Klima-Kipppunkt: Atlantikströmung vor dem Kollaps

Klima-Kipppunkt: Atlantikströmung vor dem Kollaps

vor 2 Jahren
Eine Studie sorgt für Aufsehen. Demnach ist es wahrscheinlicher als bisher bekannt, dass im Zuge des Klimawandels Atlantikströmungen kollabieren. Die Folgen für das Klima könnten extrem ausfallen.
57 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Jahren
In diesem Podcast geht es um eine Studie, die sich mit möglichen
Veränderungen im Atlantik durch den Klimawandel auseinandersetzt.
Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit,
dass die bestehenden Strömungen im Atlantik zusammenbrechen, größer
ist als bisher bekannt. Die Folgen wären heftig. In Teilen Europas
könnte die Temperaturen um bis zu 30 Grad sinken. Aber wie
wahrscheinlich ist das wirklich? Wann könnte es soweit sein? Die
Klimaökonomin Claudia Kemfert erklärt zunächst die Strömungen im
Atlantik und wie sie zustande kommen. Sie sagt, wenn die Strömungen
im Atlantik wirklich zusammenbrechen würden, wären die Auswirkungen
auf Europa verheerend. Es drohe ein Temperatursturz in Teilen
Europas, ein ständiger Wechsel zwischen extremer Kälte und extremer
Hitze, extremer Dürre und extremen Niederschlägen. Die Erderwärmung
auf der Südhalbkugel könnte im Gegenzug noch verstärkt werden. Die
Studie gehe deutlich über Ergebnisse früherer Untersuchungen zu
diesem Thema hinaus. Die Untersuchung sei ernst zu nehmen, auch
wenn niemand wisse, wann die Kipppunkte genau drohten. Die
Ergebnisse seien ein Grund mehr, den Klimawandel zu bremsen.

AMOC-Studie:
https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adk1189

Außerdem ziehen wir eine Winterbilanz. Wie gut sind wir durch den
Winter gekommen, was das Heizen betrifft? Und welche Rolle haben
die neuen LNG-Terminals gespielt? Kemfert hat dazu neue Zahlen
mitgebracht vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Ihr
Fazit: Deutschland sei gut durch den Winter gekommen. Das Land
sollte den Notfallplan Gas beenden und den Bau von weiteren
LNG-Terminals stoppen.

DIW-Studie: Gasversorgung in Deutschland stabil: Ausbau von
LNG-Infrastruktur nicht notwendig

Und: Die Heizungsbranche boomt. Es wurden mehr Wärmepumpen
eingebaut, Steigerungen gab es jedoch auch bei Öl- und
Gasheizungen. Letzteres sei beunruhigend, so Kemfert. Niemand sage
den Menschen, dass solche Heizungen sie perspektivisch mehr Geld
kosteten.

Zum Abschluss geht um die Frage einer Hörerin: Wäre es
finanzierbar, den öffentlichen Nahverkehr für alle kostenlos zu
machen und wäre das nicht sinnvoll fürs Klima?

Unser Podcast-Tipp: 5 Minuten vor dem Tod - Der Kriminalpodcast
https://www.ardaudiothek.de/sendung/5-minuten-vor-dem-tod-der-kriminalpodcast-oder-true-crime/83992738/


Haben Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an
klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen Sie an unter 0800 40 40 008.
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