#25 - Sozialer Kitt – was hält unsere Gesellschaft zwischen Land und Stadt zusammen?
34 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Jahr
Mit seinem Buch Stadt Land Frust vermisst der Politologe
Lukas Haffert den Konflikt zwischen den angeblich
abgehängten Land und den „abgehobenen“ Metropolen. Im Podcast
diskutieren wir seine Thesen und auch durchaus kritisch, ob es
diesen „sozialen Kitt“, der in Gefahr sein soll, überhaupt gibt.
Interessanterweise ist der Eindruck eines sich vertiefenden
Grabens zwischen Land und Stadt ein Generationenphänomen.
Während jüngere Menschen (insbesondere jüngere Männer) eher dazu
tendieren, diesen Wahrzunehmen, nehmen ihn ältere Menschen nicht
so stark wahr. Das Gefühl von Zusammengehörigkeit wird dabei
meist von erfahrenen Ungleichheiten in Frage gestellt. Hier
spielen besonders ökonomische Unterschiede eine Rolle.
Klar ist: Der geografische Kontext beeinflusst uns alle,
egal ob auf dem Land oder in der Stadt lebend. Er beeinflusst
welche Themen wir für wichtig erachten und damit auch unser
Wahlverhalten.
Strukturelle und kulturelle Polarisierung
Es gibt Konfliktlinien zwischen Land und Stadt, die struktureller
und kultureller Art sind, wie Einkommen, Infrastruktur,
Wertvorstellungen oder Statusdenken. Die Betonung dieser
Konfliktlinien weist großes Mobilisierungspotenzial auf und wird
auch von Parteien und Medien genutzt. Strukturelle und kulturelle
Polarisierungen greifen ineinander und verstärken sich ggf. noch.
Dabei ist wichtig zu verstehen, dass die wachsende geografische
Polarisierung gleichermaßen von Stadt und Land ausgehe, so
Haffert. Dabei hängen Wahlentscheidungen erheblich mit der Frage
nach einer Zugehörigkeit zusammen, danach mit was, welcher Gruppe
oder auch welchem Ort man sich identifiziert. Ein geografisches
Wir vs. die Anderen kann schnell konstruiert und zur politischen
Mobilisierung genutzt werden. Heimatgefühle und -verbundenheit
werden zur Mobilisierung von Wähler:innen genutzt.
Poltische Repräsentanz
Im Podcast haben wir auch viel über die politische Repräsentanz
gesprochen. Was ist die tatsächliche, was die gefühlte
Repräsentanz? Wird die politische Selbstwirksamkeit je nach
geografischer Zugehörigkeit unterschiedlich wahrgenommen? Welche
Rolle spielt der Metropolenfokus im Journalismus, was macht das
Sterben der Lokalzeitungen mit dem empfundenen Debattenraum? Wo
sind die Orte der Verständigung? – Freut euch auf eine spannende
Podcastfolge!
Übrigens:
Die zitierte Studie des Kieler Institut für Weltwirtschaft
wird hier kurz dargestellt:
https://www.andreas-hermes-akademie.de/artikel/schon-gewusst-dass-11/
Lukas Haffert präsentierte seine Thesen auch im Rahmen
unserer Veranstaltung „Sozialer Kitt – was hält unsere
Gesellschaft zwischen Land und Stadt zusammen?“ am 25 Juni 2024
in der Landesvertretung Brandenburg. Eine Zusammenfassung ist
hier zu finden:
https://www.andreas-hermes-akademie.de/artikel/sozialer-kitt-was-haelt-uns-als-gesellschaft-zwischen-land-und-stadt-zusammen-2/
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