Episoden

#42 – Ein Kiosk für die Gesundheit
09.12.2025
1 Minute
#42 – Ein Kiosk für die Gesundheit In der heutigen Folge von "LandAussichten" nehmen wir euch mit zu den Gesundheitskiosken in Thüringen – Orte, an denen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum neu gedacht wird. Diese Kioske sind mehr als nur medizinische Anlaufstellen: Sie verbinden Beratung, Prävention und Telemedizin mit sozialer Vernetzung und schaffen Begegnungsräume, in denen Menschen unkompliziert Antworten auf Fragen zu Gesundheit und Alltag finden. Sie schließen Versorgungslücken, erleichtern den Zugang zu Ärzt:innen und vernetzen die Menschen vor Ort. Unsere Gäste, Christopher Kaufmann, Bürgermeister und Initiator der Gesundheitskioske, und Kerstin Faber, Planerin und frühere Projektleiterin bei der IBA Thüringen, berichten aus erster Hand von der Entstehung, den architektonischen und sozialen Aspekten sowie der Akzeptanz der Kioske in der Bevölkerung. Diese Kioske agieren wie kleine Trabanten, die Informationen aus der Region aufnehmen und weitergeben, und sind Teil eines größeren Netzwerks, das medizinische Versorgung, Beratung und Gemeinschaft miteinander verbindet. Die Gestaltung, Sichtbarkeit und die Einbindung der Bevölkerung sind entscheidend für ihren Erfolg. Die Kioske sind dabei bewusst so angelegt, dass sie Menschen zusammenbringen, Beteiligung ermöglichen und den ländlichen Raum stärken. Statt einer Eistüte weht am Kiosk ein kleines Fähnchen mit ‚Offen‘, das den Weg weist und zum Eintreten einlädt. Im Gespräch geht es um die Vision einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung, die weit über Medizin hinausgeht. Diese zielt darauf ab, den Alltag der Menschen insgesamt zu erleichtern und soziale Belange stärker einzubeziehen. Wir diskutieren, wie Architektur, Vernetzung und Technologie Brücken zwischen medizinischer Versorgung, Telemedizin und sozialer Teilhabe schlagen können, welche Chancen sich durch regionale Netzwerke ergeben und wie kleine Impulse in ländlichen Räumen große Wirkung entfalten. Besonders deutlich wird, dass die Umsetzung solcher Projekte Mut, Experimentierfreude und langfristiges Engagement erfordert – und dass selbst scheinbar kleine Maßnahmen, wie ein gut gestalteter, sichtbarer Kiosk, nachhaltige Veränderungen vor Ort bewirken können. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie Gesundheitskioske die Gesundheitsversorgung in Thüringen neu denken und ländliche Räume stärken, hört rein! Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir: Die Website der Projektinitiatorin – Stiftung Landleben / Gesundheitskioske: http://www.stiftung-landleben.de/unsere-partner/gesundheitskioske.html Die Projektübersicht der IBA Thüringen / Region Seltenrain zum Thema Gesundheitskioske: https://iba-thueringen.de/projekte/region-seltenrain-gesundheitskioske Ein Fachbeitrag im Onlinemagazin Baunetzwissen zum Thema Gesundheitskioske: https://www.baunetzwissen.de/sonnenschutz/objekte/sonderbauten/gesundheitskioske-in-thueringen-8186002
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#41 - Wissenschaftskommunikation und Ländliche Räume? Heimspiel Wissenschaft!
11.11.2025
40 Minuten
Im Rahmen unserer Rural Science Slams bringt die Andreas Hermes Akademie aktuelle Forschung zu ländlichen Räumen in die Hauptstadt. Aber wer bringt eigentlich Wissenschaft, Kommunikationsformate, Inhalte und Ideen aus der Forschung aufs Land, wo doch die meisten Forschungseinrichtungen in Städten angesiedelt sind? In dieser Episode unseres Podcasts "Landaussichten" diskutieren Louis Schlag und Philipp Schrögel über die Herausforderungen und Chancen der Wissenschaftskommunikation in ländlichen Räumen. Sie beleuchten das Projekt "Heimspiel Wissenschaft", das darauf abzielt, Wissenschaftsinhalte auch für die Bevölkerung in ländlichen Regionen zugänglich zu machen. Hierbei nutzt das Projekt persönliche Verbindungen, in dem es Forschende, die aus ländlichen Regionen stammen, für einen Vortrag in die heimische Kneipe, Vereinsheim oder Feuerwehrhaus zurückbringt.  Im Gespräch teilt Philipp Schrögel Anekdoten und Highlights aus den „Heimspielen“ und betont die Bedeutung des lokalen Bezugs und persönlichen Kontakts für den Erfolg solcher Formate. Dabei geht es um das Ernstnehmen kultureller Barrieren zwischen Stadt und Land, warum eine Moderation und ein Rahmen entscheidend sind und wie das Projekt und der Ansatz auch die Bildungsmobilität in Deutschland stärken kann.  Heimspiel Wissenschaft war ein gemeinsames Projekt der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der con gressa GmbH und dem #Wisskomm Lab am Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien (CAPAS) der Universität Heidelberg. Gefördert wurde es ursprünglich durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Mittlerweile wird der Ansatz von einzelnen Hochschulen weitergeführt. Auch die Max Planck-Gesellschaft hat das Format aufgegriffen und organisiert Heimspiele mit Forschenden aus Max Planck-Instituten. Aus dem Gespräch lassen sich verschiedene Kernpunkte mitnehmen: ·         Die Wissenschaft genießt in Deutschland ein moderat positives Vertrauen. ·         Die persönliche Geschichte und der Bezug der Vortragenden spielen eine wichtige Rolle für das Gelingen der Veranstaltungen. ·         Etablierten mobilen WissKommformaten wie Wanderausstellungen fehlt es häufig an persönlichen Verbindungen in die Gemeinden hinein. ·         Das Setting und die Örtlichkeit spielen eine wichtige Rolle: Bekannte Begegnungsorte wie Kneipen oder Vereinsheime schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens und erleichtern damit den Austausch. ·         Wissenschaftskommunikationsveranstaltungen in ländlichen Räumen sind oft erfolgreicher, je kleiner die Gemeinde ist. ·         Es gibt ein großes Interesse an Wissenschaft in ländlichen Regionen und vergleichbare Angebote sind in ländlichen Räumen oft begrenzt. ·         In den Veranstaltungen geht es nicht immer nur um die Inhalte, sondern auch um die Biografien und Werdegänge der Forschenden. ·         Die Herausforderungen der Wissenschaftskommunikation liegen in der Finanzierung und Zeit der Forschenden.
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#40 - Betriebsübergabe: Herausforderungen und Gelingensfaktoren
14.10.2025
44 Minuten
Der Demografische Wandel kickt überall. In der nahen Zukunft werden immer mehr Boomer in Rente gehen und in vielen Betrieben und Organisationen ihre Arbeitsplätze räumen. Und was kommt dann? Wer übernimmt die Jobs, die zahlreichen Ämter, die diese Generation ausgefüllt hat? Und wie kann ein guter Übergang gelingen? Für viele ist die Übergabe mit großen Herausforderungen verbunden. Wie hört man auf? Wie geht man mit den vielfältigen Emotionen, Erwartungen und Ängsten um, die an dem Thema hängen? Wie hält man Wissen in der Organisation? Und wie organisiert und plant man überhaupt den Ablauf der Übergabe? Welchem Druck ist man da ausgesetzt? Wie kommuniziert man richtig? All das sind Fragen, die wir mit unseren Gäst:innen diskutiert haben. Im Gespräch zu Gast waren Laura Jungnickel und Sophia Krebber, damals beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, die über ko-kreative und kooperative Nachfolgegestaltung im Projekt Inno4Ufo geforscht haben. Das Projekt Inno4Ufo steht für innovative Instrumente zur Unterstützung der Unternehmensfortführung in ländlichen Räumen. Gemeinsam mit Brandenburger Betrieben hat das Projekt untersucht, wie Unternehmensnachfolgen neugestaltet werden können und wie sie wirtschaftliche sowie soziale Stabilität in ländlichen Räumen sichern können. Das Projekt ist im August abgeschlossen worden, dementsprechend gab es viele Ergebnisse, die Laura und Sophia mit uns teilen können und die in ihrer Abschlusspublikation wunderbar nachzulesen sind: https://nachfolgemagazin.carrd.co/. Wir nehmen verschiedene Punkte mit: Je früher der Prozess angeschoben wird, desto besser können die Beteiligten einbezogen werden und umso mehr Kontrolle hat man auch über die Gestaltung. Vertrauen muss aufgebaut werden, lange bevor man über Nachfolge spricht. Die alleinige Verantwortung schreckt viele ab. Die Lösung können kooperative Geschäftsmodelle sein, bei denen gemeinsam mit Mitarbeitenden Nachfolgelösungen entwickelten werden, die Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen. Verantwortung kann auch auf mehreren Schultern verteilt werden. Wichtige Herangehensweisen sind dabei: Kleine Aufgabenpakete, definierte Aufgaben, Gemeinschaftsgefühl, Verlässlichkeit und dass der Dialog zwischen den Generationen gesucht wird. Insbesondere über Erwartungen sollte dabei gesprochen werden. Wichtig ist außerdem: Nur, weil etwas immer so war, muss es nicht so bleiben, sondern kann auch verändert werden. Lust mehr zum Thema Betriebsübergabe zu lernen und hands-on Tipps zu bekommen, wie man den Prozess angeht? Die AHA bietet hier verschiedene Workshops an, schaut gerne mal auf unserer Homepage vorbei!
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#39 - Kinokultur auf dem Land: „Dorfkino einfach machbar“
09.09.2025
34 Minuten
In Landgemeinden quer durch die Republik machen Menschen ihr eigenes Kino - und das auf dem Acker, im Feuerwehrhaus oder in der Scheune. Einfach Leinwand aufhängen, Soundanlage hochfahren, Kasten Limo auf, Grill an und los geht’s. Aber wie jongliert man als Veranstalter alle rechtlichen und finanziellen Fallstricke, die an einer solchen Vorführung hängen? Genau hier kommt das Projekt „Dorfkino einfach machbar“ ins Spiel: Das Team übernimmt die Verhandlung mit den Verleihern, vernetzt und bündelt überregional verschiedene Kulturorte in Abspielringen. Hierdurch werden Kosten gemeinsam getragen, Risiken minimiert und ermöglicht, Filmprogramme selbst in entlegenen Spielstätten mit geringen Zuschauerzahlen zu zeigen. Unser heutiger Gast ist Jens-Hagen Schwadt, der derzeitige Vorsitzende des Filmklubs Güstrow. Als Koordinator des Projekts "Dorfkino einfach machbar" engagiert er sich leidenschaftlich dafür, Filmvorführungen auch in kleineren Gemeinden zu ermöglichen und aufleben zu lassen. In der aktuellen Podcastfolge blicken wir auf historische Vorläufer mobiler Kinovorstellungen auf dem Land, sprechen über den Einfluss der Covid-Pandemie auf die Arbeit des Vereins und wie sich gewerbliche und nicht-gewerbliche Kinoangebote auf dem Land gegenseitig unterstützen. Falls ihr selbst aktiv werden wollt, erfahrt ihr, welcher Film für Freiluftkinos ein absoluter Dauerbrenner ist, und warum man sich vor Streaming-Konkurrenzangeboten nicht fürchten sollte. Für Filmfans und Cineast:innen gibt Jens-Hagen Schwadt abschließend noch einige ländliche Kino-Geheimtipps in Deutschland: Schmuckstücke wie das LiLa im Lam oder das Kino 35 in Fulda, die programmatisch und baulich die ländliche Kinokultur prägen. Weiterführende Informationen findet ihr unter: ·        Das Projekt "Dorfkino einfach machbar": https://www.dorfkinoeinfach.de/ ·        Mehr zum „Landfilm“, der in der DDR Filmvorführungen in ländliche Regionen brachte: https://de.wikipedia.org/wiki/Landfilm ·        Zum Förderportal der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt: https://foerderdatenbank.d-s-e-e.de/ ·        Entdeckt Jens-Hagen Schwadts Kino-Geheimtipps: o   Lichtspielhaus Lila in Lam: https://www.lichtspielhauslam.de/ o   Kino35 in Fulda: https://www.kino35.de/ o   Kino im Kulturgasthof „Alte Reederei“ in Fürstenberg/Havel: http://brueckenschlagfuerstenberg.de/startseite/kino/
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#38 - Rurasmus: Raus aus dem Hörsaal, rein ins Landleben
12.08.2025
1 Stunde 4 Minuten
In der heutigen Folge wird das Studierenden-Austauschprogramm Rurasmus vorgestellt, das Studierenden die Möglichkeit bietet, ein Semester lang in den ländlichen Räumen zu verbringen. Statt grauer Theorie steht hier das echte Leben auf dem Plan, und das Mitwirken an konkreten Herausforderungen vor Ort. Ob Mehrgenerationenwohnen, Ortskernentwicklung oder nachhaltiger Tourismus, viele spannende Projekte sind durch die Zusammenarbeit der Austauschstudierenden und Einheimischen vor Ort schon entstanden. Die Gäst:innen Roland Gruber, Mitgründer des Forschungsinstituts Rurasmus, und Charlotte vom Kolke, aktuelle Teilnehmerin im Rurasmus-Programm teilen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse rund um die ländliche Entwicklung und Beteiligungsmöglichkeiten. Wir diskutieren, wie Studierende aktiv zur Lösung von Herausforderungen in Gemeinden beitragen können und welche Chancen sich für sie in ländlichen Regionen bieten. Im Gespräch geht es dabei um vielzählige Themen: dem Brückenschlag zwischen Stadt und Land, aber auch zwischen Wissenschaft und Praxis, sowie der Frage was überhaupt ein gutes Leben und Wohnen auf dem Land ausmacht. Die persönliche Entwicklung der Studierenden ist dabei genauso wichtig, wie sich auf die Menschen vor Ort einzulassen und selbst von der Macher:innen-Mentalität, die dem Land zugeschrieben wird, zu profitieren. Denn direkt vom Auslandssemester in Marseille landet Charlotte vom Kolke in Michalenbach in Oberösterreich und ist begeistert: „Ich lebe in einem Dorf, wo es einfach viele Macher:innen gibt, oder ganz generell sind Menschen am Land gerne aktiv und das gefällt mir sehr gut, damit kann ich mich absolut identifizieren.“ Sie forscht dort zur Ortsentwicklung und möchte u.a. einen Baukasten für Bürgerbeteiligung in der Bauleitplanung entwickeln. Besonders aufgefallen ist ihr, wie herzlich sie vor Ort aufgenommen wurde, aber auch wie viel mehr Planung es braucht, um sich in den ländlichen Räumen zu bewegen, wenn der Bus nur zweimal am Tag fährt. Auch Roland Gruber, der selbst in den ländlichen Räumen lebt und zudem Vize-Bürgermeister von Moosburg ist, weiß, dass schon kleine Impulse vor Ort viel bewirken können. Er sieht die europäische Initiative Rurasmus als Möglichkeit, Antworten zu geben für konkrete Fragestellungen, die die Gemeinden umtreiben und oft nicht zu lösen wissen. Überraschend war für ihn, dass Persönlichkeitsentwicklung für Studierende als zentrales Thema auf den Plan trat. Und wenn er sich noch etwas wünschen würde, dann das Programm ähnlich wie das Studierenden-Austauschprogramm Erasmus auf ganz Europa auszuweiten. Das wären dann potenziell 140.000 Kommunen. Und: „Wenn alle 140.000 europäischen Kommunen parallel jedes Semester junge Menschen in ihren Orten haben und mutige Zukunftsideen kreieren, dann schaffen wir einen richtig starken Entwicklungs-Schub für unsere ländlichen Räume.“ Wenn ihr mehr erfahren möchte, wie Rurasmus die Wahrnehmung des ländlichen Lebens verändert und eine neue Generation von Veränderer:innen fördert, schaltet ein! Für vertiefende Infos zum Programm und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:      Die Website des Studierenden-Austauschprogramms Rurasmus: https://www.rurasmus. Das Zukunftsbild Michaelnbach 2035: https://www.michaelnbach.at/Zukunftsbild_Michaelnbach_2035_ Den Publikationsbeitrag der Wüstenrotstiftung zu Leben vor der Stadt. Einfamilienhäuser als Möglichkeitsräume (Download) – Wüstenrot Stiftung
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Über diesen Podcast

Unsere Abteilung Entwicklung ländlicher Räume steigt jetzt auch mit der Reihe „LandAussichten“ in den AHA-Podcast ein. Wir werfen einen genauen Blick auf die vielfältigen Themen und Fragestellungen, die die ländlichen Räume in Deutschland beschäftigen. Ehrenamt, Landnutzung, Zukunftsbilder oder neue Narrative – gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den ländlichen Räumen werden diese und weitere Bereiche genauer unter die Lupe genommen. Einmal im Monat ist eine neue Folge auf allen gängigen Plattformen zu hören (z. B. Apple Podcasts, Spotify sowie auf unserem YouTube-Kanal).

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