„Uns bricht die gesamte Basis für unseren Sport weg“ – Julian Real über Nachwuchs & Zukunft des deutschen Wasserballs
„Wenn wir nichts ändern, verlieren wir eine ganze Generation“ –
Julian Real über die Krise im Wasserball
34 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 3 Jahren
In dieser Episode des Waterpolo Expert Talk spricht Julian Real so
offen und kritisch wie selten zuvor über die strukturellen Probleme
des deutschen Wasserballs. Im Mittelpunkt steht eine klare Sorge:
Die Basis des Sports droht wegzubrechen – und mit ihr langfristig
auch Leistungsfähigkeit, Nachwuchs und internationale
Anschlussfähigkeit. Julian knüpft an seine eigenen Erfahrungen aus
Duisburg, Hannover und dem Umfeld der Bundesliga an. Besonders
eindrücklich beschreibt er den Weg vieler junger Spieler nach dem
Abitur. Früher gab es vergleichsweise klare Modelle: Bundeswehr,
Polizei oder Zoll ermöglichten Leistungssport mit planbaren
Trainingszeiten und finanzieller Sicherheit. Heute seien diese Wege
entweder stark eingeschränkt oder kaum noch bekannt – selbst
innerhalb des Systems. Ein zentrales Problem sieht Julian im
fehlenden strukturellen Gesamtkonzept. Es gebe zahlreiche
theoretische Möglichkeiten, junge Spieler zu unterstützen – über
Bundeswehr, Polizei, Universitäten oder andere staatliche
Institutionen. Doch diese Optionen würden kaum genutzt, nicht
koordiniert und oft dem Zufall überlassen. Ohne klare
Ansprechpartner, ohne Steuerung und ohne verbindliche Konzepte
verliere man Jahr für Jahr Talente. Besonders kritisch äußert sich
Julian zur Rolle des DSV als Dachverband. Aus seiner Sicht müsste
der Verband deutlich stärker lenkend eingreifen, bündeln,
priorisieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. Stattdessen
erlebe er häufig Stillstand, fehlenden Druck und zu wenig
Bereitschaft, bestehende Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen.
Veränderung werde diskutiert – aber zu selten umgesetzt. Auch die
Bundesliga-Strukturen kommen zur Sprache. Julian beschreibt ein
starkes Gefälle zwischen wenigen professionell aufgestellten
Vereinen und einer Vielzahl von Clubs, die mit deutlich geringeren
Ressourcen arbeiten. Trainingsumfänge, Infrastruktur und
organisatorische Möglichkeiten unterschieden sich massiv – dennoch
spielen alle im gleichen Wettbewerb. Diese Diskrepanz erschwere
nicht nur sportliche Entwicklung, sondern auch gemeinsame
Lösungsansätze. Ein weiterer Schwerpunkt ist der dramatische
Rückgang der Vereinsbasis. Julian schildert eindrücklich, wie
früher ganze Regionen mit mehreren Wasserballvereinen besetzt
waren, während heute viele Clubs ums Überleben kämpfen oder bereits
verschwunden sind. Oft hänge das Fortbestehen eines Vereins an
einzelnen Familien oder engagierten Einzelpersonen. Fielen diese
weg, breche die Struktur komplett zusammen. Hinzu komme die
fehlende mediale Sichtbarkeit des Wasserballs. Große Turniere,
Welt- oder Europameisterschaften fänden in der öffentlichen
Wahrnehmung kaum statt. Für Kinder und Jugendliche sei Wasserball
dadurch kaum präsent – und ohne Sichtbarkeit gebe es auch keinen
Nachwuchs. Livestreams und Champions-League-Übertragungen
erreichten vor allem bestehende Fans, aber kaum neue Zielgruppen.
Julian plädiert eindringlich für mehr Zusammenarbeit statt
Gegeneinander. Solange die Basis so fragil sei, dürften Vereine,
Verbände und Interessengruppen nicht gegeneinander arbeiten. Erst
wenn der Sport insgesamt wachse, könne man wieder über Konkurrenz,
Profilierung und interne Verteilungskämpfe sprechen. Diese Episode
ist ein sehr ehrlicher, unbequemer und zugleich konstruktiver
Weckruf. Sie richtet sich an Funktionäre, Trainer, Spieler und
alle, denen der Wasserball am Herzen liegt – und die bereit sind,
über grundlegende Ver – Verantwortung des DSV für langfristige
Entwicklung – Leistungsgefälle in der Bundesliga – Abhängigkeit von
einzelnen Familien in Vereinen – Sinkende Zuschauerzahlen &
mediale Unsichtbarkeit – Champions League, Livestreams &
Nachwuchsbegeisterung – Zukunft des deutschen Wasserballs Diese
Folge richtet sich an Trainer:innen, Spieler:innen,
Funktionär:innen, Vereinsverantwortliche, Eltern und
Wasserball-Fans, die verstehen möchten, warum der deutsche
Wasserball an einem entscheidenden Wendepunkt steht. Mehr zum
Podcast: https://www.schulzekopp.de
offen und kritisch wie selten zuvor über die strukturellen Probleme
des deutschen Wasserballs. Im Mittelpunkt steht eine klare Sorge:
Die Basis des Sports droht wegzubrechen – und mit ihr langfristig
auch Leistungsfähigkeit, Nachwuchs und internationale
Anschlussfähigkeit. Julian knüpft an seine eigenen Erfahrungen aus
Duisburg, Hannover und dem Umfeld der Bundesliga an. Besonders
eindrücklich beschreibt er den Weg vieler junger Spieler nach dem
Abitur. Früher gab es vergleichsweise klare Modelle: Bundeswehr,
Polizei oder Zoll ermöglichten Leistungssport mit planbaren
Trainingszeiten und finanzieller Sicherheit. Heute seien diese Wege
entweder stark eingeschränkt oder kaum noch bekannt – selbst
innerhalb des Systems. Ein zentrales Problem sieht Julian im
fehlenden strukturellen Gesamtkonzept. Es gebe zahlreiche
theoretische Möglichkeiten, junge Spieler zu unterstützen – über
Bundeswehr, Polizei, Universitäten oder andere staatliche
Institutionen. Doch diese Optionen würden kaum genutzt, nicht
koordiniert und oft dem Zufall überlassen. Ohne klare
Ansprechpartner, ohne Steuerung und ohne verbindliche Konzepte
verliere man Jahr für Jahr Talente. Besonders kritisch äußert sich
Julian zur Rolle des DSV als Dachverband. Aus seiner Sicht müsste
der Verband deutlich stärker lenkend eingreifen, bündeln,
priorisieren und auch unbequeme Entscheidungen treffen. Stattdessen
erlebe er häufig Stillstand, fehlenden Druck und zu wenig
Bereitschaft, bestehende Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen.
Veränderung werde diskutiert – aber zu selten umgesetzt. Auch die
Bundesliga-Strukturen kommen zur Sprache. Julian beschreibt ein
starkes Gefälle zwischen wenigen professionell aufgestellten
Vereinen und einer Vielzahl von Clubs, die mit deutlich geringeren
Ressourcen arbeiten. Trainingsumfänge, Infrastruktur und
organisatorische Möglichkeiten unterschieden sich massiv – dennoch
spielen alle im gleichen Wettbewerb. Diese Diskrepanz erschwere
nicht nur sportliche Entwicklung, sondern auch gemeinsame
Lösungsansätze. Ein weiterer Schwerpunkt ist der dramatische
Rückgang der Vereinsbasis. Julian schildert eindrücklich, wie
früher ganze Regionen mit mehreren Wasserballvereinen besetzt
waren, während heute viele Clubs ums Überleben kämpfen oder bereits
verschwunden sind. Oft hänge das Fortbestehen eines Vereins an
einzelnen Familien oder engagierten Einzelpersonen. Fielen diese
weg, breche die Struktur komplett zusammen. Hinzu komme die
fehlende mediale Sichtbarkeit des Wasserballs. Große Turniere,
Welt- oder Europameisterschaften fänden in der öffentlichen
Wahrnehmung kaum statt. Für Kinder und Jugendliche sei Wasserball
dadurch kaum präsent – und ohne Sichtbarkeit gebe es auch keinen
Nachwuchs. Livestreams und Champions-League-Übertragungen
erreichten vor allem bestehende Fans, aber kaum neue Zielgruppen.
Julian plädiert eindringlich für mehr Zusammenarbeit statt
Gegeneinander. Solange die Basis so fragil sei, dürften Vereine,
Verbände und Interessengruppen nicht gegeneinander arbeiten. Erst
wenn der Sport insgesamt wachse, könne man wieder über Konkurrenz,
Profilierung und interne Verteilungskämpfe sprechen. Diese Episode
ist ein sehr ehrlicher, unbequemer und zugleich konstruktiver
Weckruf. Sie richtet sich an Funktionäre, Trainer, Spieler und
alle, denen der Wasserball am Herzen liegt – und die bereit sind,
über grundlegende Ver – Verantwortung des DSV für langfristige
Entwicklung – Leistungsgefälle in der Bundesliga – Abhängigkeit von
einzelnen Familien in Vereinen – Sinkende Zuschauerzahlen &
mediale Unsichtbarkeit – Champions League, Livestreams &
Nachwuchsbegeisterung – Zukunft des deutschen Wasserballs Diese
Folge richtet sich an Trainer:innen, Spieler:innen,
Funktionär:innen, Vereinsverantwortliche, Eltern und
Wasserball-Fans, die verstehen möchten, warum der deutsche
Wasserball an einem entscheidenden Wendepunkt steht. Mehr zum
Podcast: https://www.schulzekopp.de
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