Beschreibung

vor 3 Jahren

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Es stellt sich die Frage: "Welchen Vorteil bringt mir ein
Chan-Meister, was kann er mir geben“?


Das zentrale Thema des Buddhismus ist
"Erleuchtung", die Lehre des Lehrers aller
Lehrer handelt vom "Erwachen". Sicherlich hat Buddha viele kluge
Dinge gesagt und getan, wirklich besonders und einzigartig machte
ihn jedoch die (Wieder-)Entdeckung der
"Erleuchtung".


Wenn wir heutzutage nach "Erleuchtung" streben, gestaltet sich
schon die Herangehensweise als sehr schwierig.
Buddhahat seine Lehre nicht schriftlich
hinterlassen, alle buddhistischen Texte wurden lange nach seinem
Tod aufgeschrieben. Im Laufe der Jahrhunderte
kamen dann verschiedene Interpretationen dazu, die Ansichten und
Gebräuche der jeweiligen Länder wurden berücksichtigt, die
Auffassungen änderten sich über die Jahrhunderte. Bedeutende
Lehrer prägten den Buddhismus durch ihre
persönlichen Ansichten, über die Jahrhunderte wurde die
Philosophie Buddhas immer mehr verändert, dabei
trat der Kern der Lehre (Erwachen) Buddhas immer
weiter in den Hintergrund.


Betrachten wir seine Hauptaussage isoliert,
könnte man zusammenfassen: "Leben ist Leiden, der Ausweg ist
"Erleuchtung", jeder Mensch kann erwachen, die
"Erleuchtung" liegt bereits in uns“!


Im modernen Leben fällt es vielen Leuten sehr schwer, dem Pfad
Buddhas zu folgen, viel hat sich geändert in der
Welt seit den Tagen des heiligen Mannes. Hektik,
Schnelllebigkeit, Technik, Zwänge, viele Dinge haben sich seither
entwickelt, nur die Probleme und Sorgen sind den Menschen
geblieben, aber eben in völlig neuer Verpackung. Der Kampf um das
Leben hat sich verändert, das Leben selbst ist über die Zeit
nahezu unverändert geblieben. Die Fragen: Liebt er mich, betrügt
sie mich, kommen wir über die Zeit, bleibe ich gesund? Diese
Themen sind die Gleichen geblieben, nur die Umgebung hat sich
total verändert.


Wer heute die Reise zum "Erwachen" beginnt hat
es nicht gerade leicht. Nur um sich durch die verschiedenen
buddhistischen Lehren zu kämpfen braucht man viel Zeit und
Geduld. Ein Chan-Meister kann anderen Menschen aber beim
"Erwachen" helfen, indem er immer wieder vom Kern der Lehre
spricht, indem er die Menschen zurück zu ihrem Selbst führt, ihr
Inneres offenlegt, ihnen nimmt, was ihnen fremd ist, was nutzlos
und leer ihr Sein verdeckt, und auch den Blick zum
eigenen "Ich" erschwert.


Ein Lehrer führt behutsam durch die buddhistische
Philosophie, er bringt die Menschen zum Nachdenken,
zeigt Lösungen auf, entwickelt die Persönlichkeit der Schüler,
verhilft ihnen zur Weisheit, zum Durchblick. Er vermittelt Liebe,
Güte und Werte, er weist den Weg, aber gehen muss man ihn selbst.


Durch einen Lehrer hat man keine wirklichen
Vorteile, er bringt uns nichts, was wir nicht selbst tun und
machen könnten. Er kann die Reise nicht für andere unternehmen,
er kann jedoch dabei helfen, vergleichbar mit einem Reiseleiter
bei einer Pauschalreise, nichts, was man nicht auch ohne ihn
könnte, er ist nicht wirklich wichtig, sein Beitrag ist gering.


Und genau deshalb ist er so wichtig!


Drei Dinge machen einen guten Meister aus: Wissen, Können
und Wollen.


Wenn wir am Ende der Reise für einen kurzen, winzigen Moment
Buddha treffen, dann benötigen wir auch ihn
nicht mehr als Reiseleiter!

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