LandAussichten

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#45 – Ländliche Resilienz: Zwischen Buzzword und Erfolgsrezept
10.03.2026
39 Minuten
In den letzten Jahren ist an einem Begriff kein Vorbeikommen: Resilienz. Sie begegnet uns in Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Coaching – und zunehmend auch in der Regionalentwicklung. Denn gerade in ländlichen Räumen häufen sich Transformationsprozesse wie demografischer Wandel und Energiewende. Daher stellt sich die Frage: Warum blühen manche Dörfer trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf, während anderer stagnieren – und wie können Dörfer unter Druck nicht nur bestehen, sondern auch gedeihen? Unsere neue Folge sucht rund um die Frage der Resilienz nach Antworten, zeigt ihre strategische Bedeutung für Regionen und räumt zugleich mit Buzzword-Mythen auf.


Zu Gast ist Dr. Alistair Adam Hernández, wissenschaftlicher Mitarbeiter am VISTRA-Institut der Universität Vechta und im Interreg-Projekts SIRR – Sustainable, Innovative and Resilient Rural Areas. Aufgewachsen im grünen Norden Teneriffas, arbeitet Alistair seit mehreren Jahren an der Schnittstelle von Land- und Regionalentwicklung – als Aktionsforscher, Berater und Lehrtrainer. Seine Promotion widmete er der Resilienz ländlicher Räume in Spanien, England und Deutschland.


Im Gespräch beleuchten wir, warum manche Dörfer trotz widriger Umstände vorankommen, während andere stagnieren. Alistair erklärt, welche Rolle Selbstorganisationsfähigkeit spielt und wie regionale Geschichte Resilienz stärkt – illustriert mit Beispielen aus Spanien und England. Wir diskutieren, warum Resilienz als Buzzword so populär ist, wie man sie trotzdem praktisch greifbar macht, welche Arten von Resilienz es gibt und was Dörfer auf Stelzen damit zu tun haben. Außerdem geht es um die Schnittstelle von Aktionsforschung und Resilienz: Wissen teilen, Impulse setzen und gemeinsam lernen, statt nur zu analysieren!


Weiterführende Links:


Alistairs Promotionsschrift „Das resiliente Dorf“ ist über den oekom-Verlag erhältlich:  https://www.oekom.de/buch/das-resiliente-dorf-9783962383084 Mehr zum von erwähnten schwedischen Symbiosenetzwerk in Sotenäs lest ihr unter: https://symbioscentrum.se/symbiosisdevelopment.4.63823e331859e02e4ce1b618.html Mehr zum Hintergrund der Community Land Trusts erfahrt ihr auf Alistairs Blog unter: https://ruralvision.eu/die-zuegel-unserer-entwicklung-in-der-hand-haben-die-community-development-trusts-teil-1/
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#44 - Empowerment-Chöre auf dem Land
10.02.2026
31 Minuten
In dieser Folge treffen wir Bernadette LaHengst, Musikerin und Theatermacherin, die sich in ihren Werken gegen soziale Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit einsetzt sowie für den Klimaschutz engagiert.


Im Podcast sprechen wir über ihren Einsatz als „bedingungslose Chorleiterin”, darüber, was für sie Heimat bedeutet, und über die Sehnsucht nach dem Weggehen und Ankommen.


Als Chorleiterin ist Bernadette LaHengst auch in ländlichen Räumen unterwegs, zum Beipsiel in Wittenburg. Hier war sie gemeinsam mit dem Stadtplaner Ton Matton unterwegs und hat Aktionen gegen Leerstand und Landflucht durchgeführt, die zu einem gestärkten Selbstbewusstsein der Menschen vor Ort geführt haben. So wurden leerstehende Häuser bestrickt und ein Beschwerdechor gegründet.


Die verschiedenen Chöre, die Bernadette in allen Landesteilen gegründet hat, dienen aber nicht nur dem Beschweren, sondern auch der Visionsentwicklung und tragen dazu bei, die Situation vor Ort mit Humor zu betrachten. Wichtiger noch: Diese Chöre tragen zum Zusammenhalt der Gesellschaft vor Ort bei, denn die Menschen reden und singen wieder miteinander und lernen, auch mit Widersprüchen und anderen Meinungen umzugehen.


Songs, über die wir gesprochen haben:


„Gib mir meine Zukunft zurück“ von Bernadette LaHengst https://www.youtube.com/watch?v=RpoO_7ncnvM „Das Dorf am Ende der Welt von Michael Girke/Jetzt! von unserem Label „Fast Weltweit“ aus Ostwestfalen aus dem Jahr 1988. https://www.youtube.com/watch?v=5Q3pdLvQfBA&list=RD5Q3pdLvQfBA&start_radio=1 


Chorprojekte in ländlichen Regionen von Bernadette La Hengst:


(Wittenburg) Die Große Straße führt hier raus (2012) https://www.youtube.com/watch?v=k68g4N5cJhE&list=RDk68g4N5cJhE&start_radio=1 Salzkammergut Hymne: Über Berge blicken lernen (2024) https://www.youtube.com/watch?v=if9Q7Y0nD7E&list=RDif9Q7Y0nD7E&start_radio=1 Tribsees, ich kann deine Zukunft sehen (2020/21) https://www.youtube.com/watch?v=dNhfmI9PbRA&list=RDdNhfmI9PbRA&start_radio=1 Gottsbüren, eine Vision (2015) https://www.youtube.com/watch?v=WT3OgcZnIDU&list=RDWT3OgcZnIDU&start_radio=1 Saarpfalz: Vereint Euch! (2018) https://www.youtube.com/watch?v=NTnkQRjpCmo&list=RDNTnkQRjpCmo&start_radio=1 Weißwasser: Bela Woda gib mir Magie (2019) https://www.youtube.com/watch?v=-dJblSKxJP0&list=RD-dJblSKxJP0&start_radio=1
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#43 - Coworking auf dem Land: Wohin geht die Reise?
13.01.2026
41 Minuten
Noch vor 10 Jahren war das Konzept eher typisch für urbane Szenekieze wie Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Mittlerweile finden sich in vielen Landgemeinden und Kleinstädten in Bahnhöfen, Schulen oder anderen umgenutzten Gebäuden CoWorking Spaces. Hier wird gemeinschaftlich und flexibel gearbeitet, sich ausgetauscht und neue Orte der Begegnung geschaffen.


Einer, der an der Verbreitung von CoWorking Spaces auf dem Land nicht ganz unschuldig ist, ist Tobias Kremkau. Er ist unser Gast in der neuen Folge LandAussichten und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen New Work und CoWorking im Kontext ländlicher Räume. Als Berater für die Genossenschaft CoWorkLand unterstützt er Betreiber*innen von Coworking Spaces, schreibt Studien und begleitet Projektgruppen, die sich auf den Weg gemacht haben, neue Arbeits- und Begegnungsorten auf dem Land zu schaffen.


Im Gespräch mit Louis Schlag gibt er Einblicke aus seinem beruflichen Alltag, teilt seine Begeisterung für das Thema und macht die Herausforderungen und Chancen deutlich, die mit der Schaffung und dem Betrieb von CoWorking Spaces einhergehen. Besonders geht es dabei darum, wie vielfältig ländliche CoWorking Gemeinschaften sind und welche Bedeutung CoWorking-Spaces und MehrWertOrten als Begegnungsorte und Andockorte für die regionale Entwicklung tragen. Abschließend haben wir auch über die Veränderungen des Konzepts in den letzten Jahren gesprochen und darauf geblickt, wie sich seine eigene Philosophie zum Thema verändert hat.


Weitere Informationen und weiterführende Links zur Episode findet ihr hier:


·        Mehr zur CoWorkLand eG erfahrt ihr auf ihrer Website unter: https://coworkland.de/


·        Zum Konzept der MehrWertOrte lest ihr unter: https://coworkland.de/mehrwertorte/


·        Die von Tobias angesprochene Studie zu Coworking im ländlichen Raum, inkl. Typologie, Trends und Beschreibung findet ihr unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Coworking_im_laendlichen_Raum.pdf


·        Wo die zentralen Erfolgsfaktoren der Gründung liegen, lässt sich in der Broschüre "Coworking auf dem Land – Wie es gelingt und was es dafür braucht" nachlesen: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/coworking-land-bule.html


Wir freuen uns auf eure Gedanken und Kommentare zur Episode!
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#42 – Ein Kiosk für die Gesundheit
09.12.2025
1 Minute
#42 – Ein Kiosk für die Gesundheit


In der heutigen Folge von "LandAussichten" nehmen wir euch mit zu den Gesundheitskiosken in Thüringen – Orte, an denen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum neu gedacht wird. Diese Kioske sind mehr als nur medizinische Anlaufstellen: Sie verbinden Beratung, Prävention und Telemedizin mit sozialer Vernetzung und schaffen Begegnungsräume, in denen Menschen unkompliziert Antworten auf Fragen zu Gesundheit und Alltag finden. Sie schließen Versorgungslücken, erleichtern den Zugang zu Ärzt:innen und vernetzen die Menschen vor Ort.


Unsere Gäste, Christopher Kaufmann, Bürgermeister und Initiator der Gesundheitskioske, und Kerstin Faber, Planerin und frühere Projektleiterin bei der IBA Thüringen, berichten aus erster Hand von der Entstehung, den architektonischen und sozialen Aspekten sowie der Akzeptanz der Kioske in der Bevölkerung. Diese Kioske agieren wie kleine Trabanten, die Informationen aus der Region aufnehmen und weitergeben, und sind Teil eines größeren Netzwerks, das medizinische Versorgung, Beratung und Gemeinschaft miteinander verbindet. Die Gestaltung, Sichtbarkeit und die Einbindung der Bevölkerung sind entscheidend für ihren Erfolg. Die Kioske sind dabei bewusst so angelegt, dass sie Menschen zusammenbringen, Beteiligung ermöglichen und den ländlichen Raum stärken. Statt einer Eistüte weht am Kiosk ein kleines Fähnchen mit ‚Offen‘, das den Weg weist und zum Eintreten einlädt.


Im Gespräch geht es um die Vision einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung, die weit über Medizin hinausgeht. Diese zielt darauf ab, den Alltag der Menschen insgesamt zu erleichtern und soziale Belange stärker einzubeziehen. Wir diskutieren, wie Architektur, Vernetzung und Technologie Brücken zwischen medizinischer Versorgung, Telemedizin und sozialer Teilhabe schlagen können, welche Chancen sich durch regionale Netzwerke ergeben und wie kleine Impulse in ländlichen Räumen große Wirkung entfalten. Besonders deutlich wird, dass die Umsetzung solcher Projekte Mut, Experimentierfreude und langfristiges Engagement erfordert – und dass selbst scheinbar kleine Maßnahmen, wie ein gut gestalteter, sichtbarer Kiosk, nachhaltige Veränderungen vor Ort bewirken können.


Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie Gesundheitskioske die Gesundheitsversorgung in Thüringen neu denken und ländliche Räume stärken, hört rein!


Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:


Die Website der Projektinitiatorin – Stiftung Landleben / Gesundheitskioske: http://www.stiftung-landleben.de/unsere-partner/gesundheitskioske.html Die Projektübersicht der IBA Thüringen / Region Seltenrain zum Thema Gesundheitskioske: https://iba-thueringen.de/projekte/region-seltenrain-gesundheitskioske Ein Fachbeitrag im Onlinemagazin Baunetzwissen zum Thema Gesundheitskioske: https://www.baunetzwissen.de/sonnenschutz/objekte/sonderbauten/gesundheitskioske-in-thueringen-8186002
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#41 - Wissenschaftskommunikation und Ländliche Räume? Heimspiel Wissenschaft!
11.11.2025
40 Minuten
Im Rahmen unserer Rural Science Slams bringt die Andreas Hermes Akademie aktuelle Forschung zu ländlichen Räumen in die Hauptstadt. Aber wer bringt eigentlich Wissenschaft, Kommunikationsformate, Inhalte und Ideen aus der Forschung aufs Land, wo doch die meisten Forschungseinrichtungen in Städten angesiedelt sind?


In dieser Episode unseres Podcasts "Landaussichten" diskutieren Louis Schlag und Philipp Schrögel über die Herausforderungen und Chancen der Wissenschaftskommunikation in ländlichen Räumen. Sie beleuchten das Projekt "Heimspiel Wissenschaft", das darauf abzielt, Wissenschaftsinhalte auch für die Bevölkerung in ländlichen Regionen zugänglich zu machen. Hierbei nutzt das Projekt persönliche Verbindungen, in dem es Forschende, die aus ländlichen Regionen stammen, für einen Vortrag in die heimische Kneipe, Vereinsheim oder Feuerwehrhaus zurückbringt. 


Im Gespräch teilt Philipp Schrögel Anekdoten und Highlights aus den „Heimspielen“ und betont die Bedeutung des lokalen Bezugs und persönlichen Kontakts für den Erfolg solcher Formate. Dabei geht es um das Ernstnehmen kultureller Barrieren zwischen Stadt und Land, warum eine Moderation und ein Rahmen entscheidend sind und wie das Projekt und der Ansatz auch die Bildungsmobilität in Deutschland stärken kann. 


Heimspiel Wissenschaft war ein gemeinsames Projekt der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der con gressa GmbH und dem #Wisskomm Lab am Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien (CAPAS) der Universität Heidelberg. Gefördert wurde es ursprünglich durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Mittlerweile wird der Ansatz von einzelnen Hochschulen weitergeführt. Auch die Max Planck-Gesellschaft hat das Format aufgegriffen und organisiert Heimspiele mit Forschenden aus Max Planck-Instituten.


Aus dem Gespräch lassen sich verschiedene Kernpunkte mitnehmen:


·         Die Wissenschaft genießt in Deutschland ein moderat positives Vertrauen.


·         Die persönliche Geschichte und der Bezug der Vortragenden spielen eine wichtige Rolle für das Gelingen der Veranstaltungen.


·         Etablierten mobilen WissKommformaten wie Wanderausstellungen fehlt es häufig an persönlichen Verbindungen in die Gemeinden hinein.


·         Das Setting und die Örtlichkeit spielen eine wichtige Rolle: Bekannte Begegnungsorte wie Kneipen oder Vereinsheime schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens und erleichtern damit den Austausch.


·         Wissenschaftskommunikationsveranstaltungen in ländlichen Räumen sind oft erfolgreicher, je kleiner die Gemeinde ist.


·         Es gibt ein großes Interesse an Wissenschaft in ländlichen Regionen und vergleichbare Angebote sind in ländlichen Räumen oft begrenzt.


·         In den Veranstaltungen geht es nicht immer nur um die Inhalte, sondern auch um die Biografien und Werdegänge der Forschenden.


·         Die Herausforderungen der Wissenschaftskommunikation liegen in der Finanzierung und Zeit der Forschenden.
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Über diesen Podcast

Unsere Abteilung Entwicklung ländlicher Räume steigt jetzt auch mit der Reihe „LandAussichten“ in den AHA-Podcast ein. Wir werfen einen genauen Blick auf die vielfältigen Themen und Fragestellungen, die die ländlichen Räume in Deutschland beschäftigen. Ehrenamt, Landnutzung, Zukunftsbilder oder neue Narrative – gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den ländlichen Räumen werden diese und weitere Bereiche genauer unter die Lupe genommen. Einmal im Monat ist eine neue Folge auf allen gängigen Plattformen zu hören (z. B. Apple Podcasts, Spotify sowie auf unserem YouTube-Kanal).
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