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  4. Zwischen Anthropozän und Wirtschaftswunder: Wie wir uns die 1950er Jahre erzählen
In geistes- und sozialwissenschaftlichen Debattenbeiträgen wird
das Konzept des „Anthropozän“ seit mindestens zehn Jahren munter
gefeiert. Dabei war es ursprünglich ein geologisches Konzept.
Seine Geburtshelfer, Paul Crutzen und Will Steffen, konnten
zeigen, dass es sinnvoll sein dürfte, sich aus einer solchen
geologischen Perspektive auf ein Anthropozän-Verständnis zu
einigen, das den Beginn der „Menschenzeit“ in die 1950er Jahre
datiert. Denn ab dann beginnt die menschliche Aktivität,
planetare Prozesse auf nie dagewesene Weise aus dem Gleichgewicht
zu bringen. Doch genau dieser Zeitraum gilt geschichtskulturell
gerade nicht als Ausgangspunkt katastrophaler Verwerfungen; viel
eher verbindet man diese Zeit mit dem Wiederaufbau nach dem
Zweiten Weltkrieg, und damit setzt auch das Wirtschaftswunder
ein. Steffen nennt diese Zeit nun die „Große Beschleunigung“ –
und das ist nicht positiv gemeint.

Offenbar gibt es ganz unterschiedliche Perspektiven auf diese
Nachkriegszeit, und vielleicht lohnt es sich, sie
gegeneinanderzustellen und auf ihre Tragfähigkeit abzuklopfen.
Genau dies hat Thomas Klisch getan – und dafür auch mit Sebastian
Bartsch und Gabriele Dürbeck gesprochen. 

Literaturtipps:

Barsch, S./ Bartosch, R./ Dannecker, W.: Vom Anthropozän
erzählen – narrative Könnerschaft und Zukunftsverstehen.
Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 23 (2024),S. 78–92.

Dürbeck, Gabriele: Narrative des Anthropozän.
Systematisierung eines interdisziplinären

Diskurses. In: Kulturwissenschaftliche Zeitschrift 3 (2018), S.
1-20. URL:

https://doi.org/10.2478/kwg-2018-0001.  

Ellis, Erle: Anthropozän. Das Zeitalter des Menschen. Eine
Einführung. München 2020.

Haraway, Donna Jeanne: Anthropocene, Capitalocene,
Plantationocene, Chthulucene.

Making Kin. In: Environmental Humanities 6 (2015), S. 159-165.
URL:

https://doi.org/10.1215/22011919-3615934.  

McNeill, J. R./Peter Engelke: The Great Acceleration: An
Environmental History of the

Anthropocene since 1945. Philadelphia 2014. URL:

https://doi.org/10.4159/9780674970731.  

Nitsche, M./ Hübner, A./ Barsch, S.: Die Zeit(en) des
Anthropozäns in gesellschaftswissenschaftlichen Lehrplänen.
Potenziale und Grenzen. In: zeitschrift für didaktik der
gesellschaftswissenschaften 2 (2023), S. 45–62.

Westermann, Andrea/Höhler, Sabine: Writing History in the
Anthropocene. Scaling,

Accountability, and Accumulation. In: Geschichte und
Gesellschaft 46 (2020), S. 579-605.

URL: https://doi.org/10.13109/gege.2020.46.4.579.  

https://endlich-wachstum.de/

https://teachersforfuture.org/

https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/
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„Zwischen Anthropozän und Wirtschaftswunder: Wie wir uns die 1950er Jahre erzählen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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