Zwischen Wald und Wild: Ich gehe auf die Jagd

Zwischen Wald und Wild: Ich gehe auf die Jagd

vor 4 Jahren
Die Jagd boomt, noch nie gab es so viele Jägerinnen in Deutschland. Doch was fasziniert sie daran? Und braucht es die Jagd heutzutage noch? Im Selbstversuch will Daniela herausfinden, ob auch sie Jägerblut in sich hat.
40 Minuten
0
0 0 0

Beschreibung

vor 4 Jahren
Die Jagd boomt, noch nie gab es so viele Jägerinnen und Jäger in
Deutschland. Doch was fasziniert sie daran? Und braucht es die Jagd
heutzutage noch? Im Selbstversuch will Daniela herausfinden, ob
auch sie Jägerblut in sich hat.

Was steckt hinter der Faszination Jagd? Ein überkommenes, blutiges
Hobby? Die Sehnsucht nach Entschleunigung? Die Verbundenheit zu
Tier und Natur? Oder ist es die Suche nach ökologisch vertretbaren
Ernährungs-Alternativen zur Massentierhaltung? Worin der Reiz des
Jagens liegt und welche Funktion die Jagd aus wissenschaftlicher
Sicht hat, könnt ihr hier nachlesen:
https://www.mdr.de/wissen/jagd-blutiges-hobby-funktion-aufgabe-wissenschaft-jahresrueckblick100.html


"Ich erkenne auf der Jagd, dass ich selbst ein Tier bin", sagt
Pauline de Bok. Als Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin
lebt sie in Amsterdam und als Naturbeobachterin und Jägerin in
Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Buch "Beute" entsteht durch ein
Selbstexperiment: Für die Recherche zu einem Roman, macht sie den
Jagdschein. Doch die Jagd weckt etwas in ihr, verändert ihr Leben,
sie bleibt Jägerin und zieht sich für ein Jahr in einen umgebauten
Kuhstall zurück. "Beute. Mein Jahr auf der Jagd" (Verlag C.H.Beck,
2019) ist die Reflexion über die Natur des Menschen als Jäger, die
Lust am Beutemachen, das Essen von Tieren und die moralische
Verantwortung:
https://www.chbeck.de/de-bok-beute/product/22723520

Zur Jagd gehört natürlich auch das Erlegen von Tieren. Doch ist es
moralisch gerechtfertigt, in den Wald zu gehen und ein Tier zu
töten? Und dürfen wir Tiere töten, um sie zu essen? Bei diesem
Thema kommt es schnell zu hitzigen Diskussionen. Im Podcast "Große
Fragen in zehn Minuten" widmet sich MDR WISSEN-Reporter Karsten
Möbius der heiklen Frage: Dürfen wir Tiere essen?:
https://www.mdr.de/wissen/podcast/zehnminuten/duerfen-wir-tiere-essen-100.html


90 Prozent unseres Waldes sind Nutzwald, dienen also beispielsweise
der Holzgewinnung. Die hohen Wilddichten können dabei zum Problem
werden, wenn zu viele junge Bäume von den Tieren angefressen
werden. 'Wald vor Wild' lautet deshalb die Prämisse in deutschen
Wäldern. Das heißt, die Wildtierbestände müssen so geregelt werden,
dass es dem Ökosystem Wald möglichst gut geht. Doch was ist das
richtige Maß? Im andauernden Wald-Wild-Konflikt zwischen Forst- und
Landwirtschaft, Jägerschaft und Naturschutzverbänden wird verhärtet
diskutiert: Wie viel Wild verträgt der Wald? Wohin kann und darf
das Wild ausweichen? Und wie viel Jagd braucht es dabei heutzutage
noch? Niko Balkenhol, Professor für Wildtiermanagement an der
Georg-August-Universität Göttingen, plädiert dabei für ein
Umdenken: 'Wald mit Wild' statt 'Wald vor Wild', so seine
Forderung. In einer Studie haben er und seine Kolleg*innen
dargelegt, wie beispielsweise Rotwild durch ein geändertes Jagd-
und Flächenmanagement gesteuert und so der Wald vor Verbissschäden
bewahrt werden kann:
https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/1365-2664.13396
15
15
Close