#30 – Muslimisch-migrantisch auf dem Land

#30 – Muslimisch-migrantisch auf dem Land

29 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr

4,55 Millionen Deutsche sind Musliminnen und Muslime. Damit ist
der Islam die größte nicht-christliche Religionsgemeinschaft in
Deutschland, doch nur wenige von ihnen leben in den Ländlichen
Räumen
(https://www.bpb.de/themen/stadt-land/laendliche-raeume/335931/religionsgemeinschaften-in-laendlichen-raeumen/#node-content-title-5).
Du’A Zeitun ist islamische Theologin und Pädagogin an der
Katholischen Landvolkhochschule Oesede im Landkreis
Osnabrück und Expertin für Antisemitismusprävention. Sie gibt uns
einen Einblick in die Lebenssituation von Muslim:innen in den
Ländlichen Räumen und ihre Arbeit im Interkulturellen Dialog.


Im Vergleich zur Mehrheitsgesellschaft ist es für Muslim:innen –
gerade wenn sie erst kürzlich geflüchtet sind – schwieriger ihren
alltäglichen Bedürfnissen nachzugehen. Moscheen gibt es
meist nur in Mittel- oder Großstädten und dann ist es auch noch
fraglich, ob das Gebet in der bevorzugten Sprache stattfindet.
Ebenso sind orientalische oder arabische Lebensmittelläden
in Ländlichen Räumen kaum zu finden. Noch wichtiger ist aber das
Vorhandensein einer Gemeinschaft, in der sich Muslim:innen
mit ihrer Kultur, Sprache und Religion willkommen und verstanden
fühlen. Trotzdem berichtet Du’A Zeitun von Vorteilen, die die
Ländlichen Räume für migrierte Muslim:innen haben können, sodass
sie integrierter in die deutsche Gesellschaft leben können als in
Städten. So besteht die Chance in den Ländlichen Räumen die
deutsche Sprache schneller zu lernen und dadurch einfacher
Praktikums- und Arbeitsplätze zu bekommen (auch hier:
https://www.bpb.de/themen/migration-integration/kurzdossiers/migration-in-staedtischen-und-laendlichen-raeumen/308032/auf-dem-dorf-hast-du-einen-namen-in-der-stadt-eine-nummer-gefluechtete-in-laendlichen-raeumen/).


Um diesen Herausforderungen zu begegnen und schließlich die
Vorteile der Ländlichen Räume für Muslim:innen nutzbar zu machen,
hat Du’A Zeitun in ihrem Projekt den muslimischen
Jugendverein in Osnabrück MUJOS gegründet
(https://www.mujos.info/). Hier können sich muslimische
Jugendliche aus der Region vernetzen, (politische)
Bildungsseminare aber auch Gemeinschaft wahrnehmen und mit
anderen Gruppen in Dialog gehen (z.B. aktuell mit der Polizei:
https://mujbepo.de/). Außerdem finden sie dort einen sicheren Ort
zum Teilen von rassistischen Erfahrungen und können auf
Gleichgesinnte treffen. Als besonders förderlich für den Erfolg
des Projekts bezeichnet Du’A Zeitun die Vernetzung der
Religionen im Osnabrücker Land. Dass sich alle Akteure offen
und engagiert im interkulturellen Dialog zeigen und Vorurteile
abbauen wollen, sei der erste Schritt zu einer friedvollen
bunten und diversen Gesellschaft.


Hintergrund-Publikationen zur Lebenssituation von Muslim:innen
und Geflüchteten in (den Ländlichen Räumen in) Deutschland: 


Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zur Migration in
städtischen und ländlichen Räumen (2020):
https://www.bpb.de/themen/migration-integration/kurzdossiers/migration-in-staedtischen-und-laendlichen-raeumen 

Thünen-Institut zur „Integration von Geflüchteten:
Herausforderungen und Potenziale für ländliche Räume“ (2023):
https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn065548.pdf 

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur „Integration von
Geflüchteten in ländlichen Räumen“ (2020):
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Forschungsberichte/fb36-integration-laendlicher-raum.pdf?__blob=publicationFile&  

Robert Bosch Stiftung und Friedrich Ebert Stiftung zu
„Musliminnen und Muslime in Ländlichen Räumen in Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen“ (2018): 
https://www.bosch-stiftung.de/sites/default/files/publications/pdf/2018-11/Musliminnen-und-Muslime-in-l%C3%A4ndlichen-R%C3%A4umen_PDF.pdf 

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