Die Bundesliga ist zu groß – Peter Röhle über Strukturen, Nachwuchs & die Zukunft des deutschen Wasserballs (Teil 1)

Die Bundesliga ist zu groß – Peter Röhle über Strukturen, Nachwuchs & die Zukunft des deutschen Wasserballs (Teil 1)

"Es braucht einen generellen Umbruch und mehr positiv Verrückte die sich engagieren" so Peter Röhle
33 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 4 Jahren
In dieser Episode des Waterpolo Expert Talk spricht
Wasserball-Legende Peter Röhle – mehrfacher deutscher Meister,
internationaler Titelträger und langjähriger Bundestrainer – offen
über den Zustand der deutschen Bundesliga, fehlende Strukturen,
Nachwuchsprobleme und die Frage, warum eine noch größere Liga aus
seiner Sicht absolut kontraproduktiv wäre. Röhle blickt zunächst
auf seine eigene Karriere zurück: zahlreiche deutsche
Meisterschaften, internationale Titel mit Spandau 04,
Europapokalsiege, Olympiamedaillen – und zugleich dramatische
Momente wie der Verlust von Trainer Alfred Baalen 1986. Dieser
Rückblick dient als Kontrast zu heute: einer Zeit, in der deutsche
Wasserballvereine strukturell, finanziell und personell immer
weniger mithalten können. Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die
sinkende öffentliche Wahrnehmung. Während Spandau in den 80ern ein
Berliner Aushängeschild war, sind heutige Nationalspieler kaum noch
bekannt. Durch die Medienentwicklung der letzten Jahrzehnte, die
Diversifizierung des Angebotes und die Konkurrenz anderer
Sportarten sei Wasserball vollständig in den Hintergrund geraten.
Erst in den letzten Jahren habe Streaming dem Sport wieder eine
minimale Sichtbarkeit gegeben. Röhle beschreibt detailliert, wie
schwer es Vereinen fällt, qualifizierte Trainer, Schiedsrichter,
Betreuer und engagierte Ehrenamtliche zu finden. Ohne diese
„positiv Verrückten“, wie er sie nennt, kann Wasserball langfristig
nicht bestehen. Gleichzeitig fehle es in vielen Regionen an
professionellen Trainingsstrukturen, an verlässlichen Wasserzeiten,
an Nachwuchsspielern – und damit an Grundlagen, die international
üblich sind. Besonders kritisch sieht er, dass in Deutschland zu
viele Vereine auf dem Papier „Bundesliga“ spielen wollen, ohne die
notwendigen Voraussetzungen mitzubringen. Eine Liga mit 16
Mannschaften hält Röhle für deutlich zu groß – und angesichts des
ohnehin extrem vollen internationalen Kalenders (WM, EM, Weltcup,
Champions League, nationale Wettbewerbe) auch für nicht mehr
realistisch belastbar. Stattdessen plädiert er für ein deutlich
kleineres Oberhaus mit echten Leistungszentren, während
ambitionierte Vereine in eigenen Entwicklungsrunden wachsen
könnten. Peter spricht außerdem über Traditionsvereine, die
verschwunden sind, und über neue Standorte wie Ludwigsburg oder
Potsdam, die sich entwickeln – allerdings oft mit vielen
ausländischen Spielern, was wiederum die **Förderung deutscher
Talente** erschwert. Für Röhle steht fest: Nur durch konsequente
Nachwuchsarbeit, tägliches Training und Mentoring durch erfahrene
Spieler kann Deutschland wieder Anschluss an die internationale
Spitze finden. Am Ende des ersten Teils wird klar: Peter Röhle
sieht die Zukunft des Wasserballs nicht pessimistisch – aber er
fordert Strukturmut, Ehrlichkeit in der Leistungsbewertung und eine
klare Konzentration der Ressourcen. Nur dann kann der deutsche
Wasserball wieder dorthin, wo er einmal war. Mehr zum Podcast:
https://www.schulzekopp.de ️ Für mehr Einblicke in Wasserball,
Strukturen & Leistungssport: Waterpolo Expert Talk abonnieren.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15