„Viele Spieler hören auf, weil sie nie eine echte Chance bekommen“ – Moritz Schenkel über Nachwuchs & Probleme (Teil 1)
"Junge Athleten müssen wieder wissen, warum sie Wasserball spielen.
Und das werden Sie bei der WM in Budapest erleben"
28 Minuten
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Beschreibung
vor 3 Jahren
Im zweiten Teil des Gesprächs mit Moritz Schenkel, Nationalspieler
von Waspo Hannover, geht es noch tiefer in die strukturellen
Probleme des deutschen Wasserballs. Offen, kritisch und zugleich
konstruktiv spricht Schenkel über eine der größten Schwachstellen
des Systems: den Verlust von Talenten, die den Sport verlassen,
weil sie über Jahre hinweg keine echte Perspektive erhalten. Moritz
beschreibt eindrücklich die Lücke zwischen Jugend- und
Männerbereich, insbesondere im Alter zwischen 18 und 23 Jahren. In
genau dieser Phase entscheiden sich Karrieren – oder enden. Viele
Spieler trainieren hart, investieren Zeit und Energie, bekommen
aber weder konstante Spielzeit noch gezielte Förderung. Statt
Verantwortung zu übernehmen, verlieren sie den Anschluss oder hören
komplett auf. Für Schenkel ist klar: Das Problem liegt nicht im
fehlenden Willen der Spieler, sondern in den fehlenden
Übergangsstrukturen. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die
Rolle ehemaliger Nationalspieler und erfahrener Akteure. Moritz
plädiert dafür, diese Personen viel stärker in Verbände, Vereine
und Nachwuchsarbeit einzubinden. Sie bringen nicht nur Fachwissen,
sondern vor allem Glaubwürdigkeit, Vorbilder und Identifikation.
Genau diese Schnittstellen seien in Deutschland oft unbesetzt – mit
fatalen Folgen für die Entwicklung junger Athleten. Kritisch äußert
sich Schenkel auch zur Außendarstellung des Sports. Fehlende
Medienarbeit, unübersichtliche Websites, kaum Berichterstattung
über Bundesliga und Nationalmannschaft – all das erschwere es,
Begeisterung zu erzeugen. Selbst nationale Spiele würden kaum
beworben, wodurch wertvolle Chancen zur Sichtbarkeit ungenutzt
bleiben. Für einen Nischensport wie Wasserball sei externe
Wahrnehmung jedoch überlebenswichtig. Im Gespräch über die deutsche
Nationalmannschaft zeigt sich Moritz dennoch optimistisch. Der
aktuelle Weg mit einem sehr jungen Team sei richtig, auch wenn
kurzfristige Erfolge nicht garantiert seien. Die anstehenden
Weltmeisterschaften betrachtet er als enorme Chance für die Spieler
– nicht wegen der Ergebnisse, sondern wegen der Erfahrungen: Spiele
vor zehntausenden Zuschauern, Duelle mit Weltklasse-Nationen und
der emotionale Druck eines Großevents seien durch nichts zu
ersetzen. Besonders positiv hebt er die Arbeit von Bundestrainer
Petar Porobić hervor. Im Vergleich zu früheren Ansätzen erkenne man
erstmals wieder einen klaren roten Faden im Training – von der
ersten Einheit bis zum Abschlussspiel. Für junge Spieler sei das
extrem wertvoll, weil sie lernen, Wasserball nicht schematisch,
sondern ganzheitlich und situationsbezogen zu verstehen.
Gleichzeitig bleibt Schenkel realistisch: Deutschland startet
aktuell bei null. Die Generation der vergangenen Jahre ist weg,
Strukturen müssen neu aufgebaut werden. Entscheidend sei nun, ob
Verband, Vereine und Spieler bereit sind, gemeinsam Verantwortung
zu übernehmen – oder ob man weiter über Probleme spricht, ohne sie
aktiv anzugehen. Diese Episode ist ein ehrlicher, tiefgehender und
sehr relevanter Einblick in die Realität des deutschen Wasserballs
– aus Sicht eines aktiven Nationalspielers, der nicht nur
kritisiert, sondern Lösungen einfordert. Mehr zum Podcast:
https://www.schulzekopp.de Für alle, die verstehen wollen, warum
Talente verloren gehen – und was sich ändern muss.
von Waspo Hannover, geht es noch tiefer in die strukturellen
Probleme des deutschen Wasserballs. Offen, kritisch und zugleich
konstruktiv spricht Schenkel über eine der größten Schwachstellen
des Systems: den Verlust von Talenten, die den Sport verlassen,
weil sie über Jahre hinweg keine echte Perspektive erhalten. Moritz
beschreibt eindrücklich die Lücke zwischen Jugend- und
Männerbereich, insbesondere im Alter zwischen 18 und 23 Jahren. In
genau dieser Phase entscheiden sich Karrieren – oder enden. Viele
Spieler trainieren hart, investieren Zeit und Energie, bekommen
aber weder konstante Spielzeit noch gezielte Förderung. Statt
Verantwortung zu übernehmen, verlieren sie den Anschluss oder hören
komplett auf. Für Schenkel ist klar: Das Problem liegt nicht im
fehlenden Willen der Spieler, sondern in den fehlenden
Übergangsstrukturen. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die
Rolle ehemaliger Nationalspieler und erfahrener Akteure. Moritz
plädiert dafür, diese Personen viel stärker in Verbände, Vereine
und Nachwuchsarbeit einzubinden. Sie bringen nicht nur Fachwissen,
sondern vor allem Glaubwürdigkeit, Vorbilder und Identifikation.
Genau diese Schnittstellen seien in Deutschland oft unbesetzt – mit
fatalen Folgen für die Entwicklung junger Athleten. Kritisch äußert
sich Schenkel auch zur Außendarstellung des Sports. Fehlende
Medienarbeit, unübersichtliche Websites, kaum Berichterstattung
über Bundesliga und Nationalmannschaft – all das erschwere es,
Begeisterung zu erzeugen. Selbst nationale Spiele würden kaum
beworben, wodurch wertvolle Chancen zur Sichtbarkeit ungenutzt
bleiben. Für einen Nischensport wie Wasserball sei externe
Wahrnehmung jedoch überlebenswichtig. Im Gespräch über die deutsche
Nationalmannschaft zeigt sich Moritz dennoch optimistisch. Der
aktuelle Weg mit einem sehr jungen Team sei richtig, auch wenn
kurzfristige Erfolge nicht garantiert seien. Die anstehenden
Weltmeisterschaften betrachtet er als enorme Chance für die Spieler
– nicht wegen der Ergebnisse, sondern wegen der Erfahrungen: Spiele
vor zehntausenden Zuschauern, Duelle mit Weltklasse-Nationen und
der emotionale Druck eines Großevents seien durch nichts zu
ersetzen. Besonders positiv hebt er die Arbeit von Bundestrainer
Petar Porobić hervor. Im Vergleich zu früheren Ansätzen erkenne man
erstmals wieder einen klaren roten Faden im Training – von der
ersten Einheit bis zum Abschlussspiel. Für junge Spieler sei das
extrem wertvoll, weil sie lernen, Wasserball nicht schematisch,
sondern ganzheitlich und situationsbezogen zu verstehen.
Gleichzeitig bleibt Schenkel realistisch: Deutschland startet
aktuell bei null. Die Generation der vergangenen Jahre ist weg,
Strukturen müssen neu aufgebaut werden. Entscheidend sei nun, ob
Verband, Vereine und Spieler bereit sind, gemeinsam Verantwortung
zu übernehmen – oder ob man weiter über Probleme spricht, ohne sie
aktiv anzugehen. Diese Episode ist ein ehrlicher, tiefgehender und
sehr relevanter Einblick in die Realität des deutschen Wasserballs
– aus Sicht eines aktiven Nationalspielers, der nicht nur
kritisiert, sondern Lösungen einfordert. Mehr zum Podcast:
https://www.schulzekopp.de Für alle, die verstehen wollen, warum
Talente verloren gehen – und was sich ändern muss.
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