gut in Beziehung Archiv
80 Episoden
9 Minuten
Was tun, wenn du Unterstützung für deine Beziehung möchtest, dein Partner aber nicht mitkommt? Ich habe in den letzten Monaten eine Antwort darauf erprobt: Walk and Talk Therapie. Dabei treffen wir uns im Freien, gehen gemeinsam durch den Wald und führen das Beratungsgespräch in Bewegung. Die Forschung zeigt: Bewegung wirkt stimmungsaufhellend und stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Der Aufenthalt im Wald senkt den Blutdruck, stärkt das Immunsystem und wirkt durch Terpene beruhigend auf das Nervensystem. In Kombination mit dem therapeutischen Gespräch entsteht ein Setting, das viele Klienten als leichter und offener erleben als die klassische Praxissituation. Ich zeige außerdem, wie ich das Brückenmodell direkt an einer realen Brücke anwende. Praxis in Teupitz, Beratung auch südlich von Berlin möglich.
6 Minuten
Längere Beziehungen bringen es mit sich, dass man sich auf vielen Ebenen begegnet – aber selten als Paar. Man ist Elternteil, verwaltet gemeinsam den Alltag, plant den nächsten Urlaub. Die Paar-Ebene rückt dabei oft in den Hintergrund. Kleine Gesten können dieses Gleichgewicht verschieben – ohne großen Aufwand, ohne Terminplanung, ohne Erwartungsdruck. Sie senden das Signal: Du bist mir wichtig, nicht nur als Mitbewohner, sondern als mein Partner. In dieser kurzen Episode aus „Gut in Beziehung" beschreibe ich, warum kleine Gesten nicht nur für den Empfänger, sondern auch für den Gebenden etwas verändern: Die innere Beschäftigung damit, was dem anderen gut tut, öffnet wieder den Blick auf den Menschen, in den man sich einmal verliebt hat. Konkrete Ideen wie das Übernehmen von Alltagsaufgaben, gemeinsame Erinnerungsmomente oder eine schlichte Umarmung werden vorgestellt – als Einstieg in ein Gespräch über Nähe und Distanz im Paar. Ich arbeite als Paartherapeut im südlichen Berlin-Umland, Dahme-Spreewald und Teupitz.
11 Minuten
Wenn Sexualität in der Partnerschaft zur Quelle von Frust wird, stellt sich die Frage: Was machen Paare anders, bei denen das nicht so ist? Diese Episode liefert Antworten aus der Forschung – und konkrete Ansätze für den Alltag. Ich stützte mich auf Studien der University of Texas, der University of Indiana und der University of Kentucky. Das Ergebnis ist überraschend klar: Glückliche Paare in ihrer Sexualität unterscheiden sich vor allem durch Kommunikation und Alltagsnähe – nicht durch Technik oder Häufigkeit. Die Episode benennt außerdem typische Stolpersteine wie Streit, unterschiedliche Lustlevel und übermäßige Routine – und zeigt, wie das Konzept der Selbsterweiterung dabei helfen kann, Neugier und Begehren langfristig lebendig zu halten. Ich bin Paartherapeut in Teupitz im Landkreis Dahme-Spreewald und begleitet Paare aus dem südlichen Berliner Raum.
9 Minuten
Die sogenannte Knowing-Doing-Gap, die Lücke zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir tatsächlich tun, ist eine der hartnäckigsten Herausforderungen in Beziehungen. In dieser Episode geht es darum, warum diese Lücke entsteht und was sie verkleinern kann. Ich beleuchte die inneren Anteile, die uns zurückhalten – Ängste, Sorgen und unbewusste Überzeugungen, die selbst gut gemeinte Vorsätze ausbremsen und zeige, wie negative Projektionen auf den Partner häufig etwas mit uns selbst zu tun haben, und warum Selbstreflexion der erste Schritt ins Handeln ist. Liebe ist eine Handlung – so lautet ein Satz von Avi Greenberg, der diese Episode trägt. Wer als Paar wachsen möchte, braucht Mut: Mut zur Verletzlichkeit, Mut zur Veränderung und Mut, einen kleinen Schritt aus der Komfortzone heraus zu wagen. Ich begleite Paare aus der Region südlich von Berlin in meiner Praxis in Teupitz.
17 Minuten
Viele Paare wissen, dass sie etwas verändern möchten – aber nicht, wo sie anfangen sollen. Ziele zu setzen klingt einfach, solange sie vage bleiben. Sobald es konkret wird, entstehen Fragen: Was wollen wir wirklich? Was ist ein echtes Ziel, was ist nur ein Wunsch, was ist ein unerfülltes Grundbedürfnis? # In dieser Episode unterscheide ich Beziehungsziele klar von Träumen und Grundbedürfnissen – denn wer einen echten Mangel in der Partnerschaft spürt, braucht kein Ziel, sondern einen anderen Ansatz. Für alle, die einen guten Ausgangspunkt haben und als Paar bewusst wachsen wollen, stelle ich drei Leitfragen vor: Was haben wir genossen und wollen wir beibehalten? Was möchten wir hinter uns lassen? Was wünschen wir uns Neues? Dazu spreche ich darüber, warum Ziele reifen müssen, wie eine Rückschau dabei hilft und welche Rolle kleine, verlässliche Routinen spielen – nicht als Pflicht, sondern als Weg auf den gemeinsamen Berg.
13 Minuten
Wenn es in der Partnerschaft der Krach kommt, ist oft wenig Energie übrig für Gespräche, Verständnis oder Lösungen. Diese Episode nimmt das ernst. Ich unterscheide zwischen lautem Beziehungskonflikt und dem stillen, passiv-aggressiven Rückzug, der häufig unterschätzt wird und erkläre, warum der erste Schritt aus einer Krise nicht die Lösung ist, sondern die Beruhigung des Systems. Drei Kerngedanken begleiten dabei: den Entscheidungshorizont klein halten, durch transparente Selbstfürsorge Kraft schöpfen und den Fokus auf die Beziehung richten - nicht auf den Partner. Das Aquarium-Bild und das Konzept des Beziehungswesens machen deutlich, wie hilfreich ein anderer Blickwinkel in schwierigen Momenten sein kann.
10 Minuten
Was unterscheidet echte Dankbarkeit in einer Partnerschaft von erlernter Höflichkeit? Und warum fällt es vielen Menschen leichter, Dankbarkeit auszudrücken, als sie anzunehmen? Ich gehe in dieser Episode der Frage nach, ob Dankbarkeit wirklich ein Game Changer in Beziehungen ist. Seine Antwort ist differenziert: Dankbarkeit entsteht, wenn wir das Gute im anderen aktiv wahrnehmen und anerkennen, dass er oder sie eine Quelle unseres Glücks ist. Das ist mehr als ein Dankeschön für den Müll – es ist die Bereitschaft, den anderen in seiner Eigenart zu sehen und zu schätzen. Die Episode beleuchtet die psychologischen Grundlagen, die häufigen Hürden (Selbstwert, Erwartungen, Erschöpfung) und gibt praktische Impulse für den Alltag. Dankbarkeit ist lernbar – und verändert den Blick auf die gesamte Beziehung. Ich arbeite als Paartherapeut im Raum südlich von Berlin.
9 Minuten
Für viele ist Weihnachten kein Fest der Freude, sondern ein Parcours aus Erwartungen, Verpflichtungen und Kompromissen, die niemand wirklich wollte. Der Kommerz nervt, die Familienbesuche kosten Kraft, und am Ende fragt man sich, warum man sich das jedes Jahr wieder antut. Diese Episode gibt dir ein konkretes Werkzeug an die Hand: die Drei-Haufen-Methode. Du sammelst alle Weihnachtsaktivitäten und sortierst sie in drei Kategorien – was du genießt, was ein guter Kompromiss ist, und was ein fauler Kompromiss ist, der dich ausshöhlt. Dann kommt der wichtigste Schritt: Einen faulen Kompromiss streichen. Nur einen. Das reicht, um etwas zu verändern. Weihnachtsstress ist selten unvermeidlich – meistens ist er das Ergebnis ungeklärter Erwartungen. Und das lässt sich ändern. Ich begleite Paare aus dem Landkreis Dahme-Spreewald und dem südlichen Raum Berlin.
17 Minuten
Werte sind mehr als Leitlinien – sie sind das, was bestimmt, ob wir uns in einer Beziehung integer und lebendig fühlen. Und wenn Paare nicht wissen, welche Werte sie jeweils mitbringen, entstehen Missverständnisse, die nichts mit bösem Willen zu tun haben. Ich erkläre in dieser Episode, was Werte grundlegend sind, wie man sie mit einer einfachen Methode für sich benennen kann und was Benjamin Franklin damit zu tun hat. Anhand des Wertequadranten nach Schulz von Thun zeigte ich, wie Werte in Partnerschaften oft unbewusst aufgeteilt werden – und wie daraus Polarisierungen entstehen, die beide erschöpfen. Das Gute: Mit drei klaren Schritten lässt sich der Weg aus diesen Dynamiken finden, ohne dass man den anderen verändern muss. Es geht um Selbstwirksamkeit – und darum, gemeinsam eine konstruktive Balance zu schaffen.
10 Minuten
Wenn Paare sagen, sie haben sich auseinandergelebt oder die Liebe sei weg, meinen sie oft: Das Hochgefühl vom Anfang ist nicht mehr da. Doch was, wenn dieses Hochgefühl nur ein Aspekt von Liebe ist – und nicht ihr Kern? In dieser Folge werden drei Ebenen romantischer Liebe vorgestellt: das emotionale Erleben, der Raum, den wir unserem Partner oder unserer Partnerin im Alltag einräumen, und das bewusste Commitment, das uns auch durch schwierige Phasen trägt. Wer Liebe nur passiv erlebt, ist auf die Reaktionen des Gegenübers angewiesen. Wer Liebe als gestaltbares Verhältnis versteht, gewinnt Handlungsfähigkeit zurück. Praxis: Reflexionsfragen helfen, den eigenen Stand zu überprüfen. Ich begleite Paare im Raum Teupitz und Dahme-Spreewald.
10 Minuten
Was liest ein Paartherapeut, wenn er selbst in der Hängematte liegt? In dieser Episode nehme ich euch mit in meine persönliche Bücherliste – fünf Empfehlungen, die ich für Paare und alle, die ihre Beziehung verstehen wollen, für besonders wertvoll halte. "Attached" erklärt, warum Nähe und Distanz in Partnerschaften so unterschiedlich erlebt werden. "Die fünf Sprachen der Liebe" zeigt, warum gut gemeinte Gesten manchmal nicht ankommen. 80/80 Marriage stellt das Konzept der Fairness in Frage und bietet einen anderen Weg. Und zwei Bücher über das Wandern zeigen, welche Kraft Natur für Beziehungen haben kann. Bücher sind kein Ersatz für Beratung – aber sie können ein guter Anfang sein. Wer sich persönliche Begleitung wünscht: Ich arbeite in Teupitz und dem südlichen Berliner Raum.
17 Minuten
Schmetterlinge im Bauch, Herzklopfen, Vorfreude – und gleichzeitig eine langjährige Partnerschaft, Kinder, gemeinsame Pläne. Wer sich fremdverliebt hat, steckt oft in einem Gefühlschaos, das sich kaum in Worte fassen lässt. Fremdverlieben ist keine Entscheidung, es passiert. Und es kann jeden treffen, auch in einer Beziehung, die grundsätzlich gut funktioniert. In dieser Folge schaue ich mir an, woher diese Gefühle kommen können. Ich beschreibe fünf Ursachen: die Entzauberung in der Beziehung, unerfüllte Wünsche, das Gefühl, nicht gesehen zu werden, unterversorgte Bedürfnisse – und manchmal auch einfach Zufall. Und ich zeige, was konkret hilft: Ruhe bewahren, Abstand schaffen, Klarheit gewinnen. Und irgendwann Transparenz herstellen, auch wenn das zunächst schwer vorstellbar ist. Fremdverlieben bedeutet nicht automatisch das Ende einer Beziehung. Es kann auch ein Hinweis sein – auf das, was ihr als Paar verändern könnt.
22 Minuten
Beruf und Beziehung stehen häufig in Konkurrenz zueinander – das spüren viele Paare, ohne genau benennen zu können, was gerade schiefläuft. In dieser Episode unterscheide ich zwischen zwei Paarkonfigurationen, die mit sehr unterschiedlichen Dynamiken zu tun haben: Paare mit einem Hauptverdiener und Doppelkarrierepaare. Bei Paaren mit einem Hauptverdiener entstehen zeitbezogene Konflikte, wenn ein Partner emotional mehr in die Arbeit als in die Partnerschaft investiert, und belastungsbezogene Konflikte, wenn Erschöpfung und unerfüllte Erwartungen ein Vorwurfskarussell in Gang setzen. Ich beschreibe konkrete Warnsignale – und was eine ETH-Zürich-Studie darüber sagt, was glückliche Paare anders machen. Bei Doppelkarrierepaaren liegen die Herausforderungen nicht im Alltag, sondern in kritischen Lebensereignissen. Jennifer Petriglieries Forschung zeigt: Wer diese Übergänge gemeinsam navigiert – statt sie dem Zufall oder dem Gehalt zu überlassen – hat deutlich bessere Chancen, Beziehung und Karriere gleichzeitig zu leben. Diese Episode gibt keine einfachen Antworten. Aber sie zeigt, wo man anfangen kann.
11 Minuten
Die Raunächte – zwölf Tage zwischen Wintersonnenwende und Neujahr – gelten seit Jahrhunderten als Zeit der Rückschau und des Innehaltens. Wer sich in dieser Zeit mit den eigenen dunklen Anteilen auseinandersetzt, schafft Raum für das, was im neuen Jahr wirklich möglich sein soll. In dieser Episode erzähle ich von meinem persönlichen Raunacht-Ritual: draußen an einem See, im Dunkeln, mit dem Funken eines Feuerstahls als einzigem Licht. Was zeigen mir die Schatten des vergangenen Jahres? Welche Menschen waren Leuchtfeuer in meinem Leben – und für wen bin ich selbst eines? Diese Fragen betreffen nicht nur mich als Einzelperson, sondern wirken direkt in meine Beziehung hinein. Denn wer sich selbst besser kennt und weniger verdrängt, kann authentischer, präsenter und liebevoller in der Partnerschaft sein. Ein konkreter Impuls für alle, die sich zwischen den Jahren einen Moment Zeit nehmen möchten – für sich und für ihre Beziehung.
15 Minuten
Mit der Elternschaft verändern sich Rollen, Ressourcen und die Dynamik eines Paares – oft stärker und schneller, als man es erwartet. Was bleibt von der Paaridentität, wenn das Kind im Mittelpunkt steht? Und wie gelingt es, die Waage zwischen Elternsein und Paarsein nicht dauerhaft aus dem Gleichgewicht geraten zu lassen? Thorsten und Dennis Winkler sprechen in dieser Sonderepisode über ihren eintägigen Workshop für Paare, Patchwork-Familien und Alleinerziehende. Sie teilen ihre eigenen Erfahrungen als Väter, erklären den Ansatz des Workshops und machen deutlich: Es gibt kein Richtig oder Falsch – nur ein eigenes Richtig, das es zu finden gilt. Das Gespräch ist ehrlich, warmherzig und praxisnah. Jesper Juuls Gedanke, dass Kinder starke Eltern brauchen – und zwar Eltern, die als Paar stark sind – zieht sich als roter Faden durch die Episode. Thorsten ist als Paartherapeut im Raum südlich von Berlin tätig.