Lingen: Atom-Deal mit Russland?

Lingen: Atom-Deal mit Russland?

vor 2 Jahren
In Lingen in Niedersachsen steht eine Anlage, die Brennelemente für Atomkraftwerke fertigt. Der französische Eigner will sie mit russischer Hilfe ausbauen. Kritiker befürchten Spionage und Sabotage von russischer Seite.
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Beschreibung

vor 2 Jahren
Russland will in das deutsche Atomgeschäft einsteigen. Es geht um
die Brennelementfertigungsanlage im niedersächsischen Lingen. Es
ist die einzige Firma in Deutschland, die Brennelemente für
Atomkraftwerke herstellt. Sie gehört dem französischen Konzern
Framatom. Das Unternehmen will den Standort in Lingen mit Hilfe des
russischen Rosatom-Konzerns ausbauen. In Lingen sollen dann
spezielle Brennelemente hergestellt werden, die für Atomkraftwerke
russischer Bauart in mehreren osteuropäischen Ländern gebraucht
werden. Kritiker halten das für gefährlich. Sie befürchten, dass
Russland Spionage und Sabotage betreiben könnte. Ist diese
Befürchtung berechtigt? Darüber sprechen Marcus Schödel und
Klima-Ökonomin Claudia Kemfert in dieser Folge. Kemfert, die der
Atomkraft allgemein kritisch gegenübersteht, hält die Sorgen für
berechtigt. Es könne zu Manipulationen an Brennelementen kommen, zu
Zwischenfällen oder gar Unfällen in den Atomkraftwerken. Außerdem
komme Russland an sicherheitsrelevante Informationen. Im Ergebnis
empfiehlt Kemfert dem Bundesumweltministerium, den Einstieg von
Rosatom nicht zu genehmigen. Die Bundesregierung müsse die Pläne
umgehend stoppen. Es gehe auch darum, nicht die Fehler der
Vergangenheit zu wiederholen. Das würde laut Kemfert geschehen,
wenn man sich in einem sensiblen Bereich erneut von Russland
abhängig mache.

Wintersport in Zeiten des Klimawandels: Die Uni Bayreuth hat eine
Studie zur Zukunft zu Ski-Gebieten weltweit untersucht. Es geht
darum, wie viel Schnee dort künftig noch zu erwarten ist. Die
Ergebnisse sind wenig überraschend – aber folgenreich für die
Regionen, deren Wirtschaft am Wintersport hängt. Untersucht wurden
auch Gebiete in Europa, die bei deutschen Wintersportlern beliebt
sind.

Studie der Universität Bayreuth zu Skigebieten:
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0299735


Eine zweite Studie beschäftigt sich damit, unter welchen
Repressalien Menschen weltweit leiden, die sich für Klimaschutz
einsetzen. Im „Atlas Zivilgesellschaft“ schneidet Deutschland
schwächer ab als zuvor, eine laut Kemfert besorgniserregende
Entwicklung. Auch das thematisieren wir in diesem Podcast.

Atlas der Zivilgesellschaft 2024:
https://www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/Atlas_der_Zivilgesellschaft/2024/Atlas_der_Zivilgesellschaft_2024.pdf


Investigative Doku-Reihe "Kampf um Rohstoffe – Am Abgrund":
https://www.ardmediathek.de/serie/unsereerde-kampf-um-rohstoffe-am-abgrund/staffel-1/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9zZGIvc3RJZC8xNTk5/1


Programm Klimabuchmesse:
https://klimabuchmesse.de/programm-2024/

Das MDR Klima-Update:
https://www.mdr.de/wissen/klima/index.html

Und es geht um die Frage einer Hörerin: Was kann man als Einzelne
oder als Einzelner tun, um den Klimawandel zu bekämpfen?

Haben Sie Fragen an Frau Kemfert? Dann schreiben Sie uns an
klimapodcast@mdraktuell.de oder rufen Sie an unter 0800 40 40 008.
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