Feinde der Wissenschaft in der Politik

Feinde der Wissenschaft in der Politik

vor 3 Jahren
Fake-News und falsche Zahlen: Claudia Kemfert erklärt, mit welchen Methoden Politiker die Wissenschaft in der Klimafrage angreifen und warum. Und: Droht ein Handelskrieg zwischen USA und EU bei den erneuerbaren Energien?
56 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Jahren
Die Klimakrise ist ein drängendes Problem – wie wir mit ihr
umgehen, kann die Welt für Jahrzehnte und Jahrhunderte prägen. Die
Maßnahmen gegen den Klimawandel werden maßgeblich von der Politik
geprägt. Eine schwere Aufgabe, denn die Erfordernisse des
Klimaschutzes müssen mit zahllosen anderen berechtigten Interessen
in Einklang gebracht werden. Einige Politiker und Politikerinnen
wollen da aber nicht mitgehen. Sie zweifeln lieber die
wissenschaftliche Expertise derjenigen an, die sich mit dem
Klimawandel beschäftigen. In einigen Fällen kann man von
Wissenschaftsfeindlichkeit und Fake News sprechen, findet
Klimaökonomin Claudia Kemfert. Sie hat ein Buch geschrieben über
die verpassten Chancen in der Klimapolitik und darüber, wie
einflussreiche Akteure die Wissenschaft verächtlich machen –
„Schockwellen“ heißt es. Hier im Podcast spricht Kemfert unter
anderem über Kanzler Scholz, dessen Aussagen zu russischen
Gaslieferungen nach Beginn des Ukraine-Kriegs sie „fassungslos“
gemacht hätten. Weitere Akteure: Die Ministerpräsidentin von
Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, und ihre Rolle beim Bau
der Pipeline „Nordstream 2“. Der Fall ist für Kemfert „die Spitze
eines gewaltigen Desasters der deutschen Außen- und
Energiepolitik“. Und: Der ehemaliger Bundesumweltminister Peter
Altmaier setzte laut Kemfert eine unseriöse Schock-Zahl zur
Energiewende in die Welt und bremste damit die Wende aus. Außerdem
geht es um Wissenschaftler, die Wissenschaftler bekämpfen. Die USA
wollen ein gewaltiges Subventionspaket für erneuerbare Energien
aufsetzen. 370 Milliarden Dollar schwer ist es. Das ist so wichtig,
dass Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mit seinem
französischen Amtskollegen nach Washington gereist ist, um darüber
zu sprechen. Denn: Die Subventionen erhalten vor allem
US-Unternehmen. Ausländische Firmen, also auch deutsche und
französische, bekommen so etwas nicht. Deswegen sieht man in Europa
kritisch auf das Paket und fragt sich: Droht ein Handelskrieg
zwischen EU und USA? Klar ist: Europa muss reagieren. Kemfert
erklärt, wie. Sie sieht „gigantische Investitionslücken“ beim
Klimaschutz und fordert ein europäisches Programm. Haben Sie Fragen
an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an
klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen sie an unter 0800 40 40 008.
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