Ich will schneller reagieren

Ich will schneller reagieren

vor 3 Jahren
Ob bei Videospielen, im Sport oder im Straßenverkehr - gute Reflexe und schnelle Reaktionen sind entscheidend. Doch was beeinflusst unser Reaktionsvermögen und wie lässt es sich trainieren? Max macht den Reaktionstest!
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Beschreibung

vor 3 Jahren
Ob bei Videospielen, im Sport oder Straßenverkehr - gute Reflexe
und schnelle Reaktionen sind entscheidend. Doch was beeinflusst
unser Reaktionsvermögen und wie lässt es sich trainieren? Max macht
den Reaktionstest!

Der Straßenverkehr ist hektisch und stressig, überall lauern
Unfallgefahren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab 2022
in Deutschland 2,4 Millionen registrierte Unfälle im
Straßenverkehr, über 350.000 Verletzte und 2.782 Todesopfer. Könnte
ein besseres Reaktionsvermögen Unfälle verhindern?:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/02/PD23_073_46241.html


Unser Reaktionsvermögen ist die Fähigkeit, in unerwarteten
Situationen relevante Signale zu erkennen und in lebensrettende
Handlungen umzusetzen - wie etwa voll auf die Bremse zu treten,
wenn ein Kind plötzlich auf die Straße läuft. Dabei können wir uns
auf zwei Grundprogramme des Gehirns verlassen: Selektion und
Generalisierung. Unser Gehirn ist darauf trainiert, die wichtigen
Signale vom allgemeinen Rauschen zu trennen und es kann Situationen
immer wieder mit den bereits erfahrenen bzw. erlernten Erlebnissen
abgleichen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Thalamus, der
Fachleuten zufolge als "Türsteher" fungiert und nur die
wesentlichen Signale zur weiteren Verarbeitung durchlässt. Das
Signal wird nun an die Bereiche des Gehirns weitergeleitet, die mit
der Planung und Ausführung motorischer Handlungen beschäftigt sind
- um im Falle des Straßenverkehrs also den Fuß auf die Bremse zu
bekommen. So gibt es im Gehirn verschiedene "Ströme", die visuelle
Informationen unterschiedlich verarbeiten, je nachdem, ob es nur um
die Wahrnehmung der Information geht oder um eine Handlung, die auf
die Wahrnehmung folgen soll:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6703654/

Wissenschaftler*innen der Abteilung Neurobiologie am Deutschen
Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen erforschen, wie Bewegungen im
Gehirn geplant werden, um beispielsweise die Handfunktionen von
Prothesen gelähmter Patient*innen zu verbessern:
https://www.dpz.eu/de/abteilung/neurobiologie.html

Die durchschnittliche Reaktionszeit junger, gesunder Erwachsener
liegt zwischen 250 und 500 Millisekunden: Innerhalb dieser
Zeitspanne werden Signale von den Augen erfasst, im Gehirn an den
richtigen Stellen verarbeitet und dann in motorische Aktionen
übertragen. Und diese Geschwindigkeit lässt sich noch verbessern:
Sportarten wie Tischtennis oder E-Gaming zeigen, dass eine
Reaktionszeit von 180 Millisekunden möglich ist. Generell gilt: Je
höher die allgemeine Fitness einer Person ist, desto eher ist sie
in der Lage, schnell zu reagieren.

Warum unser Gehirn über Fähigkeiten wie ein schnelles
Urteilsvermögen und komplexe Entscheidungsfindung verfügt, könnte
mit einer kleinen Mutation zusammenhängen, erklärt MDR
WISSEN-Reporter Karsten Möbius im Podcast "Große Fragen in zehn
Minuten":
https://www.mdr.de/wissen/podcast/zehnminuten/warum-wurde-unser-gehirn-so-gross-100.html
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