„Was ist eigentlich mit dir nächstes Jahr?“ – Julian Real über Duisburg, Waspo & Karriere-Entscheidungen
Warum ich Duisburg verlassen habe – Julian Real über Waspo 98,
Strukturen & sportliche Perspektiven
33 Minuten
Podcast
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Beschreibung
vor 3 Jahren
In dieser Episode des Waterpolo Expert Talk spricht Julian Real,
langjähriger Bundesligaspieler und ehemaliger Leistungsträger beim
ASC Duisburg und Waspo 98 Hannover, sehr offen über seinen
sportlichen Werdegang, prägende Entscheidungen und die
strukturellen Veränderungen im deutschen Wasserball, die seine
Karriere maßgeblich beeinflusst haben. Julian blickt zunächst auf
seine Anfänge in Oberhausen zurück. Über den Stärkader
Schwimmverein kam er mit neun Jahren eher zufällig zum Wasserball.
Seine Mutter brachte ihn ursprünglich zum Schwimmen – das Angebot
mit Ball weckte jedoch sofort seine Begeisterung. Früh entwickelte
sich eine enge Bindung zum Teamsport, zu Trainingslagern und zum
Vereinsleben im Ruhrgebiet, das damals noch von einer
außergewöhnlich hohen Vereinsdichte geprägt war. Der Weg führte ihn
früh nach Duisburg, wo er bereits im Jugendbereich Verantwortung
übernahm und schnell den Sprung in die Bundesliga schaffte. Julian
beschreibt die damalige Bundesliga als körperlicher, direkter und
hierarchischer als heute. Klare Rollenverteilungen, erfahrene
Spieler über 30 Jahre und ein rauerer Ton prägten den Alltag –
gleichzeitig bot diese Umgebung jungen Spielern die Möglichkeit,
sich schnell an ein hohes Niveau anzupassen. Ein zentrales Thema
der Episode ist der Wechsel von Duisburg nach Hannover. Auslöser
war nicht ein einzelner Moment, sondern ein schleichender Prozess.
Die Aufhebung der Ausländerregelung, zunehmende finanzielle
Unterschiede zwischen den Topvereinen und fehlende realistische
Titelperspektiven in Duisburg führten zu einem Motivationsverlust.
Julian beschreibt sehr ehrlich, wie schwierig es ist, Woche für
Woche maximal zu trainieren, wenn das sportliche Ziel faktisch
nicht mehr erreichbar ist. Der entscheidende Impuls kam schließlich
nach einem Spiel gegen Waspo Hannover, als eine scheinbar
beiläufige Frage fiel: „Was ist eigentlich mit dir nächstes Jahr?“
Aus diesem Moment entwickelte sich der Wechsel nach Hannover –
nicht aus Trotz, sondern aus dem Wunsch nach neuer sportlicher
Perspektive, ehrlicher Wertschätzung und klaren Ambitionen.
Persönliche Faktoren wie die familiäre Situation spielten dabei
ebenfalls eine Rolle und machten den Zeitpunkt passend. Julian
schildert sehr differenziert die unterschiedlichen Voraussetzungen
von Spandau, Waspo und Duisburg. Während Berlin aufgrund seiner
Strahlkraft und Infrastruktur leichter internationale Spieler
gewinnen konnte, musste Hannover andere Wege gehen – mit
Kontinuität, gezielter Kaderplanung und einem starken Kern
deutscher Nationalspieler. Genau dieses Umfeld passte für Julian
sportlich wie menschlich. Kritisch reflektiert er die Auswirkungen
der Ausländerregelung auf Motivation, Nachwuchsarbeit und
Identifikation. Nicht die Qualität ausländischer Spieler sei das
Problem, sondern das fehlende Gleichgewicht. Wenn deutsche Spieler
keine realistische Perspektive mehr sehen, gehe langfristig
Substanz verloren – besonders in Vereinen ohne große Budgets. Zum
Ende der Episode blickt Julian auf seine aktive Zeit nach der
Bundesliga. Heute spielt er bewusst in niedrigeren Ligen,
unterstützt junge Spieler, hält sich fit und hat gelernt,
Leistungssport ohne Zwang zu genießen. Der abrupte Übergang von
acht bis zehn Trainingseinheiten pro Woche auf null sei
gesundheitlich problematisch – deshalb war für ihn klar, dem Sport
weiterhin verbunden zu bleiben, wenn auch in anderer Rolle. Diese
Episode ist ein ehrlicher, tiefgehender und sehr authentischer
Blick auf Karriereentscheidungen im deutschen Wasserball – zwischen
Loyalität, Ambition, Strukturwandel und persönlicher Lebensplanung.
Mehr zum Podcast: https://www.schulzekopp.de Besonders hörenswert
für Spieler, Trainer und Funktionäre, die den deutschen Wasserball
realistisch einordnen wollen.
langjähriger Bundesligaspieler und ehemaliger Leistungsträger beim
ASC Duisburg und Waspo 98 Hannover, sehr offen über seinen
sportlichen Werdegang, prägende Entscheidungen und die
strukturellen Veränderungen im deutschen Wasserball, die seine
Karriere maßgeblich beeinflusst haben. Julian blickt zunächst auf
seine Anfänge in Oberhausen zurück. Über den Stärkader
Schwimmverein kam er mit neun Jahren eher zufällig zum Wasserball.
Seine Mutter brachte ihn ursprünglich zum Schwimmen – das Angebot
mit Ball weckte jedoch sofort seine Begeisterung. Früh entwickelte
sich eine enge Bindung zum Teamsport, zu Trainingslagern und zum
Vereinsleben im Ruhrgebiet, das damals noch von einer
außergewöhnlich hohen Vereinsdichte geprägt war. Der Weg führte ihn
früh nach Duisburg, wo er bereits im Jugendbereich Verantwortung
übernahm und schnell den Sprung in die Bundesliga schaffte. Julian
beschreibt die damalige Bundesliga als körperlicher, direkter und
hierarchischer als heute. Klare Rollenverteilungen, erfahrene
Spieler über 30 Jahre und ein rauerer Ton prägten den Alltag –
gleichzeitig bot diese Umgebung jungen Spielern die Möglichkeit,
sich schnell an ein hohes Niveau anzupassen. Ein zentrales Thema
der Episode ist der Wechsel von Duisburg nach Hannover. Auslöser
war nicht ein einzelner Moment, sondern ein schleichender Prozess.
Die Aufhebung der Ausländerregelung, zunehmende finanzielle
Unterschiede zwischen den Topvereinen und fehlende realistische
Titelperspektiven in Duisburg führten zu einem Motivationsverlust.
Julian beschreibt sehr ehrlich, wie schwierig es ist, Woche für
Woche maximal zu trainieren, wenn das sportliche Ziel faktisch
nicht mehr erreichbar ist. Der entscheidende Impuls kam schließlich
nach einem Spiel gegen Waspo Hannover, als eine scheinbar
beiläufige Frage fiel: „Was ist eigentlich mit dir nächstes Jahr?“
Aus diesem Moment entwickelte sich der Wechsel nach Hannover –
nicht aus Trotz, sondern aus dem Wunsch nach neuer sportlicher
Perspektive, ehrlicher Wertschätzung und klaren Ambitionen.
Persönliche Faktoren wie die familiäre Situation spielten dabei
ebenfalls eine Rolle und machten den Zeitpunkt passend. Julian
schildert sehr differenziert die unterschiedlichen Voraussetzungen
von Spandau, Waspo und Duisburg. Während Berlin aufgrund seiner
Strahlkraft und Infrastruktur leichter internationale Spieler
gewinnen konnte, musste Hannover andere Wege gehen – mit
Kontinuität, gezielter Kaderplanung und einem starken Kern
deutscher Nationalspieler. Genau dieses Umfeld passte für Julian
sportlich wie menschlich. Kritisch reflektiert er die Auswirkungen
der Ausländerregelung auf Motivation, Nachwuchsarbeit und
Identifikation. Nicht die Qualität ausländischer Spieler sei das
Problem, sondern das fehlende Gleichgewicht. Wenn deutsche Spieler
keine realistische Perspektive mehr sehen, gehe langfristig
Substanz verloren – besonders in Vereinen ohne große Budgets. Zum
Ende der Episode blickt Julian auf seine aktive Zeit nach der
Bundesliga. Heute spielt er bewusst in niedrigeren Ligen,
unterstützt junge Spieler, hält sich fit und hat gelernt,
Leistungssport ohne Zwang zu genießen. Der abrupte Übergang von
acht bis zehn Trainingseinheiten pro Woche auf null sei
gesundheitlich problematisch – deshalb war für ihn klar, dem Sport
weiterhin verbunden zu bleiben, wenn auch in anderer Rolle. Diese
Episode ist ein ehrlicher, tiefgehender und sehr authentischer
Blick auf Karriereentscheidungen im deutschen Wasserball – zwischen
Loyalität, Ambition, Strukturwandel und persönlicher Lebensplanung.
Mehr zum Podcast: https://www.schulzekopp.de Besonders hörenswert
für Spieler, Trainer und Funktionäre, die den deutschen Wasserball
realistisch einordnen wollen.
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