„Mein WM-Highlight in Gwangju“ – Dennis Eidner über Deutschland, Nachwuchs & Veränderungen im Wasserball (Teil 2)

„Mein WM-Highlight in Gwangju“ – Dennis Eidner über Deutschland, Nachwuchs & Veränderungen im Wasserball (Teil 2)

„Wasserballkarriere, Nationalteam & Rückblick“ – Dennis Eidner über Gwangju, Olympiaqualifikation & strukturelle Probleme
38 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Jahren
In dieser Episode des Waterpolo Expert Talks spricht Dennis Eidner,
ehemaliger National- und Bundesligaspieler, ehrlich und reflektiert
über seine Jahre im Nationalteam, prägende internationale Turniere
und die strukturellen Herausforderungen des deutschen Wasserballs.
Besonders intensiv blickt er auf die WM 2019 in Gwangju, die er als
persönliches sportliches Highlight beschreibt. Dennis erzählt
zunächst von der Frage, ob ein Wechsel ins Ausland während seiner
Karriere jemals eine Option war. Für ihn war klar:
Auslandsstationen hätten sportlich reizvoll sein können, doch
berufliche Ausbildung, Zukunftssicherheit und ein langfristiger
Lebensplan standen im Vordergrund. Gleichzeitig spricht er über die
Bedeutung von Strukturen, die jungen Spielern früh Wege eröffnen
müssen – etwas, das in Deutschland noch immer schwierig ist. Ein
zentrales Thema ist die Rolle des ASC Duisburg, für den Dennis
heute spielt und in dessen Umfeld er sich heimisch fühlt. Während
Spandau in seinen früheren Jahren sein sportliches Zuhause war, ist
Duisburg heute sein Lebensmittelpunkt. Der Wechsel weg von Berlin,
hin zu einem Umfeld, das privat wie sportlich stabiler war, war
entscheidend für seine persönliche Entwicklung. Besonders bewegend
ist der Abschnitt über seine größten internationalen Momente. Drei
Turniere stehen dabei im Mittelpunkt: seine erste WM 2011 in
Shanghai, die Heim-WM 2018 in Berlin – und vor allem die WM 2019 in
Gwangju, die er als sein bestes Turnier bezeichnet. Dort erlebte
das deutsche Team eine Phase, in der Leistung, Zusammenspiel und
Teamgeist auf beeindruckende Weise zusammenpassten. Dennis spricht
offen über die Olympiaqualifikation 2021, die während der
Coronapandemie stattfand und viele Unwägbarkeiten mit sich brachte:
verschobene Termine, unterbrochene Trainingsrhythmen und das
Gefühl, trotz guter Vorbereitung an äußeren Umständen zu scheitern.
Gleichzeitig betont er, dass Deutschland weiter junge Talente hat –
aber die Erfahrung auf Schlüsselpositionen fehlt, um den nächsten
Schritt zu gehen. Ausführlich diskutiert er die aktuellen
Herausforderungen des deutschen Nationalteams: fehlende
Kontinuität, zu wenig internationale Spielpraxis, unterschiedliche
Trainingsniveaus in den Vereinen und das Fehlen eines einheitlichen
Ausbildungskonzepts. Mit dem neuen Bundestrainer Petar Porobić
sieht er klare Fortschritte, aber auch viel Arbeit, um den „roten
Faden“ vom Nachwuchs bis zur A-Nationalmannschaft umzusetzen. Das
Gespräch beleuchtet außerdem die Bedeutung von Trainerfortbildung,
Wasserballcamps, Konzeptarbeit und Vereinstransparenz, um die
Ausbildung in Deutschland zu verbessern. Dennis fordert, dass nicht
nur Spieler, sondern auch Trainer stärker geschult werden – und
dass Konzepte des Bundestrainers in allen Regionen implementiert
werden müssen. Zum Abschluss wird es noch einmal emotional, wenn
Dennis über Freundschaften spricht, die über Jahre entstanden sind
– über Teamkameraden, Hochzeiten, gemeinsame Erinnerungen und die
Tatsache, dass Wasserball Menschen verbindet wie kaum ein anderer
Sport. Gleichzeitig richtet er den Blick nach vorn: auf das Final
Four, die Zukunft der Bundesliga, die Rolle der Medien und die
dringend notwendige Professionalisierung der Übertragungen. Diese
Episode ist ein ehrlicher, tiefgründiger und zugleich motivierender
Blick auf das Leben eines Nationalspielers – geprägt von
Leidenschaft, Rückschlägen, Highlights und dem Wunsch, Wasserball
in Deutschland voranzubringen. Mehr zum Podcast:
https://www.schulzekopp.de Ein Muss für alle, die die Entwicklung
des deutschen Wasserballs verstehen wollen.

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