Thelma & Louise / Der Agentenschreck

Thelma & Louise / Der Agentenschreck

Durch dick und drahtig
50 Minuten

Beschreibung

vor 6 Monaten

Durch dick und drahtig 


 


Das geflügelte Wort, nach dem es die wahre Liebe nur unter
Männern gibt, wird im ersten Beitrag unseres Podcasts von zwei
unvergessenen Kinoheldinnen in Frage gestellt. Danach kommt ein
klassisches Comedy-Duo noch einmal darauf zurück. 



 A) Thelma & Louise
Amerikanisches Road-Movie-Drama von 1991
 


Hausfrau Thelma und Kellnerin Louise wollen ein Wochenende ohne
Männer verbringen. Als eine der beiden von einem Macho belästigt
wird und die andere ihn erschießt, fliehen sie in ihrem
Ford-Thunderbird-Cabrio vor dem FBI – und sind überrascht, was
mit ihnen geschieht. Thelma erweist sich als Früchtchen mit einem
Talent zur Anarchie. Die beiden Frauen lassen sich die
Selbstachtung nicht rauben – weder von der Polizei noch von
irgendeinem Kerl. Je schneller ihr Wagen Fahrt aufnimmt, desto
klarer wird: sie werden den Rückwärtsgang nicht einlegen.



 Ridley Scotts feministischer Western räumte gehörig mit
Hollywoods gängigen Macho-Stereotypen auf. Erstmals saßen zwei
Frauen am Steuer und bestimmten, wohin die Reise geht. Und
während die Heldinnen ihren zivilen Ungehorsam mit dem Leben
bezahlen – Hollywood bleibt Hollywood -, zieht Brad Pitt sich in
einer Nebenrolle aus und wird für Jahrzehnte zum „sexiest man
alive“ und einem Idol für alle Geschlechter*innen.
 


B) Der Agentenschreck / Artists And
Models
Amerikanisches Filmmusical von 1955
 


Rick und Eugene, zwei Freunde seit Jugendtagen, sind ins New
Yorker Künstlerviertel Greenwich Village gezogen, um ihr Glück zu
machen: Rick als Maler, Eugene als Kinderbuchautor. Durch Eugenes
Ungeschicklichkeit verlieren die beiden immer wieder die Jobs,
die Rick an Land zieht. Eugene ist vernarrt in die
Superhelden-Comics um die „Vampir-Lady“, deren Zeichnerin Abigail
nebst Modell zufällig im selben Haus wohnt. Als Abigail den Job
verliert, weil ihr Verleger mehr Blut in den Comics sehen will,
kann Rick ihren Job ergattern. Für die Künstlerin selbst
interessiert er sich aber auch. Seine Ideen klaut Rick von den
irren Alpträumen seines nerdigen Mitbewohners. Das geht so lange
gut, bis Eugene eine geheime Raketenformel träumt, die Rick
ahnungslos in seinen Comics veröffentlicht. Die Geheimdienste
beginnen ihnen nachzustellen – die inländischen und die
feindlichen.
 
Der vom Trickfilm kommende Regisseur Frank Tashlin trifft hier
erstmals mit Jerry Lewis zusammen. Inhaltlich nimmt er ein
aktuelles Phänomen auf die Schippe: die eben in den USA
einsetzende Comic-Zensur, die so lange Bestand haben sollte, bis
sich Stan Lee in seinen Marvel-Comics erfolgreich dagegen
auflehnte. Auch Shirley MacLaine und Dean Martin – später häufig
gemeinsam vor der Kamera – begegnen einander zum ersten Mal. Die
Partnerschaft von Martin & Lewis hingegen hatte bereits
begonnen, sich aufzulösen, was bei diesem künstlerischen
Höhepunkt ihrer gemeinsamen Filmarbeit zu keiner Zeit sichtbar
ist. 

Nächste Woche: "Der eiskalte Engel" und
"Der Detektiv" (1968). Zu Gast sind Andi
Latuska und Dieter Landuris vom Podcast
"Die Guten von gestern".

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