#26 - Geschlechtersensible Raumplanung mit Dr.in Melanie Rühmling und Jutta Kuhles
46 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Jahr
Frauen stellen sich in Hinblick auf ihre Wohnortswahl im
Vergleich zu Männern andere oder zusätzliche Fragen. Diese
reichen von „Wo fühle ich mich als Frau wohl und sicher?“ über
„Wo gibt es für mich interessante Arbeits-, Ausbildungs- und
Freizeitangebote?“ bis zu „Wo fühle ich mich als Frau gesehen und
gehört?“. In den 2000er- und 2010er-Jahren hat dies zu einem
signifikanten Männerüberschuss in den jüngeren Generationen in
den Ländlichen Räumen, insbesondere Ostdeutschlands, geführt
(https://www.bib.bund.de/Publikation/2012/Wenige-junge-Frauen-im-laendlichen-Raum-Ursachen-und-Folgen-der-selektiven-Abwanderung-in-Ostdeutschland.html?nn=1219558).
In unserer aktuellen Folge LandAussichten sprachen wir mit
Jutta Kuhles, Präsidentin des Rheinischen
LandFrauenverbandes sowie dlv-Präsidiumsmitglied
(https://www.rheinische-landfrauen.de/unser-landesverband/unser-praesidium),
und Dr. Melanie Rühmling, Soziologin am Rostocker
Institut für Sozialforschung und gesellschaftliche Praxis e.V.
(https://rostocker-institut.org/melanie-ruehmling/), zur
geschlechtersensiblen Raumplanung in Ländlichen Räumen.
Die drei wichtigsten Ansatzpunkte der geschlechtersensiblen
Raumplanung sind laut Melanie Rühmling Erwerbsarbeit,
Mobilität und öffentliche Partizipation
(https://rostocker-institut.org/gender-planning/). Die drei
Ebenen sind eng miteinander verzahnt und bedingen einander:
Frauen können eher einer (vollen) Erwerbsarbeit nachgehen, wenn
die Mobilität in der Region gesichert ist und zu pflegende
Personen zum Beispiel mit dem ÖPNV selbstständig in das
nächstgelegene Dienstleistungszentrum gelangen. Auch das
Vorhandensein einer Breitbandanbindung ist für flexible
Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung und damit einem
geschlechtergerechten Arbeitsmodell essenziell. Dies
bestätigt auch Jutta Kuhles. Der LandFrauenverband engagiert sich
dementsprechend für eine Ausweitung des New-Work-Modells in die
Ländlichen Räume
(https://www.landfrauen.info/fileadmin/Redaktion/fileadmin/Redaktion/PDF/Publikationen/Docs/Positionspapiere/2023_New_Work.pdf).
Die Frage nach der öffentlichen Partizipation stellt sich als
Schlüsselfunktion in der Entwicklung geschlechtergerechter
Regionen heraus: Nur wenn Frauen andere Frauen in öffentlichen
Rollen als Vorbilder sehen, werden sie selbst dazu
animiert, sich zu engagieren und für die eigenen Belange
einzusetzen. Dies erfordere ein Bewusstsein in kommunalen
Verwaltungseinrichtungen für die spezifischen Bedürfnisse von
Frauen und anderen marginalisierten Gruppen und die
Bereitwilligkeit, diese in der Planung über traditionelle
Frauenthemen wie Spielplätze und Kita- Versorgung hinaus mit
einzubeziehen. Als Modellbeispiel hat Jutta Kuhles dafür das
„Aktionsprogramm Kommune - Frauen in die Politik!“
(https://www.frauen-in-die-politik.com/programm)
mitgebracht, das zum Beispiel ein Mentoring-Programm beinhaltet,
in dem erfahrene Frauen in der Politik mit politisch
interessierten Frauen zusammengebracht werden
(https://www.frauen-in-die-politik.com/mentoring).
Melanie Rühmling und Jutta Kuhles enden die Folge mit dem
Aufruf an alle Frauen in den Ländlichen Räumen, sich zu engagieren
und sich selbst nicht als auf dem Land „Hinterbliebene“ und
„Abgehängte“ zu sehen. „Nutzt das Potential der Vielen, schließt
euch zusammen, werdet sichtbar.“ – Jutta Kuhles.
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