Episoden

#44 - Empowerment-Chöre auf dem Land
10.02.2026
31 Minuten
In dieser Folge treffen wir Bernadette LaHengst, Musikerin und Theatermacherin, die sich in ihren Werken gegen soziale Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit einsetzt sowie für den Klimaschutz engagiert. Im Podcast sprechen wir über ihren Einsatz als „bedingungslose Chorleiterin”, darüber, was für sie Heimat bedeutet, und über die Sehnsucht nach dem Weggehen und Ankommen. Als Chorleiterin ist Bernadette LaHengst auch in ländlichen Räumen unterwegs, zum Beipsiel in Wittenburg. Hier war sie gemeinsam mit dem Stadtplaner Ton Matton unterwegs und hat Aktionen gegen Leerstand und Landflucht durchgeführt, die zu einem gestärkten Selbstbewusstsein der Menschen vor Ort geführt haben. So wurden leerstehende Häuser bestrickt und ein Beschwerdechor gegründet. Die verschiedenen Chöre, die Bernadette in allen Landesteilen gegründet hat, dienen aber nicht nur dem Beschweren, sondern auch der Visionsentwicklung und tragen dazu bei, die Situation vor Ort mit Humor zu betrachten. Wichtiger noch: Diese Chöre tragen zum Zusammenhalt der Gesellschaft vor Ort bei, denn die Menschen reden und singen wieder miteinander und lernen, auch mit Widersprüchen und anderen Meinungen umzugehen. Songs, über die wir gesprochen haben: „Gib mir meine Zukunft zurück“ von Bernadette LaHengst https://www.youtube.com/watch?v=RpoO_7ncnvM „Das Dorf am Ende der Welt von Michael Girke/Jetzt! von unserem Label „Fast Weltweit“ aus Ostwestfalen aus dem Jahr 1988. https://www.youtube.com/watch?v=5Q3pdLvQfBA&list=RD5Q3pdLvQfBA&start_radio=1  Chorprojekte in ländlichen Regionen von Bernadette La Hengst: (Wittenburg) Die Große Straße führt hier raus (2012) https://www.youtube.com/watch?v=k68g4N5cJhE&list=RDk68g4N5cJhE&start_radio=1 Salzkammergut Hymne: Über Berge blicken lernen (2024) https://www.youtube.com/watch?v=if9Q7Y0nD7E&list=RDif9Q7Y0nD7E&start_radio=1 Tribsees, ich kann deine Zukunft sehen (2020/21) https://www.youtube.com/watch?v=dNhfmI9PbRA&list=RDdNhfmI9PbRA&start_radio=1 Gottsbüren, eine Vision (2015) https://www.youtube.com/watch?v=WT3OgcZnIDU&list=RDWT3OgcZnIDU&start_radio=1 Saarpfalz: Vereint Euch! (2018) https://www.youtube.com/watch?v=NTnkQRjpCmo&list=RDNTnkQRjpCmo&start_radio=1 Weißwasser: Bela Woda gib mir Magie (2019) https://www.youtube.com/watch?v=-dJblSKxJP0&list=RD-dJblSKxJP0&start_radio=1
Mehr
#43 - Coworking auf dem Land: Wohin geht die Reise?
13.01.2026
41 Minuten
Noch vor 10 Jahren war das Konzept eher typisch für urbane Szenekieze wie Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Mittlerweile finden sich in vielen Landgemeinden und Kleinstädten in Bahnhöfen, Schulen oder anderen umgenutzten Gebäuden CoWorking Spaces. Hier wird gemeinschaftlich und flexibel gearbeitet, sich ausgetauscht und neue Orte der Begegnung geschaffen. Einer, der an der Verbreitung von CoWorking Spaces auf dem Land nicht ganz unschuldig ist, ist Tobias Kremkau. Er ist unser Gast in der neuen Folge LandAussichten und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen New Work und CoWorking im Kontext ländlicher Räume. Als Berater für die Genossenschaft CoWorkLand unterstützt er Betreiber*innen von Coworking Spaces, schreibt Studien und begleitet Projektgruppen, die sich auf den Weg gemacht haben, neue Arbeits- und Begegnungsorten auf dem Land zu schaffen. Im Gespräch mit Louis Schlag gibt er Einblicke aus seinem beruflichen Alltag, teilt seine Begeisterung für das Thema und macht die Herausforderungen und Chancen deutlich, die mit der Schaffung und dem Betrieb von CoWorking Spaces einhergehen. Besonders geht es dabei darum, wie vielfältig ländliche CoWorking Gemeinschaften sind und welche Bedeutung CoWorking-Spaces und MehrWertOrten als Begegnungsorte und Andockorte für die regionale Entwicklung tragen. Abschließend haben wir auch über die Veränderungen des Konzepts in den letzten Jahren gesprochen und darauf geblickt, wie sich seine eigene Philosophie zum Thema verändert hat. Weitere Informationen und weiterführende Links zur Episode findet ihr hier: ·        Mehr zur CoWorkLand eG erfahrt ihr auf ihrer Website unter: https://coworkland.de/ ·        Zum Konzept der MehrWertOrte lest ihr unter: https://coworkland.de/mehrwertorte/ ·        Die von Tobias angesprochene Studie zu Coworking im ländlichen Raum, inkl. Typologie, Trends und Beschreibung findet ihr unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Coworking_im_laendlichen_Raum.pdf ·        Wo die zentralen Erfolgsfaktoren der Gründung liegen, lässt sich in der Broschüre "Coworking auf dem Land – Wie es gelingt und was es dafür braucht" nachlesen: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/coworking-land-bule.html Wir freuen uns auf eure Gedanken und Kommentare zur Episode!
Mehr
#42 – Ein Kiosk für die Gesundheit
09.12.2025
1 Minute
#42 – Ein Kiosk für die Gesundheit In der heutigen Folge von "LandAussichten" nehmen wir euch mit zu den Gesundheitskiosken in Thüringen – Orte, an denen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum neu gedacht wird. Diese Kioske sind mehr als nur medizinische Anlaufstellen: Sie verbinden Beratung, Prävention und Telemedizin mit sozialer Vernetzung und schaffen Begegnungsräume, in denen Menschen unkompliziert Antworten auf Fragen zu Gesundheit und Alltag finden. Sie schließen Versorgungslücken, erleichtern den Zugang zu Ärzt:innen und vernetzen die Menschen vor Ort. Unsere Gäste, Christopher Kaufmann, Bürgermeister und Initiator der Gesundheitskioske, und Kerstin Faber, Planerin und frühere Projektleiterin bei der IBA Thüringen, berichten aus erster Hand von der Entstehung, den architektonischen und sozialen Aspekten sowie der Akzeptanz der Kioske in der Bevölkerung. Diese Kioske agieren wie kleine Trabanten, die Informationen aus der Region aufnehmen und weitergeben, und sind Teil eines größeren Netzwerks, das medizinische Versorgung, Beratung und Gemeinschaft miteinander verbindet. Die Gestaltung, Sichtbarkeit und die Einbindung der Bevölkerung sind entscheidend für ihren Erfolg. Die Kioske sind dabei bewusst so angelegt, dass sie Menschen zusammenbringen, Beteiligung ermöglichen und den ländlichen Raum stärken. Statt einer Eistüte weht am Kiosk ein kleines Fähnchen mit ‚Offen‘, das den Weg weist und zum Eintreten einlädt. Im Gespräch geht es um die Vision einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung, die weit über Medizin hinausgeht. Diese zielt darauf ab, den Alltag der Menschen insgesamt zu erleichtern und soziale Belange stärker einzubeziehen. Wir diskutieren, wie Architektur, Vernetzung und Technologie Brücken zwischen medizinischer Versorgung, Telemedizin und sozialer Teilhabe schlagen können, welche Chancen sich durch regionale Netzwerke ergeben und wie kleine Impulse in ländlichen Räumen große Wirkung entfalten. Besonders deutlich wird, dass die Umsetzung solcher Projekte Mut, Experimentierfreude und langfristiges Engagement erfordert – und dass selbst scheinbar kleine Maßnahmen, wie ein gut gestalteter, sichtbarer Kiosk, nachhaltige Veränderungen vor Ort bewirken können. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie Gesundheitskioske die Gesundheitsversorgung in Thüringen neu denken und ländliche Räume stärken, hört rein! Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir: Die Website der Projektinitiatorin – Stiftung Landleben / Gesundheitskioske: http://www.stiftung-landleben.de/unsere-partner/gesundheitskioske.html Die Projektübersicht der IBA Thüringen / Region Seltenrain zum Thema Gesundheitskioske: https://iba-thueringen.de/projekte/region-seltenrain-gesundheitskioske Ein Fachbeitrag im Onlinemagazin Baunetzwissen zum Thema Gesundheitskioske: https://www.baunetzwissen.de/sonnenschutz/objekte/sonderbauten/gesundheitskioske-in-thueringen-8186002
Mehr
#41 - Wissenschaftskommunikation und Ländliche Räume? Heimspiel Wissenschaft!
11.11.2025
40 Minuten
Im Rahmen unserer Rural Science Slams bringt die Andreas Hermes Akademie aktuelle Forschung zu ländlichen Räumen in die Hauptstadt. Aber wer bringt eigentlich Wissenschaft, Kommunikationsformate, Inhalte und Ideen aus der Forschung aufs Land, wo doch die meisten Forschungseinrichtungen in Städten angesiedelt sind? In dieser Episode unseres Podcasts "Landaussichten" diskutieren Louis Schlag und Philipp Schrögel über die Herausforderungen und Chancen der Wissenschaftskommunikation in ländlichen Räumen. Sie beleuchten das Projekt "Heimspiel Wissenschaft", das darauf abzielt, Wissenschaftsinhalte auch für die Bevölkerung in ländlichen Regionen zugänglich zu machen. Hierbei nutzt das Projekt persönliche Verbindungen, in dem es Forschende, die aus ländlichen Regionen stammen, für einen Vortrag in die heimische Kneipe, Vereinsheim oder Feuerwehrhaus zurückbringt.  Im Gespräch teilt Philipp Schrögel Anekdoten und Highlights aus den „Heimspielen“ und betont die Bedeutung des lokalen Bezugs und persönlichen Kontakts für den Erfolg solcher Formate. Dabei geht es um das Ernstnehmen kultureller Barrieren zwischen Stadt und Land, warum eine Moderation und ein Rahmen entscheidend sind und wie das Projekt und der Ansatz auch die Bildungsmobilität in Deutschland stärken kann.  Heimspiel Wissenschaft war ein gemeinsames Projekt der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der con gressa GmbH und dem #Wisskomm Lab am Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien (CAPAS) der Universität Heidelberg. Gefördert wurde es ursprünglich durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Mittlerweile wird der Ansatz von einzelnen Hochschulen weitergeführt. Auch die Max Planck-Gesellschaft hat das Format aufgegriffen und organisiert Heimspiele mit Forschenden aus Max Planck-Instituten. Aus dem Gespräch lassen sich verschiedene Kernpunkte mitnehmen: ·         Die Wissenschaft genießt in Deutschland ein moderat positives Vertrauen. ·         Die persönliche Geschichte und der Bezug der Vortragenden spielen eine wichtige Rolle für das Gelingen der Veranstaltungen. ·         Etablierten mobilen WissKommformaten wie Wanderausstellungen fehlt es häufig an persönlichen Verbindungen in die Gemeinden hinein. ·         Das Setting und die Örtlichkeit spielen eine wichtige Rolle: Bekannte Begegnungsorte wie Kneipen oder Vereinsheime schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens und erleichtern damit den Austausch. ·         Wissenschaftskommunikationsveranstaltungen in ländlichen Räumen sind oft erfolgreicher, je kleiner die Gemeinde ist. ·         Es gibt ein großes Interesse an Wissenschaft in ländlichen Regionen und vergleichbare Angebote sind in ländlichen Räumen oft begrenzt. ·         In den Veranstaltungen geht es nicht immer nur um die Inhalte, sondern auch um die Biografien und Werdegänge der Forschenden. ·         Die Herausforderungen der Wissenschaftskommunikation liegen in der Finanzierung und Zeit der Forschenden.
Mehr
#40 - Betriebsübergabe: Herausforderungen und Gelingensfaktoren
14.10.2025
44 Minuten
Der Demografische Wandel kickt überall. In der nahen Zukunft werden immer mehr Boomer in Rente gehen und in vielen Betrieben und Organisationen ihre Arbeitsplätze räumen. Und was kommt dann? Wer übernimmt die Jobs, die zahlreichen Ämter, die diese Generation ausgefüllt hat? Und wie kann ein guter Übergang gelingen? Für viele ist die Übergabe mit großen Herausforderungen verbunden. Wie hört man auf? Wie geht man mit den vielfältigen Emotionen, Erwartungen und Ängsten um, die an dem Thema hängen? Wie hält man Wissen in der Organisation? Und wie organisiert und plant man überhaupt den Ablauf der Übergabe? Welchem Druck ist man da ausgesetzt? Wie kommuniziert man richtig? All das sind Fragen, die wir mit unseren Gäst:innen diskutiert haben. Im Gespräch zu Gast waren Laura Jungnickel und Sophia Krebber, damals beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, die über ko-kreative und kooperative Nachfolgegestaltung im Projekt Inno4Ufo geforscht haben. Das Projekt Inno4Ufo steht für innovative Instrumente zur Unterstützung der Unternehmensfortführung in ländlichen Räumen. Gemeinsam mit Brandenburger Betrieben hat das Projekt untersucht, wie Unternehmensnachfolgen neugestaltet werden können und wie sie wirtschaftliche sowie soziale Stabilität in ländlichen Räumen sichern können. Das Projekt ist im August abgeschlossen worden, dementsprechend gab es viele Ergebnisse, die Laura und Sophia mit uns teilen können und die in ihrer Abschlusspublikation wunderbar nachzulesen sind: https://nachfolgemagazin.carrd.co/. Wir nehmen verschiedene Punkte mit: Je früher der Prozess angeschoben wird, desto besser können die Beteiligten einbezogen werden und umso mehr Kontrolle hat man auch über die Gestaltung. Vertrauen muss aufgebaut werden, lange bevor man über Nachfolge spricht. Die alleinige Verantwortung schreckt viele ab. Die Lösung können kooperative Geschäftsmodelle sein, bei denen gemeinsam mit Mitarbeitenden Nachfolgelösungen entwickelten werden, die Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen. Verantwortung kann auch auf mehreren Schultern verteilt werden. Wichtige Herangehensweisen sind dabei: Kleine Aufgabenpakete, definierte Aufgaben, Gemeinschaftsgefühl, Verlässlichkeit und dass der Dialog zwischen den Generationen gesucht wird. Insbesondere über Erwartungen sollte dabei gesprochen werden. Wichtig ist außerdem: Nur, weil etwas immer so war, muss es nicht so bleiben, sondern kann auch verändert werden. Lust mehr zum Thema Betriebsübergabe zu lernen und hands-on Tipps zu bekommen, wie man den Prozess angeht? Die AHA bietet hier verschiedene Workshops an, schaut gerne mal auf unserer Homepage vorbei!
Mehr

Über diesen Podcast

Unsere Abteilung Entwicklung ländlicher Räume steigt jetzt auch mit der Reihe „LandAussichten“ in den AHA-Podcast ein. Wir werfen einen genauen Blick auf die vielfältigen Themen und Fragestellungen, die die ländlichen Räume in Deutschland beschäftigen. Ehrenamt, Landnutzung, Zukunftsbilder oder neue Narrative – gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den ländlichen Räumen werden diese und weitere Bereiche genauer unter die Lupe genommen. Einmal im Monat ist eine neue Folge auf allen gängigen Plattformen zu hören (z. B. Apple Podcasts, Spotify sowie auf unserem YouTube-Kanal).

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15