Fehlende Investitionen schaden Bahn mehr als Streiks
vor 2 Jahren
Bei der Bahn wird gestreikt - schon wieder. Der Tarifkonflikt
schade der Wirtschaft und dem Vertrauen in die Bahn, sagt Ökonomin
Kemfert. Noch mehr schade der Bahn, dass die Regierung zu wenig in
die Schiene investiere.
Podcast
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Beschreibung
vor 2 Jahren
Bei der Bahn streiken die Lokführer. Eine Lösung des Tarifkonflikts
ist nicht in Sicht. Die GDL will mit der Bahn derzeit nicht
sprechen, trotz eines neuen Angebots. Die Klimaökonomin Claudia
Kemfert hat Verständnis für Streiks, sieht aber das Vorgehen der
GDL auch in Teilen kritisch. Das Ganze schade der deutschen
Wirtschaft und dem allgemeinen Vertrauen in die Bahn. Kemfert
empfiehlt der Bundesregierung, vermittelnd einzugreifen. Noch
schlimmer als die Streiks sei jedoch der aktuelle Sparzwang in
Deutschland. Im Zuge der Haushaltsprobleme seien
Investitionszusagen zurückgenommen worden. Das sei
hochproblematisch, denn das deutsche Bahnnetz befinde sich in einem
desolaten Zustand, so Kemfert. Auf diese Weise könne die Bahn nicht
attraktiver für die Menschen werden, was aus Klimaschutzgründen
aber nötig sei. Deutschland müsse in diesem Bereich mehr
investieren.
Außerdem geht es um eine Studie: Was ist besser fürs Klima – sich
ein neuproduziertes Elektroauto zu kaufen oder den alten Verbrenner
weiterzufahren, solange er noch funktioniert? Immer wieder wird
argumentiert, die Produktion von Elektrofahrzeugen verbrauche so
viel Ressourcen, dass es umweltschonender sei, weiter mit dem alten
Verbrenner zu fahren. Kemfert sagt dazu, diese Argumentation sei
nur sehr selten zutreffend.
Und wir diskutieren über das Klimageld und die Frage, warum sich
dessen Einführung in Deutschland so verzögert. Hinter der geplanten
Maßnahme steht die Idee, die Einnahmen aus der CO2-Besteuerung
nicht beim Staat zu belassen, sondern sie allen Menschen im Land
auszuzahlen - mit einer festen jährlichen Summe. Wer sehr
klimafreundlich lebt, könnte unterm Strich mehr Geld haben. Die
Planungen kommen jedoch derzeit nicht vom Fleck, obwohl die Ampel
das Vorhaben in den Koalitionsvertrag geschrieben hat. Außerdem
wird darüber diskutiert, ob alle Menschen die gleiche Summe
bekommen sollten, oder ob Menschen mit geringeren Einkommen mehr
erhalten sollten. Kemfert wäre für Letzteres. Und: Österreich ist
bei dem Thema schon weiter.
Link: Studie "Neukauf eines Elektro-Pkw oder Weiternutzung des
alten Verbrenners?"
Bei der Frage einer Hörerin geht es darum, wie klimafreundlich
vegane Wurst und veganer Käse sind, die oft in Plastik verpackt
sind.
Podcast-Tipp: Rasenball - Red Bull und der moderne Fußball
Haben Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an
klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen Sie an unter 0800 40 40 008.
ist nicht in Sicht. Die GDL will mit der Bahn derzeit nicht
sprechen, trotz eines neuen Angebots. Die Klimaökonomin Claudia
Kemfert hat Verständnis für Streiks, sieht aber das Vorgehen der
GDL auch in Teilen kritisch. Das Ganze schade der deutschen
Wirtschaft und dem allgemeinen Vertrauen in die Bahn. Kemfert
empfiehlt der Bundesregierung, vermittelnd einzugreifen. Noch
schlimmer als die Streiks sei jedoch der aktuelle Sparzwang in
Deutschland. Im Zuge der Haushaltsprobleme seien
Investitionszusagen zurückgenommen worden. Das sei
hochproblematisch, denn das deutsche Bahnnetz befinde sich in einem
desolaten Zustand, so Kemfert. Auf diese Weise könne die Bahn nicht
attraktiver für die Menschen werden, was aus Klimaschutzgründen
aber nötig sei. Deutschland müsse in diesem Bereich mehr
investieren.
Außerdem geht es um eine Studie: Was ist besser fürs Klima – sich
ein neuproduziertes Elektroauto zu kaufen oder den alten Verbrenner
weiterzufahren, solange er noch funktioniert? Immer wieder wird
argumentiert, die Produktion von Elektrofahrzeugen verbrauche so
viel Ressourcen, dass es umweltschonender sei, weiter mit dem alten
Verbrenner zu fahren. Kemfert sagt dazu, diese Argumentation sei
nur sehr selten zutreffend.
Und wir diskutieren über das Klimageld und die Frage, warum sich
dessen Einführung in Deutschland so verzögert. Hinter der geplanten
Maßnahme steht die Idee, die Einnahmen aus der CO2-Besteuerung
nicht beim Staat zu belassen, sondern sie allen Menschen im Land
auszuzahlen - mit einer festen jährlichen Summe. Wer sehr
klimafreundlich lebt, könnte unterm Strich mehr Geld haben. Die
Planungen kommen jedoch derzeit nicht vom Fleck, obwohl die Ampel
das Vorhaben in den Koalitionsvertrag geschrieben hat. Außerdem
wird darüber diskutiert, ob alle Menschen die gleiche Summe
bekommen sollten, oder ob Menschen mit geringeren Einkommen mehr
erhalten sollten. Kemfert wäre für Letzteres. Und: Österreich ist
bei dem Thema schon weiter.
Link: Studie "Neukauf eines Elektro-Pkw oder Weiternutzung des
alten Verbrenners?"
Bei der Frage einer Hörerin geht es darum, wie klimafreundlich
vegane Wurst und veganer Käse sind, die oft in Plastik verpackt
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