„Ich habe meine Depression akzeptiert und muss mich immer wieder neu drauf vorbereiten“ – Jakob Drachenberg (Teil 2)

„Ich habe meine Depression akzeptiert und muss mich immer wieder neu drauf vorbereiten“ – Jakob Drachenberg (Teil 2)

„Depression ist kein Makel“ – Jakob Drachenberg über Akzeptanz, Heilung & mentale Stärke
44 Minuten
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Beschreibung

vor 4 Jahren
Im zweiten Teil des Gesprächs mit Jakob Drachenberg spricht der
ehemalige Wasserballer, Psychologe und führende Experte für
Stresskompetenz offen über seine vier depressiven Episoden, den Weg
durch Psychotherapie und Klinikaufenthalte – und darüber, wie er
gelernt hat, die Krankheit als Teil seines Lebens zu akzeptieren,
ohne sich über sie zu definieren. Jakob beschreibt, wie schwer es
war zu begreifen, dass Depression nichts mit „Schwäche“ zu tun hat,
sondern eine klar diagnostizierbare Erkrankung, die auch
leistungsstarke Menschen trifft. Der Leistungssport mit seinen
Schwarz-Weiß-Denkmustern – Sieg oder Niederlage, Erfolg oder
Versagen – habe einige seiner destruktiven Muster verstärkt.
Gleichzeitig hat Wasserball ihm Eigenschaften geschenkt, die ihm
später halfen: Disziplin, Teamgeist, Willenskraft und die
Fähigkeit, durch schwierige Phasen zu gehen. Besonders eindrücklich
schildert er, wie Depression oft erst Jahre später entsteht und wie
wichtig es ist, Warnsignale ernst zu nehmen. Lange bevor er
professionelle Hilfe suchte, hatte sein Körper längst reagiert:
Übermüdung, innere Unruhe, Perfektionismus, Grübeln,
Antriebslosigkeit. Erst der Einbruch zwang ihn dazu, sich mit sich
selbst auseinanderzusetzen und seine Stressmuster zu verstehen.
Heute sieht Jakob seine Erkrankung wie Diabetes oder Migräne:
etwas, das regelmäßig Aufmerksamkeit und Vorbereitung braucht, aber
nicht verhindert, ein erfülltes Leben zu führen. Entscheidend sei,
Stress gesund zu managen – nicht durch Vermeidung, sondern durch
bewusste Regulation. Spannung und Entspannung seien wie zwei
Muskelgruppen: Wenn man nur „anspannt“, bricht das System
irgendwann zusammen. Er erklärt, warum mentale Gesundheit im
Leistungssport und in der Wirtschaft immer wichtiger wird und
weshalb Unternehmen inzwischen aktiv in Stressprävention
investieren. Denn Mitarbeitende, die gut mit Stress umgehen können,
sind leistungsfähiger, klarer in Entscheidungen und weniger krank.
Auch junge Generationen fordern inzwischen explizit Räume für
Reflexion, persönliche Entwicklung und mentale Gesundheit. Jakob
berichtet außerdem von der Gründung der Drachenberg Akademie,
seiner Vision, Stresskompetenz für alle zugänglich zu machen, und
der TÜV-zertifizierten Ausbildung zum Stresscoach, die Menschen
befähigt, andere professionell in mentaler Gesundheit zu begleiten.
Diese Episode ist ein ehrliches, mutiges und inspirierendes
Gespräch, das zeigt: mentale Gesundheit ist kein Tabuthema – und
die Fähigkeit, mit Stress gesund umzugehen, ist eine erlernbare
Kompetenz, die sowohl im Sport als auch im Alltag massiv
unterschätzt wird. Mehr zum Podcast: https://www.schulzekopp.de
Jakob Drachenberg: https://drachenberg.de Jakobs aktuelles Buch:
„Stresser richtig – neue Entscheidungen für mehr Leichtigkeit“

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