der Nachbarschaft, der kleinen Aisha,
kann ihre Schwester Anna gedanklich über größere Entfernungen
kommunizieren. Unter ihrem Einfluss beginnt sie sogar zu sprechen
– ein unerklärliches Glück, das ihre Eltern nicht fassen können.
Fasziniert trainieren die Vier Kinder im Wald ihre Talente und
bauen ihr geistiges Netzwerk weiter aus.
Als Ben sich eines Tages über die Mädchen ärgert, nutzt er
seine inzwischen beträchtlichen Fähigkeiten für überzogen
grausame Racheakte. Es kommt zu einem tödlichen Konflikt, dessen
Hintergründe das erwachsene Umfeld gar nicht mitbekommt.
„The Innocents“ – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen 60er
Jahre-Gruselfilm von Jack Clayton – versickerte bei den
Filmfestspielen von Cannes. Ohne das Konkurrenzprogramm näher zu
untersuchen, kann ich mir nicht vorstellen, dass es auf diesem
Festival einen preiswürdigeren Beitrag gegeben hätte. Das ist
umso seltsamer als diese norwegische Mischung aus Horrorfilm und
Sozialdrama unzählige Gesellschaftsthemen würdig verhandelt. Um
nur einige zu nennen: Inklusion, Erziehung und Kindeswohl,
Autismus, Gruppendynamik, Einsamkeit, Kommunikationsprobleme,
Superkräfte, Freundschaft, Entfremdung und Tod.
Nächste Woche: „Jeanne Dielman“ (der
amtierende „Beste Film aller Zeiten“) und
„Dolores“
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