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13 Minuten
Der Medizin-Nobelpreis geht auch an zwei Deutsche, das Kabinett beschließt die Zuckersteuer, der Schätzerkreis hält 2,9 Prozent Zusatzbeitrag für ausreichend – die Woche im Gesundheitswesen. Dazu: Pflegekommission und Landarztquote. »Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12 Uhr. In dieser Ausgabe: - Der Chemie-Nobelpreis ehrt mit Henri Kagan und Kenso Soai Grundlagen der Arzneimittelherstellung, der Medizin-Nobelpreis für die Optogenetik geht an die Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Forscher Karl Deisseroth. - Ab Juli 2027 werden je nach Zuckergehalt 26 oder 32 Cent pro Liter fällig: Das Kabinett beschließt die Zuckersteuer, die niedriger ausfällt als im ersten Entwurf von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Im Startjahr rechnet der Bund mit rund 690 Millionen Euro. - Laut Schätzerkreis reichen 2027 durchschnittlich 2,9 Prozent Zusatzbeitrag, tatsächlich verlangen die Kassen im Schnitt schon gut 3,1 Prozent. Nicht eingepreist ist die Standortklausel – die Kassen rechnen mit 1,3 Milliarden Euro, die Industrie mit rund 800 Millionen. - Für Mitgliederwerbung über Vermittler und Vergleichsportale gaben die Kassen im vergangenen Jahr gut 94 Millionen Euro aus, nach knapp 62 Millionen im Vorjahr – ab 2027 müssen sie ihre Werbebudgets halbieren. - Statistisches Bundesamt: Krankheiten verursachten 2024 rund 530 Milliarden Euro Kosten, knapp 8 Prozent mehr als im Jahr davor – am teuersten waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen. - Der Bosch Health Campus will das Gesundheitssystem am Gesundheitsgewinn messen – Deutschland liege bei den gesunden Lebensjahren trotz knapp 580 Milliarden Euro Gesundheitsausgaben im vergangenen Jahr unter dem EU-Durchschnitt. - Notfallreform: Praxen sollen strenger verpflichtet werden, Termine an die Terminservicestellen zu melden – der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands SpiFa protestiert. Aus dem Sparpaket streicht die Koalition apothekenbezogene Ausschreibungen für Krebsmedikamente. - Eine Kommission soll bis Ende Januar Vorschläge für die Pflegereform vorlegen und prüft auch einen Deckel für die Eigenanteile im Pflegeheim, den Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann Ende September noch »hochgradig gefährlich« nannte. Zusätzlich soll die Pflegeversicherung ein Darlehen von bis zu 700 Millionen Euro erhalten. - Digitalgesetz GeDIG: Der Bundestag soll es Mitte November verabschieden. Die Bundesregierung will prüfen, ob Kassen, die Fristen bei der elektronischen Patientenakte ePA versäumen, mehrfach sanktioniert werden können. - Die Landarztquote in Nordrhein-Westfalen besteht im Kern eine erste gerichtliche Prüfung: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hält 250.000 Euro Vertragsstrafe für rechtens, wenn Quotenstudierende nicht mindestens 10 Jahre als Hausärzt:innen in einer unterversorgten Region arbeiten. - Zu Wochenbeginn verloren Konnektoren zweier Hersteller die Verbindung zur Telematikinfrastruktur TI – in vielen Praxen, Apotheken und Kliniken fielen E-Rezept, ePA und elektronische Krankschreibung ganz oder teilweise aus. - Wie digitale Gesundheitsanwendungen DiGA in die Behandlung passen, zeigt die Neurologin Alexandra Widmer in einem Leitfaden mit 77 Impulsen: Ärzt:innen sollten die App vorher selbst testen und gleich einen Folgetermin vereinbaren. - Gesundheitspolitik sei heute fester Bestandteil der Sicherheitspolitik, sagte Linnemann beim Weltgesundheitsgipfel – nötig sei mehr Unabhängigkeit von wenigen Lieferketten im Pharmabereich. - Ausblick: Ab dem 30. Oktober informiert die AOK in ihrer ePA-App über die Datenweitergabe an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit – wer das nicht will, muss widersprechen. Die EUDI-Wallet startet am 2. Januar 2027 und soll einen neuen Zugang zur ePA bringen.
19 Minuten
Etwa jede dritte erwachsene Person in Deutschland hat Bluthochdruck, viele wissen nichts davon, denn er verursacht lange keine Beschwerden. Smartwatches werten inzwischen die Daten ihres optischen Sensors aus und warnen bei Hinweisen auf Bluthochdruck. Was taugen diese Warnungen – und wer soll künftig den Blutdruck messen? Darüber spricht EinBlick-Redakteur Christoph Nitz mit Prof. Christina Magnussen. Sie ist Professorin und stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf UKE. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie DGK im April 2026 hat sie eingeordnet, was Smartwatches bei der Früherkennung von Bluthochdruck leisten. Die Themen der Folge: – Gesunde Jahre durch Blutdruckkontrolle: Eine bessere Blutdruckkontrolle in der Lebensmitte bringt laut Magnussens Studie im New England Journal of Medicine rechnerisch 2,4 Jahre ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Frauen und 1,2 bei Männern. Die Werte beruhen auf Bevölkerungsdaten und zeigen, dass sich ein besserer Blutdruck auch in der Lebensmitte noch erheblich lohnt. – Frauen in Studien: In klinischen Herz-Kreislauf-Studien sind Frauen unterrepräsentiert. Weil die daraus abgeleiteten Therapieempfehlungen für beide Geschlechter gelten, muss sich das ändern. – Was die Warnung der Uhr leistet: Als Screening-Instrument kann die Smartwatch Menschen finden, bei denen eine konventionelle Messung sinnvoll ist. Ein Hinweis der Uhr ist aber keine Diagnose, und ein fehlender Hinweis schließt Bluthochdruck nicht aus. Standard bleibt die validierte Messung mit der Oberarmmanschette. – Was neue Geräte nachweisen müssen: Jede neue Technologie braucht Validierungsstudien gegen die Oberarmmessung, und zwar unter Alltagsbedingungen. »Auch eine CE-Zertifizierung eines Devices reicht da nicht aus.« – Blutdruckmessen im Finanzamt? Hausarztpraxen fehlen Zeit und Personal, um alle Gesunden zum Messen zu empfangen. Magnussen sieht das Screening nicht primär als ärztliche Aufgabe und nennt Apotheken, vielleicht sogar Drogeriemärkte oder Behörden wie das Finanzamt. Alle Menschen ab 30 einmal im Jahr zum Blutdruckmessen in die Praxis zu schicken, hält sie für utopisch. – Nach der Diagnose: Ist ein Wert über 140 zu 90 bestätigt, auch in der 24-Stunden-Messung, steht zuerst eine Änderung des Lebensstils an, mit mediterraner, ballaststoffreicher Ernährung und ausreichend Bewegung. Bei Werten um 170 bis 180 beginnt die Behandlung mit Medikamenten je nach Herz-Kreislauf-Risiko früher, etwa bei chronischer Nierenschwäche oder nach einem Herzinfarkt. – Kein Wundermittel: Wer nur Medikamente nimmt und sonst nichts ändert, senkt sein Risiko nach Magnussens Worten nicht relevant. Nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall empfiehlt sie moderates Ausdauertraining mit Pulsuhr; Kraftsport und Ausdauertraining sollten sich die Waage halten. – Prävention über das Herz hinaus: Dieselben Risikofaktoren erhöhen auch das Risiko für Demenz, das Rauchen etwa für Lungenkrebs. Aus dem EU Safe Hearts Plan, den die EU-Kommission im Dezember 2025 vorgestellt hat, sollen nationale Herz-Kreislauf-Pläne folgen – die DGK arbeitet daran. Christina Magnussen: »Wir wissen, wie man den Blutdruck misst, und wir wissen, wie man den Blutdruck behandelt. Aber offenbar schaffen wir es trotzdem nicht.« Von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann wünscht sich Magnussen ein systematisches, niederschwelliges Blutdruckscreening ab dem jungen Erwachsenenalter, risikoadaptiert etwa bei Vorbelastung in der Familie. Würde Bluthochdruck weltweit beseitigt, ließe sich nach ihren Worten jede dritte Herz-Kreislauf-Erkrankung vermeiden. Das habe die Studie des Global Cardiovascular Risk Consortium GCVRC gezeigt, die 2023 im New England Journal of Medicine erschien.
13 Minuten
Das Kabinett beschließt die Pflegereform, der Kanzler stößt eine Debatte über die Privatversicherung an, Pharmafirmen sollen bis zu 8,5 Prozentpunkte weniger Herstellerabschlag zahlen – die Woche im Gesundheitswesen. Dazu: Organspende und Beihilfe. »Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12 Uhr. In dieser Ausgabe: - Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann fordert, dass die Krankenkassen ihre Mitglieder wieder über steigende Beiträge informieren – die Koalition hatte die Mitteilungspflicht erst kürzlich gestrichen. Die Information ist entscheidend für das Sonderkündigungsrecht: Wer wechseln will, muss bis zum Ende des Monats kündigen, in dem der höhere Beitrag erstmals gilt. - Der Orientierungswert für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen steigt 2027 um 2,2 Prozent und bleibt damit deutlich unter der vom Sparpaket gedeckelten Obergrenze von rund 3,4 Prozent. Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV: »Das ist wahrlich kein Jubelergebnis.« - Nach den Wahlniederlagen der CDU in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sieht Bundeskanzler Friedrich Merz ein Gerechtigkeitsproblem zwischen gesetzlich und privat Versicherten. Linnemann hält eine Abschaffung der privaten Krankenversicherung für verfassungsrechtlich schwierig – die Kürzungen aus dem Sparpaket sollen aber auch für die Beihilfe der Bundesbeamt:innen gelten. - Die Lücke im Sparpaket schließt die Koalition unter anderem mit dem Ende der zusätzlichen Kinderkrankentage aus der Pandemie, das 100 Millionen Euro bringt. Brechen Versicherte eine digitale Gesundheitsanwendung DiGA in den ersten 4 Wochen ab, sollen die Kassen 20 Prozent weniger zahlen – der Bundestag stimmt Mitte Oktober ab. - Krankenhausgipfel: Die zugesagten 550 Millionen Euro des Bundes für die Kliniken sollen über die Notfallreform fließen. Bei Kliniken mit mindestens 90 Prozent fehlerfreien Abrechnungen soll der Medizinische Dienst nur noch 1 Prozent der Rechnungen prüfen dürfen. - Das Bundeskabinett beschließt das Pflegeneuordnungsgesetz PNOG: Der Zuschlag für Kinderlose steigt ab Januar von 0,6 auf 0,9 Prozent, im Pflegegrad 1 entfällt die Leistung vollständig. Über zwei Forderungen der SPD -– einen Deckel für die Eigenanteile im Pflegeheim und einen Finanzausgleich mit der privaten Pflegeversicherung – berät eine Kommission bis Ende Januar. - Bis zu 8,5 Prozentpunkte weniger Herstellerabschlag sollen Pharmaunternehmen zahlen, die in Deutschland forschen, investieren und produzieren – das Fachgremium zur Standortklausel hält sein Modell selbst europarechtlich nicht für vollständig abgesichert. Die Krankenkassen warnen vor Mehrkosten von bis zu 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. - Mehr als 250 Abgeordnete von Union, SPD, Grünen und Linken unterstützen die Widerspruchslösung bei der Organspende, rund 60 setzen in einem Gegenantrag auf mehr Aufklärung. Im vergangenen Jahr spendeten knapp 1.000 Menschen nach ihrem Tod Organe, rund 8.200 standen Ende des Jahres auf den Wartelisten. - Digitalgesetz GeDIG: Der Bundesrat fordert kürzere Fristen für die elektronische Heilmittelverordnung und die elektronische Überweisung; die gematik soll zu einer »echten Digitalagentur« werden. Die Ausschüsse empfehlen, die geplante Strafe von 50 Cent je Mitglied für Kassen zu streichen, die Anwendungen der elektronischen Patientenakte ePA nicht fristgerecht umsetzen. - Ausblick: Das Gesetz für die Gesundheitsversorgung in Krisen steht laut Linnemann kurz vor dem Abschluss – das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung Zi fordert, die Praxen einzubeziehen: Gut 4 von 5 haben keinen Notfallplan für einen Stromausfall. Zudem tritt eine Verordnung der Europäischen Kommission zum europäischen Gesundheitsdatenraum in Kraft.
20 Minuten
80 Prozent der Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall erreichen ihren LDL-Zielwert von unter 55 Milligramm pro Deziliter nicht. Dabei sind Herzerkrankungen die Todesursache Nummer 1. Bei Krebs gibt es Vorsorge, Diagnose, begleitete Therapie, Nachsorge und Register. Warum fehlt das beim Herzen – und wo muss Prävention ansetzen? Darüber spricht EinBlick-Redakteur Christoph Nitz mit Prof. Ksenija Stach. Sie leitet seit Juli 2025 das Department für Endokrinologie und Diabetologie am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und ist Professorin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie der HMU Health and Medical University Potsdam. Zuvor leitete sie die Lipidambulanz der Universitätsmedizin Mannheim. Beim Kongress für Gesundheitsnetzwerker sprach sie im März 2026 über Investitionen in die Herzgesundheit. Die Themen der Folge: – Warum LDL zählt: LDL-Cholesterin ist der am besten beeinflussbare Risikofaktor, denn ohne LDL-Cholesterin entsteht kein Plaque. Der erste Schritt ist, die Werte zu messen. Doch den Check-up 35 nehmen nach Stachs Angaben nur 30 Prozent der Bevölkerung wahr, weil die Information zu wenige Menschen erreicht. – Register wie bei Krebs: Hierzulande gibt es Kampagnen wie ›Auf Ziel‹ der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie DGFL, aber nach ihren Worten keine Register. In Schweden werden alle Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt erfasst. Die Kliniken stehen mit ihren Ergebnissen beim LDL-Zielwert in der Zeitung. Die Besten werden ausgezeichnet, und der Letztplatzierte muss bei ihnen lernen. – Netzwerk in Potsdam: Ein niedergelassener Kollege, der auch bei Kindern das Cholesterin misst, hat dort ein Kompetenznetzwerk aufgebaut. Wer das bezahlt? »Na, niemand.« – Wearables und die »Cholesterinlüge«: Schritte, Herzfrequenz, EKG und Blutdruck haben viele per Wearable im Blick. Das Gesundheitsbewusstsein wächst, aber nicht in allen sozialen Schichten. Cholesterin hat an Ansehen verloren, auch durch Fernsehsendungen, die die Warnungen davor als Humbug abtun. Mehr Aufmerksamkeit bekommt Lipoprotein(a). – Sparen bei der Früherkennung? »Genau das ist das, was wir nicht tun dürfen«, sagt Stach. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz empfindet sie als Rückschritt – kein gutes Signal, denn frühzeitige Prävention spare später Milliarden Euro. – Kinderscreening ab 6 Jahren: In den Gesprächen zum Gesundes-Herz-Gesetz war man mit der Politik nach ihren Worten schon weit. Ein solches Screening findet genetisch bedingte Fettstoffwechselstörungen früh und schützt zugleich das Kind und einen Elternteil. – Prävention ab der Kita: Kinder sollen früh lernen, was ein gesunder Lebensstil ist und welche Werte wichtig sind. In den Niederlanden entsteht so Gesundheitsbewusstsein von klein auf. Und der 60-jährige Hochrisikopatient? »Nein, um Gottes willen, da ist noch gar nichts verloren.« LDL-Senkung, Blutdruckeinstellung, Lebensstil und Reha helfen auch nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. – Was die elektronische Patientenakte ePA leisten könnte: Befunde sind dort abrufbar. Es fehlen eine Abfrage zur Familienanamnese, die bei Risiko zum Check-up 35 einlädt, und die Messwerte aus Apotheken samt Hinweis, sich ärztlich abklären zu lassen. Die Schnittstellen funktionieren noch nicht gut. Ksenija Stach: »Wir müssen an einem Strang ziehen, Fakten auf den Tisch legen und nicht irgendwelche Märchen.« Stachs Vorschlag an Gesundheitsminister Carsten Linnemann: ein Kinderscreening ab 6 Jahren und Aufklärung über Risikofaktoren in Kitas, Schulen und Studiengängen. Ihr Rat an alle Hörerinnen und Hörer: die eigenen Werte kennen – Blutdruck, Langzeitblutzucker, LDL-Cholesterin und Lipoprotein(a). Wer sie nicht kennt, lässt sie bei nächster Gelegenheit in der Hausarztpraxis messen.
13 Minuten
Der Gesundheitsetat sinkt um etwa ein Drittel, die Ersatzkassen wollen die Leitstellen von 240 auf 80 reduzieren, das Ministerium plant ein AMNOG 2.0 – die Woche im Gesundheitswesen. Dazu: Feinstaub durch Brände und Gesundheitsdaten für die Forschung. »Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12 Uhr. In dieser Ausgabe: • »Es gibt keinen Puffer mehr«: Der Bundesrechnungshof hält den Haushaltsentwurf für unfertig. Das Bundesgesundheitsministerium erhält 2027 rund 14 Milliarden Euro, etwa ein Drittel weniger als im laufenden Jahr – der Bundeszuschuss an den Gesundheitsfonds sinkt auf gut 13 Milliarden Euro, ein Darlehen für die Pflegeversicherung ist zunächst nicht eingeplant. Paula Piechotta, Haushaltsexpertin der grünen Bundestagsfraktion, spricht von »Buchungstricks«. • Anhörung zur Notfallreform: Der Entwurf verbindet die Notrufnummer 112 mit der 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen und plant Integrierte Notfallzentren an Krankenhäusern. Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende der Ersatzkassen, will die Zahl der Leitstellen von rund 240 auf etwa 80 reduzieren – die Ausgaben für den Rettungsdienst stiegen 2025 auf gut 8 Milliarden Euro. • Das Bundesgesundheitsministerium plant ein AMNOG 2.0 mit zweistufiger Nutzenbewertung: Arzneimittel mit unvollständiger Evidenz werden zunächst anhand vorläufiger Endpunkte bewertet, nach 3 bis 4 Jahren überprüft der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA die Entscheidung mit Versorgungsdaten. Die neue G-BA-Vorsitzende Sonja Optendrenk will das Orphan-Privileg kippen – das Ministerium vertagt die Entscheidung. • Fast 100.000 zusätzliche Todesfälle jährlich zwischen 2010 und 2018 schätzt eine von der Weltorganisation für Meteorologie WMO zitierte Studie – seit den 1990er-Jahren hat sich die Zahl extremer Brände weltweit verdreifacht, ihr Feinstaub bedroht die Fortschritte bei der Luftqualität. • Hitzeschutz: Die Betriebskrankenkassen unterstützen die ›European Declaration on Heat and Health‹ und ihre Forderung nach einem europäischen Hitze-Gesundheitsaktionsplan. Die Hitzewelle von Mitte bis Ende Juni verursachte laut Prognos einen volkswirtschaftlichen Schaden von gut 6 Milliarden Euro. • Rund 74 Millionen Versicherte, mehr als 100 Forschungsanträge: Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit FDZ beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wächst, spätestens Anfang 2027 sollen Daten aus der elektronischen Patientenakte ePA für Forschende verfügbar sein. Nick Schneider, Referatsleiter im Bundesgesundheitsministerium, über den europäischen Gesundheitsdatenraum: »Er ist zugleich ein Standortfaktor und ein Motor für Wertschöpfung.« • Öffentlicher Gesundheitsdienst digital: Köln nutzt als erste Millionenstadt die Open-Source-Software GA-Lotse aus Frankfurt am Main. Berlin ist dagegen der Kooperation von Bayern und Baden-Württemberg auf der Plattform ÖGDigital beigetreten – dort sind weder Code noch Verträge bisher öffentlich. • Ausblick: Das Digitalgesetz GeDIG kommt am 9. Oktober zur ersten Lesung in den Bundestag, die Pflegereform wartet auf den Kabinettsbeschluss. Das Klinikum Oldenburg stellt für schwer kranke Kinder Kautabletten aus dem 3D-Drucker her – exakt auf das Körpergewicht abgestimmt.
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Über diesen Podcast

»Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen aber dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. »EinBlick – nachgefragt« präsentiert Praktiker:innen im Gesundheitswesen die wichtigen Nachrichten in einer knappen Viertelstunde im Dialogformat. Immer freitags um 12 Uhr auf den bekannten Podcast-Kanälen.
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