Athletiktraining, Bewegung & Nachwuchsleistungssport – Stephan Bischoff vom Olympiastützpunkt Hannover
Warum Bewegungsqualität über Leistung entscheidet –
Trainingswissenschaft am OSP Hannover
28 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 4 Jahren
Athletiktraining, Bewegung & Nachwuchsleistungssport – Stephan
Bischoff vom Olympiastützpunkt Hannover In dieser Folge des
Waterpolo Expert Talks spricht Stephan Bischoff,
Trainingswissenschaftler am Olympiastützpunkt Niedersachsen in
Hannover, über seine tägliche Arbeit mit Nationalathleten aus
unterschiedlichen Sportarten wie Wasserball, Rudern und Kanu – und
darüber, welche zentrale Rolle Athletiktraining, Bewegungsqualität
und individuelle Leistungssteuerung im modernen Hochleistungssport
spielen. Stephan erklärt zunächst die grundlegenden Unterschiede
zwischen Einzelsportarten wie Rudern und Teamsportarten wie
Wasserball. Während im Rudern klar messbare Leistungsparameter wie
Wattzahlen oder 2000-Meter-Zeiten im Vordergrund stehen,
beeinflussen im Wasserball zusätzlich Teamdynamik, Technik, Taktik
und mentale Faktoren die Leistung. Genau diese Vielschichtigkeit
mache den Reiz, aber auch die große Herausforderung im Teamsport
aus. Ein zentrales Thema der Episode ist der weitverbreitete
Irrtum, dass Athletiktraining gleich Krafttraining sei. Stephan
macht deutlich, dass Athletiktraining weit darüber hinausgeht: Es
umfasst Beweglichkeit, Koordination, Körperkontrolle, Stabilität,
Schnelligkeit und Verletzungsprävention – und beginnt bereits im
Kindesalter. Ziel ist es, saubere Bewegungsmuster zu erlernen, um
spätere Leistungsspitzen überhaupt erst gesund möglich zu machen.
Besonders kritisch beleuchtet wird die Bewegungsarmut moderner
Kinder und Jugendlicher. Durch langes Sitzen in Schule, Homeoffice,
Medienkonsum und fehlende Alltagsbewegung entstehen mittlerweile
bereits im jungen Alter massive Einschränkungen der Beweglichkeit,
insbesondere in Hüfte, Brustwirbelsäule und Schultergelenken –
alles entscheidende Bereiche für den Wasserball. Ohne diese
Grundlagen steigt das Verletzungsrisiko erheblich, und
Leistungsentwicklung wird langfristig blockiert. Auch die
Corona-Pandemie spielt eine große Rolle im Gespräch. Stephan
beschreibt, wie Schulschließungen, Homeschooling und ausfallende
Trainingsangebote die körperliche Entwicklung vieler Kinder
zusätzlich negativ beeinflusst haben. Gleichzeitig hebt er hervor,
wie wichtig der weiterhin mögliche Trainingsbetrieb am
Olympiastützpunkt für die mentale Stabilität und persönliche
Balance der Athleten war. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den
Strukturen in kleineren Vereinen, die oft nicht über das
Fachpersonal wie an einem Olympiastützpunkt verfügen. Stephan
betont, wie wichtig es ist, dass Trainer sich regelmäßig
weiterbilden – sei es in den Bereichen Athletiktraining, Ernährung,
Sportpsychologie oder Physiotherapie. Niemand könne heutzutage alle
Kompetenzfelder allein abdecken, weshalb funktionierende Netzwerke
entscheidend seien. Deutlich wird auch, dass Talent allein nicht
ausreicht. Gute athletische Voraussetzungen machen noch keinen
guten Wasserballer. Entscheidend sei die Fähigkeit, Bewegungen
differenziert zu steuern, Situationen zu erfassen und technische
Feinheiten umzusetzen – Fähigkeiten, die nur durch langfristige,
saubere Ausbildung entstehen. Abschließend geht es um die Bedeutung
von Streaming, Medien und Sichtbarkeit für den Wasserballsport.
Stephan begrüßt die wachsende mediale Präsenz, betont aber
zugleich, dass auch der persönliche Erstkontakt – etwa durch Events
im Freibad oder Schulaktionen – essenziell bleibt, um neue
Zielgruppen für den Sport zu gewinnen. Diese Episode liefert einen
tiefen Einblick in die moderne Trainingswissenschaft, zeigt die
großen Herausforderungen im Nachwuchsbereich auf und macht
deutlich, warum Bewegungsqualität die Grundlage für jede sportliche
Spitzenleistung ist. Mehr zum Podcast: https://www.schulzekopp.de ️
Abonniere den Waterpolo Expert Talk für fundierte Einblicke in
Wasserball, Trainingswissenschaft und Leistungssport.
Bischoff vom Olympiastützpunkt Hannover In dieser Folge des
Waterpolo Expert Talks spricht Stephan Bischoff,
Trainingswissenschaftler am Olympiastützpunkt Niedersachsen in
Hannover, über seine tägliche Arbeit mit Nationalathleten aus
unterschiedlichen Sportarten wie Wasserball, Rudern und Kanu – und
darüber, welche zentrale Rolle Athletiktraining, Bewegungsqualität
und individuelle Leistungssteuerung im modernen Hochleistungssport
spielen. Stephan erklärt zunächst die grundlegenden Unterschiede
zwischen Einzelsportarten wie Rudern und Teamsportarten wie
Wasserball. Während im Rudern klar messbare Leistungsparameter wie
Wattzahlen oder 2000-Meter-Zeiten im Vordergrund stehen,
beeinflussen im Wasserball zusätzlich Teamdynamik, Technik, Taktik
und mentale Faktoren die Leistung. Genau diese Vielschichtigkeit
mache den Reiz, aber auch die große Herausforderung im Teamsport
aus. Ein zentrales Thema der Episode ist der weitverbreitete
Irrtum, dass Athletiktraining gleich Krafttraining sei. Stephan
macht deutlich, dass Athletiktraining weit darüber hinausgeht: Es
umfasst Beweglichkeit, Koordination, Körperkontrolle, Stabilität,
Schnelligkeit und Verletzungsprävention – und beginnt bereits im
Kindesalter. Ziel ist es, saubere Bewegungsmuster zu erlernen, um
spätere Leistungsspitzen überhaupt erst gesund möglich zu machen.
Besonders kritisch beleuchtet wird die Bewegungsarmut moderner
Kinder und Jugendlicher. Durch langes Sitzen in Schule, Homeoffice,
Medienkonsum und fehlende Alltagsbewegung entstehen mittlerweile
bereits im jungen Alter massive Einschränkungen der Beweglichkeit,
insbesondere in Hüfte, Brustwirbelsäule und Schultergelenken –
alles entscheidende Bereiche für den Wasserball. Ohne diese
Grundlagen steigt das Verletzungsrisiko erheblich, und
Leistungsentwicklung wird langfristig blockiert. Auch die
Corona-Pandemie spielt eine große Rolle im Gespräch. Stephan
beschreibt, wie Schulschließungen, Homeschooling und ausfallende
Trainingsangebote die körperliche Entwicklung vieler Kinder
zusätzlich negativ beeinflusst haben. Gleichzeitig hebt er hervor,
wie wichtig der weiterhin mögliche Trainingsbetrieb am
Olympiastützpunkt für die mentale Stabilität und persönliche
Balance der Athleten war. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den
Strukturen in kleineren Vereinen, die oft nicht über das
Fachpersonal wie an einem Olympiastützpunkt verfügen. Stephan
betont, wie wichtig es ist, dass Trainer sich regelmäßig
weiterbilden – sei es in den Bereichen Athletiktraining, Ernährung,
Sportpsychologie oder Physiotherapie. Niemand könne heutzutage alle
Kompetenzfelder allein abdecken, weshalb funktionierende Netzwerke
entscheidend seien. Deutlich wird auch, dass Talent allein nicht
ausreicht. Gute athletische Voraussetzungen machen noch keinen
guten Wasserballer. Entscheidend sei die Fähigkeit, Bewegungen
differenziert zu steuern, Situationen zu erfassen und technische
Feinheiten umzusetzen – Fähigkeiten, die nur durch langfristige,
saubere Ausbildung entstehen. Abschließend geht es um die Bedeutung
von Streaming, Medien und Sichtbarkeit für den Wasserballsport.
Stephan begrüßt die wachsende mediale Präsenz, betont aber
zugleich, dass auch der persönliche Erstkontakt – etwa durch Events
im Freibad oder Schulaktionen – essenziell bleibt, um neue
Zielgruppen für den Sport zu gewinnen. Diese Episode liefert einen
tiefen Einblick in die moderne Trainingswissenschaft, zeigt die
großen Herausforderungen im Nachwuchsbereich auf und macht
deutlich, warum Bewegungsqualität die Grundlage für jede sportliche
Spitzenleistung ist. Mehr zum Podcast: https://www.schulzekopp.de ️
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