„Spandau, Krankheit & Neuanfang“ – Nationalspieler Ben Reibel über mentale Gesundheit & Karriereentscheidungen (Teil 2)

„Spandau, Krankheit & Neuanfang“ – Nationalspieler Ben Reibel über mentale Gesundheit & Karriereentscheidungen (Teil 2)

„Warum ich Berlin verlassen habe“ – Ben Reibel über Gesundheit, Karrierewege & Wasserballstrukturen
25 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Jahren
Im zweiten Teil des Gesprächs mit Ben Reibel, Bundesligaspieler und
ehemaliger Nationalspieler, wird es besonders persönlich. Offen,
reflektiert und ohne Beschönigung spricht Reibel über seine Zeit
bei Spandau 04, die sportlichen Höhepunkte, seine gesundheitlichen
Probleme, mentale Belastungen und den schwierigen, aber notwendigen
Schritt, seine Karriere neu auszurichten. Ben erzählt, wie er kurz
nach seinem Wechsel von Uerdingen nach Berlin an einer
rheumatischen Erkrankung litt, die zunächst niemand richtig
einordnen konnte. Monate voller Schmerzen, Fehldiagnosen und
Unsicherheit folgten, bis schließlich ein Rheumatologe die Ursache
fand. Die notwendige medikamentöse Behandlung erwies sich mitten in
der Corona-Pandemie als Herausforderung – besonders, weil die
Medikamente das Immunsystem schwächen. Reibel beschreibt sehr
eindrücklich, wie langwierig und belastend diese Phase war, und wie
glücklich er ist, heute wieder beschwerdefrei spielen zu können.
Neben der körperlichen Komponente spricht Ben auch über seine
mentale Gesundheit. Er erzählt, wie ihn die Zeit in Berlin – hoher
Leistungsdruck, neues Umfeld, große Verantwortung und Entfernung
von seinem Zuhause – zunehmend belastete. Nach der
Olympia-Qualifikation 2021 wurde ihm klar, dass er Veränderungen
brauchte. Corona gab ihm die ungeplante Zeit, über sein Leben,
seine Prioritäten und seine Zukunft nachzudenken. Die Erkenntnis
war klar: Spandau war sportlich wertvoll, aber persönlich der
falsche Ort für ihn. Besonders berührend ist seine Offenheit über
den Zusammenhang zwischen mentalen Belastungen und körperlichen
Erkrankungen. Es sei gut möglich, dass Stress und Überforderung
seine rheumatische Erkrankung mitausgelöst oder verstärkt haben.
Erst durch den Schritt zurück nach Nordrhein-Westfalen und in sein
gewohntes Umfeld fühlte er sich wieder stabil – mental wie
körperlich. Gleichzeitig blickt Ben dankbar auf das zurück, was ihm
Spandau gegeben hat: internationale Erfahrungen, Champions
League-Spiele, den Gewinn der Deutschen Meisterschaft und ein
Umfeld, das ihn sportlich enorm weiterentwickelt hat. Besonders
prägend waren Persönlichkeiten wie Tibi Negri, der für Ben bis
heute Mentor und Freund ist. In der Analyse der
Bundesliga-Strukturen betont Ben, dass das derzeitige System mit A-
und B-Gruppe weder attraktiv noch sinnvoll ist. Es brauche eine
kleinere, klare 1. Liga und stabile Rahmenbedingungen – ähnlich wie
in anderen europäischen Ligen. Nur so könne deutscher Wasserball
über die nächsten Jahre wettbewerbsfähig bleiben. Einfache,
transparente Systeme würden auch Spieler, Eltern, Vereine und Fans
besser abholen. Am Ende der Episode wird deutlich, wie viel Mut es
braucht, gesundheitliche Probleme einzugestehen und konsequent
Entscheidungen zu treffen, die der eigenen Stabilität dienen. Die
Rückkehr in die Heimat, der Fokus auf Studium und ein behutsames
Weiterführen der sportlichen Karriere waren für Ben Schritte in die
richtige Richtung. Diese Episode zeigt Wasserball aus einer
Perspektive, die oft zu kurz kommt: ehrlich, menschlich,
verletzlich und gleichzeitig voller Stärke. Mehr zum Podcast:
https://www.schulzekopp.de Für tiefe Einblicke in Bundesliga,
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