Geschichte(n) hören Archiv
547 Episoden
1 minute
Mit jedem Jahr rückt das 20. Jahrhundert weiter in die Geschichte. Aber noch bleiben seine Konturen unscharf - es begann als ein Zeitalter der blutigen Konkurrenz um die beste Ordnung der Moderne, und es endete als ein Zeitalter der vorläufigen Gewalteinhegung. Der Vortrag versuchte das 20. Jahrhundert anhand seiner Maßeinheiten zu umreißen. Er musterte dabei einzelne Leitbegriffe, die das Jahrhundert zu erschließen erlauben und erörterte die zeitlichen Zäsuren, die es begrenzen und in einzelne Phasen gliedern.
Vortrag "Das Jahrhundert vermessen" von Prof. Dr. Martin Sabrow, Humboldt-Universität zu Berlin / Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.
Vortrag "Das Jahrhundert vermessen" von Prof. Dr. Martin Sabrow, Humboldt-Universität zu Berlin / Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.
1 minute
Abend für Abend reisten unzählige Bewohner quasi aus der DDR aus: Über bundesdeutsche Medien nahmen sie teil am Leben im anderen deutschen Staat. Im eigenen Land eingemauert, entwickelten sie Wünsche, die der vermeintliche »Arbeiter- und Bauernstaat« immer weniger erfüllen konnte. Im Verlauf seiner vierzigjährigen Geschichte war die Kluft zur Bundesrepublik immer größer geworden, spätestens in den 1980er-Jahren äußerte sich zunehmend Unmut darüber. Berechtigte Forderungen nach materieller Teilhabe, aber auch nach Reisefreiheit und selbstbestimmten Entscheidungen wurden laut. Schließlich mündeten sie in der Friedlichen Revolution von 1989/90.
25 Jahre später sind wir im Rahmen der Veranstaltung bis heute aktuellen Fragen nachgegangen: Wie äußerte sich das Spannungsverhältnis zwischen »Schein und Sein« bzw. »Anspruch und Wirklichkeit« in der DDR? Wonach sehnten sich die DDR-Bürger? Warum richteten so viele Menschen ihren Blick gen Westen und was bedeutete dies für ihren Alltag im SED-Staat? Haben sich schließlich ihre Träume erfüllt?
25 Jahre später sind wir im Rahmen der Veranstaltung bis heute aktuellen Fragen nachgegangen: Wie äußerte sich das Spannungsverhältnis zwischen »Schein und Sein« bzw. »Anspruch und Wirklichkeit« in der DDR? Wonach sehnten sich die DDR-Bürger? Warum richteten so viele Menschen ihren Blick gen Westen und was bedeutete dies für ihren Alltag im SED-Staat? Haben sich schließlich ihre Träume erfüllt?
1 minute
Es war die politische Sensation des Jahres 1983: Nach wochenlangen Geheimverhandlungen vereinbarten der bayerische Ministerpräsident Strauß und Honeckers Unterhändler Schalck-Golodkowski einen Milliardenkredit, der die überschuldete DDR vor einer drohenden Staatspleite rettete. Das Darlehen war ein Produkt enger privater Beziehungen und handfester wirtschaftlicher Interessen, aber auch eines strategisch-politischen Kalküls.
Im Anschluss an die Premiere diskutierten Max Strauß, Sohn von Franz Josef Strauß, die Wirtschaftswissenschaftlerin Maria Haendcke-Hoppe-Arndt sowie der Regisseur und Drehbuchautor des Films, Peter Adler, über die Dokumentation. Das Gespräch wurde moderiert von Dr. Katja Wildermuth, Redaktionsleiterin Geschichte und Gesellschaft beim MDR FERNSEHEN.
Im Anschluss an die Premiere diskutierten Max Strauß, Sohn von Franz Josef Strauß, die Wirtschaftswissenschaftlerin Maria Haendcke-Hoppe-Arndt sowie der Regisseur und Drehbuchautor des Films, Peter Adler, über die Dokumentation. Das Gespräch wurde moderiert von Dr. Katja Wildermuth, Redaktionsleiterin Geschichte und Gesellschaft beim MDR FERNSEHEN.
1 minute
Zur 11. Zeitgeschichtlichen Sommernacht hatte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 11. September 2014 in das Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin geladen.
Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführerin der Stiftung, Dr. Anna Kaminsky, richtete die Staatsministerin für Kultur und Medien, Frau Professor Monika Grütters ein Grußwort an die Gäste des Abends.
Unter dem Motto "Konkurrierende Erinnnerung? Eine Zwischenbilanz im Europäischen Jahr der Zeitgeschichte" diskutierten auf dem darauffolgenden Podium der ehemalige Außenminister der Tschechischen Republik, Karel Fürst zu Schwarzenberg, und der Historiker Dr. Gerd Koenen. Es moderierte Harald Asel vom Inforadio des rbb.
Das abschließende Resümee zog Markus Meckel, Ratsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführerin der Stiftung, Dr. Anna Kaminsky, richtete die Staatsministerin für Kultur und Medien, Frau Professor Monika Grütters ein Grußwort an die Gäste des Abends.
Unter dem Motto "Konkurrierende Erinnnerung? Eine Zwischenbilanz im Europäischen Jahr der Zeitgeschichte" diskutierten auf dem darauffolgenden Podium der ehemalige Außenminister der Tschechischen Republik, Karel Fürst zu Schwarzenberg, und der Historiker Dr. Gerd Koenen. Es moderierte Harald Asel vom Inforadio des rbb.
Das abschließende Resümee zog Markus Meckel, Ratsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung.
1 Stunde 50 Minuten
Auf den ersten Blick hatten viele Frauen in der DDR gute Voraussetzungen für ihre Lebensgestaltung. Das Babyjahr, eine flächendeckende Kinderbetreuung, der Haushaltstag oder das Frauensonderstudium sicherten ihre Berufstätigkeit sowie die damit verbundene Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Trotz dieser Strukturen, die auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgerichtet waren, erlebten viele Frauen täglich die große Kluft zwischen dem politisch verordneten Frauenbild der SED und der Alltagswirklichkeit. Dabei galt es für sie vielfach, den schwierigen Spagat zwischen Familie und Arbeitsleben zu bewältigen. Die vierte Veranstaltung der Reihe »Erinnerungsort DDR« beschäftigt sich mit dem Rollenbild der Frauen in der DDR: Welche Stellung nahmen die Frauen im SED-Staat ein? Wodurch war ihr Erwerbs- und Familienleben gekennzeichnet? Welche Veränderungen brachte die deutsche Einheit mit sich? Es diskutierten: Dr. Anna Kaminsky, Marianne Birthler, Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Prof. Dr. Hildegard Maria Nickel. Moderation: Regina Mönch (FAZ)
1 Stunde 51 Minuten
Marianne Birthlers Geschichte ist durch die doppelte Erfahrung des Lebens in der DDR und im wiedervereinten Deutschland gekennzeichnet. Aufgewachsen in Ost-Berlin, setzte sich Marianne Birthler schon als junge Frau für mehr Selbstbestimmung ein. Ihre Haltung führte sie Mitte der achtziger Jahre in die Opposition gegen den SED-Staat und schließlich ins Zentrum der revolutionären Ereignisse von 1989. Als erste Kultusministerin im neuen Bundesland Brandenburg, erste Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und als Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen hat Marianne Birthler die jüngere deutsche Geschichte maßgeblich mitgeprägt. Auf Einladung der Bundesstiftung Aufarbeitung und des Verlags Hanser Berlin las Marianne Birthler am 8. Juli 2014 aus ihrer Autobiographie "Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben" und sprach mit Markus Pieper (Bundesstiftung Aufarbeitung) über wichtige Stationen ihres Lebens. Die Bundesstiftung Aufarbeitung dankt Hanser Berlin für die freundliche Genehmigung, die Lesung Marianne Birthlers als Podcast veröffentlichen zu dürfen.
1 Stunde 23 Minuten
Seit 1920 inszenierte die Sowjetunion Gerichtsverhandlungen, deren Verlauf und Ergebnis bereits zuvor feststehen. Das Ziel dieser Verhandlungen war nicht Gerechtigkeit oder Rechtsprechung, sondern eine öffentliche Zurschaustellung der politischen Gegner und der eigenen Macht. Auch der Nationalsozialismus bediente sich solcher Schauprozesse als Herrschaftstechnik und Herrschaftsritual. Die DDR folgte wie andere dem kommunistischen Block zugehörige Staaten diesem Vorbild und demonstrierte in Theatern, großen Betriebskantinen oder öffentlichen Räumen, wie Recht als politisches Instrument missbraucht werden kann, um politisch missliebige Menschen öffentlich zu demütigen und abzuurteilen sowie andere Menschen zu entmutigen, in Opposition zum Regime zu treten. Das Podiumsgespräch geht der Frage nach, wie Recht als Waffe in den jeweiligen Systemen missbraucht wurde und welche Wirkung diese Abschreckung und gleichzeitige Propaganda für die Gesellschaften hatte. Es diskutierten die Historiker Prof. Dr. Klaus Marxen, Fabian Thunemann und Dr. Falco Werkentin. Moderation: Dr. Ulrich Mählert (Bundesstiftung Aufarbeitung)
2 Stunden
Religion und kommunistische Staatsideologie befanden sich in der DDR in einem fundamentalen Gegensatz. Die SED sah in den Glaubensgemeinschaften weltanschauliche Konkurrenten. Ihr Ziel war es deshalb, religiösen Glauben so weit wie möglich aus dem Alltag der Menschen zu verdrängen. Dabei schreckte die Staatspartei auch vor repressiven Maßnahmen nicht zurück. Doch die Kirchen blieben Frei- und Schutzräume in der Diktatur. Viele oppositionelle Aktivitäten im Revolutionsherbst 1989 fanden hier ihren Ausgangspunkt. Unter dem Titel "Fürchtet euch nicht. Glaube im Sozialismus" diskutierten am 3. Juni 2014 in der Bundesstiftung Aufarbeitung: Der Bischof des Bistums Magdeburg, Dr. Gerhard Feige; der Theologe Professor Klaus Fitschen, die Kantorin Jalda Rebling, der frühere Pastor Jörg Swoboda sowie die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Dr. Ellen Ueberschär. Das Gespräch moderierte Dr. Jacqueline Boysen von der Evangelischen Akademie zu Berlin.
1 Stunde 23 Minuten
In der Biografie "Sonja: 'negativ-dekadent'" zeichnet die Autorin Silke Kettelhake das Leben von Sonja Rachow nach, die als rebellische Jugendliche den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau durchleiden musste. Bei der Präsentation des Buches am 14. Mai 2014 sprachen die Zeitzeugin und Hauptperson des Buches Sonja Rachow und die Autorin Silke Kettelhake mit dem Historiker Wolfgang Benz über die menschenverachtenden Umerziehungsversuche in den DDR-Kinderheimen.
1 Stunde 48 Minuten
In der von der SED proklamierten Diktatur des Proletariats gab es vielfältige Spannungen und Interessenkonflikte zwischen der Arbeiterklasse und »ihrer« Partei. Anspruch und Realität klafften weit auseinander. Typisch in den Betrieben war eine Mischung aus Meckern, Mitmachen und Verweigern. Nach ihren Zukunftserwartungen gefragt, meldete die SED-Parteileitung eines Falkenseer Betriebes 1988 ernüchtert: »Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen werden sich wiederum nicht wesentlich verbessern.« Nach Jahrzehnten zentraler Planwirtschaft lag der »Arbeiter- und Bauernstaat« ökonomisch am Boden. Die zweite Veranstaltung der Reihe »Erinnerungsort DDR« hinterfragte deren Arbeitswelt. Es diskutierten: Prof. Dr. Wolfgang Engler, Klaus Kordon, Katharina Landgraf, Gerald Rosner. Moderation: Dr. Jens Schöne.
1 Stunde 32 Minuten
Die DDR gibt es nicht mehr, aber in der Erinnerung der Deutschen lebt sie fort. Dabei erscheint der SED-Staat vielen Ostdeutschen heute in einem milderen Licht als im revolutionären Herbst 1989: Voll Nostalgie erinnern sie sich an vermeintlich positive Aspekte ihres Lebens. Für andere stehen dagegen die Mauertoten, die politischen Unrechtsurteile oder die umfassende Überwachung der Menschen durch das Ministerium für Staatssicherheit im Vordergrund.
Fast 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution wurde am 8. April 2014 in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur über die DDR in der heutigen Erinnerungskultur diskutiert. Das Podiumsgespräch bildete den Auftakt der Veranstaltungsreihe "Erinnerungsort DDR - Alltag, Herrschaft, Gesellschaft", die gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft, dem Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Bundesstiftung Aufarbeitung ausgerichtet wird. Impulsvortrag: Prof. Dr. Peter Steinbach. Diskussion: Prof. Dr. Peter Steinbach, Claudia Rusch, Sergej Lochthofen und Saraya Gomis. Moderation: Dr. Ulrich Mählert.
Fast 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution wurde am 8. April 2014 in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur über die DDR in der heutigen Erinnerungskultur diskutiert. Das Podiumsgespräch bildete den Auftakt der Veranstaltungsreihe "Erinnerungsort DDR - Alltag, Herrschaft, Gesellschaft", die gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft, dem Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Bundesstiftung Aufarbeitung ausgerichtet wird. Impulsvortrag: Prof. Dr. Peter Steinbach. Diskussion: Prof. Dr. Peter Steinbach, Claudia Rusch, Sergej Lochthofen und Saraya Gomis. Moderation: Dr. Ulrich Mählert.
1 Stunde 47 Minuten
Welche Konflikte um Pässe, Inszenierungen oder Druckgenehmigungen Bertolt Brecht und Helene Weigel nach der Rückkehr aus dem Exil ausfechten mussten, erzählt Werner Hecht in diesem Buch. Der Autor war 1959 bis 1974 Mitarbeiter des Berliner Ensembles, leitete 1976 bis 1991 das Brecht-Zentrum der DDR und gehört zu den maßgeblichen Herausgebern der Werke Brechts. Bei seinen jüngsten Archivrecherchen hat er zahlreiche bisher unbekannte Quellen entdeckt, die Brechts listigen Kampf gegen Parteidogmen, bornierte Kritiker und Konkurrenten illustrieren. Der Band zeichnet das Porträt eines großen und eigensinnigen Künstlers, der in der DDR weder Staatsdichter noch Dissident gewesen ist. Lesung: Dieter Mann. Gespräch: Dr. Werner Hecht, Dr. Stefan Wolle und Günter Berg.
1 Stunde 46 Minuten
Menschenrechte und Frauenrechte standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, die aus Anlass des »Tags der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden« am 6. März 2014 in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur stattfand. Es diskutierten: Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International; Markus Löning, ehemaliger Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung; Kathrin Oxen, Leiterin des Zentrums für evangelische Predigtkultur Wittenberg; Almut Ilsen, Mitglied der Gruppe "Frauen für den Frieden" in der DDR sowie Prof. Irina Scherbakova von Memorial Moskau. Das Gespräch moderierte Dr. Martina Weyrauch, Leiterin der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.
1 Stunde 57 Minuten
Valentīna Freimane (*1922) entstammt einer mehrsprachigen jüdischen Familie aus Riga. Ihre Kindheit verbrachte sie zwischen Lettland und Berlin, wo ihr Vater als Rechtsberater für die UFA tätig war. Ab 1929 besuchte sie eine deutsche Schule in Riga und lebte bei ihren Großeltern, bis ihre Eltern 1935 aus Berlin zurückkehrten. Nach der deutschen Besetzung Lettlands im Juni 1941 wurden ihre Eltern in das Ghetto von Riga verschleppt und später erschossen. Valentı̄na Freimane überlebte bis zu ihrer Befreiung durch die Rote Armee im Oktober 1944 in Verstecken. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb sie im sowjetisch besetzten Lettland, wo sie eine Karriere als Film- und Theaterwissenschaftlerin machte. Im Gespräch mit Rosa von Praunheim blickt Valentina Freimane auf ihr bewegtes Leben in zwei Diktaturen zurück.
1 Stunde 48 Minuten
Wer heute über die deutsch-französischen Beziehungen nach 1945 spricht, denkt in der Regel an den Élysée-Vertrag, das Deutsch-Französische Jugendwerk und die (bundes)deutsch-französische Aussöhnung. Vergessen wird dabei häufig, dass auch die DDR bis zu ihrem Ende 1990 Beziehungen verschiedenster Art zu Frankreich unterhielt. Ihre Spezifika stehen im Mittelpunkt eines neuen Sammelbandes, der den Ort der DDR in den deutsch-französischen Beziehungen nach 1945 definieren will. Dabei zeigen die verschiedenen Beiträge, dass sich in diesem Beziehungsgeflecht auf politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene ein spannungsreiches deutsch-deutsch-französisches Dreiecksverhältnis herausbildete, das bis 1990 Bestand hatte. Podiumsgespräch mit: Prof. Dr. Ulrich Pfeil, Prof. Dr. Etienne François. Moderation: Dr. Ulrich Mählert.