gut in Beziehung Archiv
80 Episoden
13 Minuten
Worüber streiten Paare eigentlich? Oft geht es vordergründig um Alltagsdinge: Wer hat vergessen, die Spülmaschine auszuräumen? Wer gibt zu viel Geld aus? Doch darunter liegt meistens etwas anderes – die Frage nach Bindung. Nach Tiedemann und Heduschak gibt es vier Ebenen im Streit: Sachebene, Beziehungsebene, Selbstwertebene und Bindungsebene. Das Problem: Wir streiten auf unterschiedlichen Ebenen. Virginia Woolf, eine der klugsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit, schaffte es im Streit nicht, ihre Angst vor dem Verlassenwerden auszudrücken – sie brauchte einen Brief dafür. Sue Johnson zeigt in der emotionsfokussierten Paartherapie: Streit ist oft ein unerfülltes Bindungsbedürfnis. Wut oder Rückzug wie bei Virginia Woolf ist die sekundäre Emotion, darunter liegen Angst und Einsamkeit. Wer das versteht, kann Konflikte als Chance begreifen.
27 Minuten
Zum Urlaub höre ich von Paaren zwei gegensätzliche Geschichten: Die einen streiten mehr als je zuvor, die anderen erleben Nähe, die sie im Alltag vermissen. Beides fühlt sich verwirrend und enttäuschend an. In dieser Folge zeige ich, warum das kein Zufall ist – sondern ein Hinweis darauf, welche Muster in eurer Beziehung ohnehin wirken. Ich lade dich ein, Urlaub nicht als Problem, sondern als Spiegel zu sehen: als Ort, an dem sichtbar wird, was euch verbindet – und was euch begrenzt. Wenn wir diese Dynamiken verstehen, entsteht die Chance, neue Wege zu gehen – im Urlaub und im Alltag.
12 Minuten
Ich spreche über Mental Load – diese unsichtbare Arbeit im Kopf, die nie Pause macht. Während es im Außen ruhig ist, laufen innerlich Listen, Erinnerungen und Kontrollschleifen. Viele tragen diesen inneren Rucksack allein, und genau das macht müde, reizbar und oft auch einsam in der Beziehung. Ich lade dich ein, nicht nur auf Aufgaben zu schauen, sondern auf das, was davor und dahinter passiert: die Gedanken, das Vorausdenken, das innere Wachsein. Vielleicht erkennst du, dass Mental Load keine Schwäche ist, sondern ein Zeichen von Fürsorge – und dass er geteilt werden darf.
39 Minuten
Paare, die sich eigentlich lieben – und sich trotzdem verlieren. Der/die eine sucht Nähe, der/die andere braucht Abstand. Einer fühlt zu viel, der andere zu wenig. Und beide leiden darunter. In dieser Folge fasse ich zusammen, warum dieses Spannungsfeld kein persönliches Versagen ist, sondern ein Beziehungsmuster, das viele Paare unbewusst leben. Ich nehme dich mit in das Konzept der Kollusion nach Jürg Willi: eine unbewusste Übereinkunft, in der wir unsere inneren Konflikte über den anderen regulieren. Du erfährst, wie diese Dynamiken entstehen, was sie schützen – und wie Bewusstheit der erste Schritt in eine reifere, lebendigere Beziehung sein kann.
5 Minuten
Manchmal spüren wir, das Irgendetwas fehlt. Und das, ob wohl wir viel zusammen sind, Alltag und Termine teilen. In dieser Folge spreche ich darüber, warum Nähe nicht automatisch aus gemeinsamer Zeit entsteht und warum wir Verbundenheit trotzdem leise verlieren können. Ich lade dich ein, Nähe aus zwei Perspektiven zu betrachten: dem Raum im Außen, in dem Begegnung möglich wird, und dem Raum im Inneren, in dem dein Lieblingsmensch präsent ist – auch wenn ihr euch nicht seht. Wenn beide Räume da sind, kann Beziehung wieder lebendig werden.
8 Minuten
Ich spreche darüber, warum Nähe nicht einfach entsteht, obwohl wir sie uns wünschen. Wie alte Bindungserfahrungen beeinflussen, was wir von uns zeigen – und wie sensibel wir auf die Reaktionen unseres Gegenübers reagieren. Wenn Resonanz ausbleibt, ziehen wir uns zurück. Und genau so beginnen die Spiralen, die uns voneinander entfernen. Ich lade dich ein, Nähe nicht als Forderung zu sehen, sondern als mutige Bewegung in ein gemeinsames Spiel. Selbstoffenbarung verändert die Dynamik zwischen zwei Menschen. Sie birgt Risiken – und gleichzeitig liegt genau darin die Chance auf neue Erfahrungen von Verbindung.
8 Minuten
Ich spreche über das innere Schwanken zwischen Nähe und Distanz – zwei Pole, die in uns allen leben. Viele Paare erleben hier einen Mangel: zu wenig Verbundenheit, zu wenig Raum für sich. Oft entsteht beides gleichzeitig – und hinterlässt Erschöpfung und leise Sehnsucht. Ich lade dich ein, dein eigenes „Mobilee“ wahrzunehmen: Was bewegt sich gerade in dir? Vielleicht beginnt Veränderung nicht beim Anderen, sondern bei dir – bei der Frage, wie du wieder Kraft findest, um überhaupt in Beziehung präsent zu sein.
19 Minuten
Du wünscht dir mehr Nähe, dein Lieblingsmensch zieht sich zurück. Was oft wie Klammern oder emotionale Kälte aussieht, hat tiefe Wurzeln in unseren Bindungserfahrungen. Ich zeige, wie Bindungsangst und gesundes Autonomiestreben sich ähneln – und worin sie sich grundlegend unterscheiden. Ich lade dich ein, eure Muster nicht als Fehler zu sehen, sondern als Schutzbewegungen auf der Suche nach Sicherheit. Mit Bildern aus der Natur und konkreten Erfahrungen öffne ich einen Raum, in dem Nähe und Freiheit kein Widerspruch mehr sein müssen.
13 Minuten
Manchmal wünschst du dir Nähe, Tiefe und Verbindung – und merkst doch, dass du im entscheidenden Moment innerlich zurückweichst. Ein Teil in dir sagt Ja, während ein anderer leise bremst. In dieser Folge geht es um diesen verborgenen inneren Dialog, der oft darüber entscheidet, ob Beziehung sich öffnen kann oder verschlossen bleibt. Du entdeckst, dass diese Blockaden keine Fehler sind, sondern Schutz. Wenn du beginnst, sie wahrzunehmen statt zu bekämpfen, entsteht ein neuer innerer Raum. Nicht, um dich zu verändern – sondern um dich selbst besser zu verstehen.
11 Minuten
Manchmal merkst du, dass du öfter nachgibst, während der andere entscheidet. Du fragst dich, ob deine Bedürfnisse wirklich gleich viel zählen oder ob sich etwas still verschoben hat. In dieser Folge schaue ich auf Macht in Beziehungen – nicht als Schuldfrage, sondern als Dynamik, die uns alle betrifft. Ich entdecke, wie Macht Nähe verändert, warum Ungleichgewichte Distanz schaffen und was passiert, wenn ich beginne, anders hinzuschauen.
11 Minuten
Manchmal fühlt sich etwas in mir oder in deiner Beziehung festgefahren an. D stößt immer wieder an dieselben Grenzen, ohne genau zu wissen, warum. In dieser Folge spreche ich darüber, wie Symptome Hinweise auf größere Beziehungsdynamiken sein können – und warum sie oft eine (schräge) Lösung für etwas Tieferes sind. Ich lade dich ein, Beziehung als System zu betrachten. Nicht, um Schuld zu verteilen, sondern um wahrzunehmen, was wirkt. Wenn sich etwas innerlich bewegt, entsteht Raum für neue Perspektiven – und damit für Veränderung.
11 Minuten
Manchmal fühlt sich Beziehung leer an, obwohl wir uns doch so viel Mühe geben. Kleine Gesten bleiben unbeachtet, alte Wärme scheint verschwunden, und schnell entsteht der Eindruck, wir seien uns egal geworden. In dieser Folge schaue ich auf zwei der „Geheimnisse“ glücklicher Beziehungen nach John Gottman: die Kraft von Erinnerung und die Bedeutung alltäglicher Zuwendung. Ich lade dich ein, Beziehung wieder als lebendigen Raum wahrzunehmen, in dem Nähe durch kleine Momente wächst.
11 Minuten
Manchmal glaube ich, ich kenne meinen Partner. Und dann merke ich, wie viele weiße Flecken es eigentlich noch gibt. Ich deute, ergänze, interpretiere – und wundere mich, warum wir uns missverstehen oder aneinander vorbeireden. In dieser Folge schaue ich auf Gottmans erstes Geheimnis einer glücklichen Ehe: die Partner-Landkarte. Ich lade dich ein, wahrzunehmen, wo du deinen Lieblingsmenschen wirklich siehst – und wo du ihn vielleicht nur aus deinen eigenen Bildern heraus erklärst.
12 Minuten
Kompromisse gehören zu jeder Beziehung. Und gleichzeitig lösen sie oft ein ungutes Gefühl aus: Gebe ich zu viel auf? Werde ich übergangen? Oder passe ich mich nur an, um Streit zu vermeiden? In dieser Folge schaue ich darauf, wie Kompromisse so entstehen können, dass Verbindung wächst und Selbsttreue erhalten bleibt. Es geht um Bedürfnisse, Verhandlungsspielräume und darum, Unterschiede als gemeinsame Arbeitsfläche zu nutzen.
19 Minuten
Viele Paare fragen sich, warum manche Beziehungen Jahrzehnte halten – nicht nur formal, sondern innerlich lebendig. In dieser Folge schaue ich auf Forschung zu langjährigen Partnerschaften und auf das, was Paare tatsächlich verbindet. Ich lade dich ein, Beziehung nicht nur als Gefühl, sondern als bewusste Praxis zu betrachten. Nicht Perfektion macht stabil, sondern eine innere Ausrichtung im Umgang miteinander.