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28 Minuten
Deutschland gibt pro Kopf fast am meisten Geld für Gesundheit in der EU aus – bei der Herzgesundheit liegt es seit Jahrzehnten nur im europäischen Mittelfeld. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit rund 64 Milliarden Euro im Jahr der größte Kostenblock im deutschen Gesundheitswesen. Der EU Safe Hearts Plan setzt jetzt Ziele: Bis 2035 sollen 75 % der 25- bis 64-Jährigen und 90 % der über 65-Jährigen jährlich ihren Blutdruck messen lassen. Warum belohnt unser System die Behandlung stärker als die Vermeidung – und was muss sich ändern? Darüber spricht EinBlick-Redakteur Christoph Nitz mit Udo Schauder, Mitinitiator und Vorsitzender des ImPuls Think Tank Herz-Kreislauf. Schauder studierte Medizin, war in leitenden Funktionen der Industrie tätig und stand dem Patientenunterausschuss des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller vfa vor. Den Think Tank hat er 2017 mit ins Leben gerufen – eine gesamtgesellschaftliche Initiative mit heute 29 Mitgliedern, die fordert, Vorbeugung politisch verbindlich zu verankern. Die Themen der Folge: – Systemfehler seit 1883: Die Krankenversicherung bezahlt seit Bismarck die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, nicht die Gesunderhaltung – und ob Vorbeugung gewirkt hat, lässt sich 20 Jahre später kaum nachweisen. – Aufklärung oder Regulierung? Schauder will beides: weniger Werbung für zucker-, fett- und salzhaltige Produkte, eine nach Zuckergehalt gestaffelte Abgabe – und die Einnahmen in die Prävention, etwa in eine Bundesstiftung. – Marmelade mit 60 % Zucker ist billiger als die mit 30 %: Warum Obst, Gemüse und gesunde Schulverpflegung günstiger werden müssen. – Blick nach Europa: Norwegens Public Health Act verpflichtet alle Ressorts auf Gesundheit, Frankreich startet 2026 eine nationale Strategie mit frühen Screenings bis zum Neugeborenen, Dänemark organisiert Prävention wohnortnah. – Lipoprotein(a): ein Wert, der bei Männern nur einmal im Leben gemessen werden muss und 15 bis 25 Euro kostet. – Früherkennung mit Augenmaß: Warum Messwerte nicht automatisch zur Medikation führen dürfen – und die ePA zum Gamechanger werden könnte. – Wearables: Warum die Smartwatch den ärztlichen Rat nicht ersetzt und junge Menschen ihren hohen Blutdruck unterschätzen. Udo Schauder: »Wir wollen nicht, dass dadurch mehr Menschen Patienten werden, sondern wir wollen, dass mehr Menschen einfach gesund sind.« Das fordert der ImPuls Think Tank: Vorbeugung politisch verbindlich verankern. Schauders Rat an die Bundesregierung: ein nationales Programm zur Senkung des Blutdrucks, weniger Salz in Lebensmitteln – und Gesundheit als Aufgabe aller Ressorts, nicht nur des Gesundheitsministers.
13 Minuten
Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen aber knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12 Uhr. In dieser Ausgabe: • Der Kassenärztechef fordert einen Neustart bei der Prävention – und nennt die Offensive der Regierung zynisch. • Das Robert Koch-Institut schätzt zwölftausendfünfhundert Hitzetote – der Bund streitet über eine Grundgesetzänderung. • Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen verlieren Millionen mit riskanten Immobiliendarlehen. • Die Barmer bekommt eine neue Spitze, das Gesundheitsministerium eine neue Präventionsabteilung.
25 Minuten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland und Europa. Trotzdem geht laut RKI nur rund die Hälfte der Berechtigten zum Gesundheits-Check-up. Der EU-Safe-Hearts-Plan – der erste umfassende Strategieansatz der EU gegen kardiovaskuläre Erkrankungen – soll das ändern: mit 10 Leitinitiativen von der Primärprävention bis zur Forschungsförderung. Kann der Plan die Trendwende einleiten? Darüber spricht EinBlick-Redakteur Christoph Nitz mit Dr. Janka Schulte-Michels. Die promovierte Apothekerin verantwortet beim vfa, dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen, die Versorgungspolitik – und kennt die Arzneimittelversorgung aus Apotheke, Behörde und Industrie. Die Themen der Folge: – Check-up-Lücke: In Deutschland zahlt die GKV die Untersuchung einmalig zwischen 18 und 35 Jahren, danach alle drei Jahre. Die EU empfiehlt: jährlich ab 26 – mit Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker. – LDL-Cholesterin: Warum der Wert früher und systematischer erfasst werden sollte – bis hin zur U-Untersuchung im Kindesalter. – Prävention rechnet sich: Grippeimpfungen für Ältere erzielen in Japan einen Return on Investment von 1:23; frühe Screenings könnten in UK knapp 70 Milliarden Pfund über 25 Jahre einsparen. – Vom Befund zur Behandlung: Nur ca. 20 % der Hochrisiko-Patient:innen erreichen ihre Blutfett-Zielwerte – Prävention darf nicht mit der Diagnose enden. – Adipositas: beschlossenes DMP ohne Umsetzung, Lifestyle-Paragraf § 34 SGB V und fehlende Erstattung. – DiGA: vom Pionierprojekt zum Praxisproblem – und was sich ändern müsste. – Digitalisierung: Wie ePA, digitaler Impfpass und strukturierte Gesundheitsdaten Prävention wirksamer machen. Zitat aus dem Gespräch: „Was nicht gemessen werden kann, das kann auch nicht geändert werden." Das fordert der vfa: Check-ups an die EU-Empfehlungen anpassen, das noch in diesem Jahr erwartete EU-Protokoll nutzen und die niedrigen Impfquoten steigern – ein bislang unterschätzter Faktor für die Herzgesundheit. Fragen und Anregungen: gesundheitsmanagement@berlin-chemie.de Alle Folgen: gesundheitsmanagement.berlin-chemie.de/einblick
13 Minuten
Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen aber knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12 Uhr. In dieser Ausgabe: • Machtwechsel im Bundesministerium für Gesundheit: Carsten Linnemann übernimmt das Ressort von Nina Warken – die Branche empfängt den Quereinsteiger mit klaren Forderungen. • Fast 10.000 Hitzetote in diesem Jahr: Das Robert Koch-Institut RKI meldet einen traurigen Rekord – Sozialverbände und Städte fordern massive Investitionen in den Hitzeschutz. • Das GKV-Spargesetz ist in Kraft: Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die Kassen um 19 Milliarden Euro entlasten – 3 Milliarden davon weniger für die ambulante Versorgung. • Attest ab Tag eins? Die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV stemmt sich gegen das geplante Aus der telefonischen Krankschreibung.
13 Minuten
Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen aber knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12 Uhr. In dieser Ausgabe: • Der TI-Atlas zeigt: Die elektronische Patientenakte etabliert sich in Praxen und Kliniken. • Das Kabinett beschließt das Digitalgesetz GeDIG – die Kassen loben, die Ärzteschaft warnt. • Neue Prognose: Bis 2040 bleibt jeder fünfte Hausarztsitz unbesetzt. • Nach dem GKV-Sparpaket streiten Bund, Länder und Kassen über 550 Millionen Euro für die Kliniken.
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Über diesen Podcast

»Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen aber dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. »EinBlick – nachgefragt« präsentiert Praktiker:innen im Gesundheitswesen die wichtigen Nachrichten in einer knappen Viertelstunde im Dialogformat. Immer freitags um 12 Uhr auf den bekannten Podcast-Kanälen.
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