Episoden
21.06.2026
1 Stunde 19 Minuten
In dieser Folge haben wir die Autorin Katharina Unteutsch zu Gast. Sie hat den Roman "Die weite Sargassosee" von Jean Rhys aus dem Jahr 1966 mitgebracht. Ein aufregendes Buch, geschrieben von einer Frau, deren Leben auch aufregend gewesen ist, oft allerdings im negativen Sinne. Und so ist "Die weite Sargassosee auch keine leichte Strandlektüre sondern ein dunkel glosender Monolith, der auf nur 220 Seiten ein abgründiges Identitätsdrama vor dem betörenden Hintergrund der Karibik entwickelt. Dabei ist der Roman zugleich ein mutiges und notwendiges Prequel zu "Jane Eyre" von Charlotte Brontë. Es geht um Natur und Zivilsation, Wildheit und Unterdrückung, Hautfarben, Geschlechter und die Flucht in den Wahnsinn. Wir sprechen auch über die Frage, ob der Roman feministisch und im engen Sinne postkolonial ist, und gehen auch ein wenig auf das Leben der Autorin ein.
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17.05.2026
1 Stunde 10 Minuten
Diesmal sprechen wir über "Nachts ist es leise in Teheran" von Shida Bazyar aus dem Jahr 2016 und über den Millionenerfolg "Schweinerei" von Marie Darrieusseqc, der 1996 auf Französisch veröffentlicht wurde. Wir sprechen über den Versuch, eine iranische Fluchtgeschichte aus mehreren Perspektiven und in verschiedenen Zeiten zu erzählen und über Satire als manchmal ermüdendes Genre. Außerdem fragen wir uns, wie gut Bazyar die Rollenprosa in ihrem Romandebüt gelingt, und was uns Darrieusseqc mit ihrem Skandalbuch eigentlich sagen wollte. Es geht um migrantische und weibliche Identitäten, um Kommunismus und Kapitalismus und um Emapthie und Genervtheit.
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19.04.2026
1 Stunde 31 Minuten
Diesmal sprechen wir über das aktuelle autofiktionale Werk "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" von Judith Herrmann und über Tove Ditlevsens autofiktionalen Klassiker "Kindheit" aus dem Jahr 1967. Wir sprechen über Leerstellen in familiären Erzählungen, die Frage, wer sich heute noch für den Holocaust interessiert, und über unser eigenes Interesse an den Biografien unserer Eltern und Großeltern. Außerdem beschäftigen wir uns mit Kindheit im Allgemeinen und der von Tove Ditlevsen im Besonderen und gehen der Frage nach, ob das Lesen und Schreiben von Literatur alleingelassene Menschen eher rettet oder beschädigt. Eine lange und teils persönliche Folge, die auch um die Frage kreist, wieviel Verdrängung nötig ist, um lebensfähig zu bleiben.
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15.03.2026
1 Stunde 23 Minuten
Diesmal sprechen wir über den gerade erschienenen, episodisch gestalteten Roman "Liefern" von Tomer Gardi und Marlen Haushofers Klassiker "Die Wand" aus dem Jahr 1963. Im Gespräch über die beiden Romane kommen wir auf Themen wie "Lieferdienste", "Liebe zu Tieren" und "Differenzfeminismus". Wir sprechen über Individualismus als Privileg, Fürsorge, Resilienz, Freiheit in der Zivilisation und in der Natur und außerdem über Nefelis Vorsatz, freundlich zu sein,
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28.02.2026
52 Minuten
Diesmal haben wir den Autor Daniel Mellem zu Gast, dessen neuer Roman "Einstein im Bade" gerade bei Kein & Aber erschienen ist. Er hat den Zweitling des US-amerikanischen Autors James Baldwin mitgebracht, den 1956 erschienenen Roman "Giovannis Zimmer". Wir sprechen über homosexuellen Selbsthass, "American Innocence" und True-Crime-Stories der 1950er, in denen Schwule Opfer und Täter sind. Außerdem geht es um die Körperfeindlichkeit des "weißen" Amerika, um Hassliebe, Frauen- und Männerrollen und die Zusammenhänge zwischen individuellem Begehren und gesellschaftlichen Leitbildern. Und natürlich geht es auch um die Frage, wie wir uns den Ich-Erzähler des Romans vorstellen und was uns an ihm fasziniert.
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Über diesen Podcast
Nefeli Kavouras und Anselm Neft sprechen über das, was sie bewegt.
Von Edgar Allan Poe bis Sally Rooney. Mal schlägt Nefeli ein Buch
vor, mal Anselm. Und manchmal laden sie Gäste ein, die Bücher
mitbringen, über die sie unbedingt sprechen wollen. Am Ende geht es
immer um Themen, die uns alle betreffen: Was uns verbindet, was uns
trennt, was uns lieben lässt, was uns daran hindert, was uns
glauben und was uns zweifeln lässt. Und was das sein könnte:
Gerechtigkeit.
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