Beschreibung
vor 13 Jahren
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, einen Beitrag zur
Charakterisierung des Immunsystems von Patienten mit Schizophrenie
zu leisten. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden unbehandelte
Patienten während der akuten Exazerbation einer Schizophrenie (n =
39) und im Verlauf (n = 25) untersucht. Als Kontrollgruppe dienten
39 freiwillige Probanden. Klinisch wurde die Psychopathologie
mittels Perceived Stress und Positiv- und Negativ-Syndrom Skala
erhoben. Parameter zu Charakterisierung des Immunsystems waren
allgemeine zelluläre Immunantwort (Lymphozyten, Aktivierte und
Naive/ Gedächtnis-T-Zellen, Monozyten), virusspezifische
Immunantwort (EBV-/ CMV-spezifische T-Zellen, anti-EBNA/ -CMV IgG),
Virusinfektion (EBV-/ CMV-DNA) und neuroendokrine Stressantwort
(Cortisol). Der subjektive Stress korrelierte mit der
Erkrankungsschwere (PSS x PANSS, r = 0.46, p = 0.02, n = 25). Eine
Erhöhung der Granulozyten, Rauchen und subjektiver Stress erklärten
die Variablilität in den Leukozyten besser als die Unterscheidung
Patient oder Kontrolle (F(4,51) = 11.2, p = 0,00001). In der
Patientengruppe waren CD4+ T-Zellen und B-Zellen proportional
erhöht (48.1 (10.0) vs. 46.5 (10.9) %, p = 0.04; resp. 13.9 (5.1)
vs. 11.8 (4.1) %, p = 0.01), zytotoxische Lymphozyten erniedrigt
(CD8+ T-Zellen: 21 (6.0) vs. 25 (6.1) %, p = 0.005; NK-Zellen: 10.2
(4.8) vs. 12.4 (7.3) %, p = 0.04); Kein Unterschied konnte bzgl.
der virusspezifischen T-Zell-Antwort und Infektionsrate von CMV und
EBV zwischen den Gruppen festgestellt werden. In der
Patientengruppe fand sich eine Assoziation zwischen
Positivsymptomatik und CD3+CD25+ T-Zellen (F(1,25) = 5.95, p =
0.005) sowie depressiver Symptomatik mit CMV-Seropositivität
(F(1,24) = 25.15, p = 0.0004). Die Ergebnisse dieser Arbeit haben
im wesentlichen drei Implikationen für die Psychoneuroimmunologie
der Schizophrenie: (1.) krankheits-assoziierter Stress trägt zu
einem proinflammatorischen zellulären Immunstatus bei, (2.) eine
weitere Charakterisierung der CD3+CD25+ T-Zellen könnte zur
Aufklärung einer autoimmunen Prädisposition bei paranoider
Schizophrenie beitragen, (3.) der Zusammenhang zwischen
Seropositivität für CMV und depressiver Symptomatik weist auf eine
depressive Untergruppe mit erhöhter Suszeptibilität und/oder
Exposition hin.
Charakterisierung des Immunsystems von Patienten mit Schizophrenie
zu leisten. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden unbehandelte
Patienten während der akuten Exazerbation einer Schizophrenie (n =
39) und im Verlauf (n = 25) untersucht. Als Kontrollgruppe dienten
39 freiwillige Probanden. Klinisch wurde die Psychopathologie
mittels Perceived Stress und Positiv- und Negativ-Syndrom Skala
erhoben. Parameter zu Charakterisierung des Immunsystems waren
allgemeine zelluläre Immunantwort (Lymphozyten, Aktivierte und
Naive/ Gedächtnis-T-Zellen, Monozyten), virusspezifische
Immunantwort (EBV-/ CMV-spezifische T-Zellen, anti-EBNA/ -CMV IgG),
Virusinfektion (EBV-/ CMV-DNA) und neuroendokrine Stressantwort
(Cortisol). Der subjektive Stress korrelierte mit der
Erkrankungsschwere (PSS x PANSS, r = 0.46, p = 0.02, n = 25). Eine
Erhöhung der Granulozyten, Rauchen und subjektiver Stress erklärten
die Variablilität in den Leukozyten besser als die Unterscheidung
Patient oder Kontrolle (F(4,51) = 11.2, p = 0,00001). In der
Patientengruppe waren CD4+ T-Zellen und B-Zellen proportional
erhöht (48.1 (10.0) vs. 46.5 (10.9) %, p = 0.04; resp. 13.9 (5.1)
vs. 11.8 (4.1) %, p = 0.01), zytotoxische Lymphozyten erniedrigt
(CD8+ T-Zellen: 21 (6.0) vs. 25 (6.1) %, p = 0.005; NK-Zellen: 10.2
(4.8) vs. 12.4 (7.3) %, p = 0.04); Kein Unterschied konnte bzgl.
der virusspezifischen T-Zell-Antwort und Infektionsrate von CMV und
EBV zwischen den Gruppen festgestellt werden. In der
Patientengruppe fand sich eine Assoziation zwischen
Positivsymptomatik und CD3+CD25+ T-Zellen (F(1,25) = 5.95, p =
0.005) sowie depressiver Symptomatik mit CMV-Seropositivität
(F(1,24) = 25.15, p = 0.0004). Die Ergebnisse dieser Arbeit haben
im wesentlichen drei Implikationen für die Psychoneuroimmunologie
der Schizophrenie: (1.) krankheits-assoziierter Stress trägt zu
einem proinflammatorischen zellulären Immunstatus bei, (2.) eine
weitere Charakterisierung der CD3+CD25+ T-Zellen könnte zur
Aufklärung einer autoimmunen Prädisposition bei paranoider
Schizophrenie beitragen, (3.) der Zusammenhang zwischen
Seropositivität für CMV und depressiver Symptomatik weist auf eine
depressive Untergruppe mit erhöhter Suszeptibilität und/oder
Exposition hin.
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