Auf 'ne Buddel ...
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25.03.2026
1 Stunde 18 Minuten
Ricarda Belmar ist Gastgeberin, Hausmeisterin, Psychologin und manchmal auch Tatortreinigerin. Auf dem Kiez kauft sie alte Bordelle, baut sie zu Ferienwohnungen um und sammelt nebenbei Social-Media-Material für die skurrilsten Stories über „Dinkel-Dörte“ und „Hafer-Hans“, zurückgelassene Drogen, verwüstete Wohnungen und Gäste, die mit Chauffeur vorfahren. „Das ist hier ein Mikrokosmus. Eine Welt, in der es ganz schön irre zugeht“, sagt die 35-Jährige und grinst. Die Herbergsmutter berichtet, warum der Kiez für sie eine Kindheitserinnerung ist, wie sie anfangs mit viel Elan und wenig Ahnung anfing und dabei erst mal „die halbe Reeperbahn“ unter Wasser setzte. Sie erzählt vom schlimmsten Partyvolk, von der Spezies, die sie am wenigsten erträgt, von skurrilsten Fundstücken wie einem Huhn, welche Aufgabe sie auf keinen Fall mehr erledigt. Und von ihrem großen Traum.
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04.03.2026
1 Stunde 18 Minuten
Wenn Thomas Stutzki (59) von früher erzählt, klingt es wie zwei Leben. Das eine spielt zwischen Börsentelefonen, Millionenbeträgen und schlaflosen Nächten im Anzug. Das andere zwischen Prominenten, Skandalen und durchfeierten Nächten im Tabledance-Club. Vor 28 Jahren wurde der heutige Kiez-Gastronom das Gesicht des „Dollhouses“ an der Großen Freiheit - dabei war er eigentlich Börsenmakler. Thomas Stutzki berichtet von Standleitungen zur Börse in Chicago und New York, von Hundertmillionen und Entscheidungen im Sekundentakt. Was das mit ihm gemacht hat und wie er danach ausgerechnet im „Dollhouse“ an der Großen Freiheit landete. Er erzählt von der harten Anfangszeit und dem Moment, in dem die Lawine losbrach. Der 59-Jährige spricht über lange Nächte, Partys mit Prominenten wie Eminem und über einen internationalen Star, der für einen handfesten Skandal sorgte. Thomas Stutzki berichtet von den Jahren danach, als er auf einmal Theaterdirektor wurde und von seinem Leben als Gastronom und Chef des „Hooters“, das momentan wegen einer Brandstiftung geschlossen ist.
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28.01.2026
1 Stunde 8 Minuten
Es ist früher Abend auf dem Hans-Albers-Platz. Touristen bleiben stehen, zücken Handys, aus den umliegenden Bars dringt Musik. Jan Schütt schaut auf das Kopfsteinpflaster, als würde er etwas suchen. „Hier“, sagt er dann ruhig, „hier hat mir ein Typ ein Faustmesser in die Brust gerammt.“ Die Gruppe um ihn herum verstummt. Jan Schütt (45), groß, durchtrainiert, wacher Blick, war jahrelang Wirtschafter in Bordellen auf dem Kiez. Heute ist er Fitnessstudio-Leiter, Türsteher und führt als Kult Kieztour-Guide Touristen über St. Pauli. Ein Mann, der viele Leben gelebt hat – und der heute mit Abstand auf die Jahre im Rotlichtmilieu zurückblickt. Der ehemalige Wirtschafter berichtet darüber, wie er durch eine Frau im Rotlichtmilieu landete. Er spricht über Luxus und Statussymbole, was er verdiente und wo das Geld geblieben ist. Jan berichtet von Gewalt und einer Nacht, in der der Streit um eine Hure blutig endete. Er erzählt von seinem Doppelleben, warum er aus dem Rotlichtmilieu ausstieg und wie er heute auf seine Vergangenheit zurückblickt.
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22.12.2025
1 Stunde 11 Minuten
An Weihnachten trifft es sie am härtesten. Kein funkelnder Baum, kein Duft von Festessen, keine liebevoll verpackten Geschenke. Niemand, der am Esstisch Platz nehmen wird – wie die meisten Tage im Jahr. Nur die Stimmen aus dem Radio durchbrechen die Stille. Susanne Fink-Knodel (62) weiß, wie schmerzhaft das Fest für viele ihrer Senioren ist. Als Leiterin des Nachbarschaftsheims St. Pauli an der Silbersackstraße erlebt sie ihre Not jeden Tag. Für manche Kiezianer ist der Treffpunkt mehr Zuhause als die eigenen vier Wände und der einzige soziale Halt, der ihnen nach einem bunten Leben auf St. Pauli geblieben ist. Die Leiterin des Nachbarschaftsheims berichtet von ehemaligen Sexarbeiterinnen, Wirtschaftern, Barbesitzern und Kellnern. Von Armut, Erkrankungen und fehlenden Hilfsangeboten. Von bunten Nachmittagen mit Brettspielen, lautem Lachen und manchmal auch mit mächtig Zoff. Susanne erzählt von schweren Schicksalen, der Einsamkeit, dem demenzkranken Mann, dessen Leben ein tragisches Ende nahm und dem unermüdlichen Engagement ihres Teams.
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27.11.2025
1 Stunde 16 Minuten
Eine Frau streckt den anderen Gästen mit einem zahnlosen Lachen ihren Hintern entgegen. Ein Mann drückt sich im Flur schimpfend an ihr vorbei: „Ich hab schon tausend Mal gesagt, dass ich nicht angefasst werden will.“ Ein anderer ruft fröhlich dazwischen. „Wem gehören diese Socken?“ Mittendrin steht Annette Kaiser (56) vor einer weißen Klotür. Dahinter das Wimmern einer Frau. Mit sanfter Stimme fragt die Sozialarbeiterin, ob sie helfen könne. Es sind Szenen voller Leid, voller Kuriositäten, Hoffnung und Wärme, die sich jeden Tag im „CaFée mit Herz“ an der Seewartenstraße auf St. Pauli abspielen. Gerade jetzt, wo der Winter vor der Tür steht. Für die Einen Lichterglanz, für die Anderen Überlebenskampf. Annette Kaiser berichtet von den härtesten Momenten in ihrem Job, von schweren Schicksalen, Rückschlägen und ihrer Wut auf die Sucht. Sie erzählt von ihrer eigenen, höchst skurrilen Abhängigkeit und Momenten des Glücks. Wie hart das Leben auf der Straße ist, davon berichtet ihr Schützling „Gabi“, der nach dem Knast obdachlos wurde und mit Hilfe des „CaFée mit Herz“ zurück ins Leben fand.
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Über diesen Podcast
Von Rotlicht bis Blaulicht, von Glamour bis Gosse – jede Woche
trifft die MOPO Menschen, die den Hamburger Kiez prägen. Sie nehmen
uns mit in ihre Welt, plaudern offen über Persönliches und
legendäre Geschichten. Diese Menschen sind es, die den weltweiten
Ruf von St. Pauli ausmachen. Herzlich, persönlich, nah dran. Der
Podcast erscheint begleitend zur Serie „Kiezmenschen“ in der
Wochenendausgabe der Hamburger Morgenpost.
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