Strukturen, Konkurrenz & Nationalmannschaft – Carsten Seehafer über die größten Baustellen im Wasserball (Teil 2)

Strukturen, Konkurrenz & Nationalmannschaft – Carsten Seehafer über die größten Baustellen im Wasserball (Teil 2)

Wir müssen den deutschen Wasserball gemeinsam wieder neu beleben
30 Minuten
Podcast
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Beschreibung

vor 4 Jahren
„Früher war das Niveau höher“ – Carsten Seehafer über Champions
League, Nationalmannschaft, Verbandsstrukturen & die Zukunft
des deutschen Wasserballs (Teil 2) In diesem zweiten Teil des
ausführlichen Gesprächs im Waterpolo Expert Talk spricht Carsten
Seehafer offen über die Organisation der Champions League, die
besonderen Herausforderungen rund um das Final Eight, die
Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie über die strukturellen
Probleme des deutschen Wasserballs auf Vereins- und Verbandsebene.
Ein zentrales Thema dieser Episode ist die Organisation des
Champions-League-Finalturniers in Hannover. Seehafer beschreibt
sehr anschaulich, welche logistischen, medizinischen und
infrastrukturellen Herausforderungen ein solches internationales
Event unter Pandemiebedingungen mit sich bringt – von Testkonzepten
über ärztliche Betreuung bis hin zu Hotel- und Anreiseproblemen der
Teams. Besonders deutlich wird, wie stark Vereine hier in
Vorleistung gehen müssen, während staatliche Unterstützung in
Deutschland kaum vorhanden ist. Auch sportlich blickt Seehafer auf
die internationalen Auftritte der deutschen Teams zurück. Er
erklärt, warum der deutsche Wasserball zwar Fortschritte gemacht
hat, der Abstand zu den europäischen Top-Nationen jedoch weiterhin
groß ist. Siege gegen Teams wie Tiflis oder Herceg Novi seien
wichtige Entwicklungsschritte, gleichzeitig zeige sich aber, wie
entscheidend kontinuierliche internationale Spielpraxis für
nachhaltigen Erfolg ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Situation
der deutschen Nationalmannschaft nach den gescheiterten
Olympia-Qualifikationen. Seehafer spricht sehr kritisch über
fehlende Strukturen, mangelnde Einbindung erfolgreicher
Vereinsstandorte und über die schwierige Phase des Umbruchs nach
dem Abschied von Bundestrainer Hagen Stamm. Dabei wird deutlich,
wie wichtig Zusammenarbeit, Konsens und Transparenz zwischen
Verband, Vereinen und Trainern für eine erfolgreiche Zukunft wären.
Besonders eindringlich mahnt Seehafer, dass der deutsche Wasserball
zu klein sei, um sich interne Machtkämpfe oder Grabenkämpfe zu
leisten. Stattdessen brauche es wieder einen gemeinsamen
Schulterschluss aller Standorte – von Hannover über Berlin bis nach
Nordrhein-Westfalen –, um Talente langfristig an den Leistungssport
heranzuführen. Positiv hebt er die Nachwuchsarbeit hervor. Die
U-Nationalmannschaften seien deutlich erfolgreicher als die
A-Nationalmannschaft, was zeige, dass die Basis grundsätzlich
vorhanden sei. Entscheidend werde jedoch sein, diesen Übergang in
den Männerbereich endlich besser zu gestalten, um den gefährlichen
Dropout junger Spieler zu verhindern. Zum Abschluss spricht
Seehafer auch über die Rolle von Medien, Livestreams, Podcasts und
digitalen Formaten für die Sichtbarkeit des Wasserballs. Er fordert
eine zentrale Plattform für Bundesliga, Nationalmannschaft und
Nachwuchs, um den Sport moderner, zugänglicher und attraktiver zu
präsentieren – gerade in Zeiten, in denen klassische
Hallenzuschauer oft fehlen. Diese Episode bietet einen
ungefilterten Blick hinter die Kulissen des deutschen
Spitzenwasserballs – zwischen internationalem Wettbewerb,
Verbandspolitik, Nachwuchshoffnung und den täglichen
Herausforderungen eines Profi­vereins. Mehr zum Podcast:
https://www.schulzekopp.de ️ Abonniere den Waterpolo Expert Talk
für fundierte Einblicke in den deutschen & internationalen
Wasserball.

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