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  3. Grenze des Sagbaren Podcast

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1 Stunde 31 Minuten
In dieser Folge des Podcasts über die Grenzen des Sagbaren geht es um Theater – genauer gesagt, um politisches Theater. Dafür habe ich mich mit Fabian Rosonsky getroffen – in seinem Heimatdorf in Sachsen-Anhalt, an der Elbe. Fabian ist Regisseur beim Theaterkollektiv Polyformers und thematisiert dort die Reichsbürgerszene des so genannten „Königreich Deutschland“ rund um Peter Fitzek ebenso wie die völkisch-esoterische Anastasia-Bewegung und rechte Influencer*Innen, die über Social Media Jugendliche für ihre Ideologie und Geschäfte rekrutieren wollen.

 

Ich habe mit ihm darüber gesprochen, was gutes politisches Theater ausmacht, warum er keine echten Nazis auf die Bühne holt und wie die Bild-Zeitung mit dem Reichsbürger Peter Fitzek kooperierte und ihn sogar in eine Theateraufführung einschleuste.

Außerdem sprechen wir über die Kulturpolitik von CDU und AfD und darüber, wie wichtig Solidarität in diesen Zeiten ist.
1 Stunde 44 Minuten
Dieses Mal geht es um ein Thema, über das viel geredet wird, und zu dem gleichzeitig doch zu viele Menschen schweigen. Es geht um Antisemitismus. Thematisiert wurde er zuletzt – zu Recht – anlässlich der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und anlässlich des Jahrestags des Massakers der Hamas vom 7. Oktober. Weniger Beachtung findet hingegen der völkische Antisemitismus unter anderem bei der AfD, und der Antisemitismus in der viel beschworenen Mitte der Gesellschaft wird gleich ganz und gar bestritten.

Tom Uhlig ist Vertretungsprofessor für Demokratieförderung und Methoden an der Hochschule RheinMain und beschäftigt sich mit Antisemitismuskritik, Rechtsextremismusforschung und politischer Bildung. Vier Jahre lang war er Referent für Antidiskriminierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Frankfurt am Main, zudem war er Projektleiter an der Bildungsstätte Anne Frank. Er schreibt Artikel für die Jungle World und Belltower News. Außerdem ist er Herausgeber und Autor mehrerer Bücher zum Thema Antisemitismus. Zuletzt erschienen sind die Bücher Antisemitismuskritik im Handgemenge im Neofelis Verlag, sowie Antisemitismus definieren im Verbrecher Verlag. Letzteres hat er gemeinsam mit Nikolas Lelle verfasst.

In diesem Podcast spreche ich mit ihm darüber, welche Formen von Antisemitismus sich von AfD über CDU bis hin zur Linkspartei finden, welche Rolle er in Kunst und Kultur spielt und warum er das Potential hat, progressive Bewegungen wie die Proteste gegen die AfD oder die Klimabewegung zu zerstören. Wir sprechen aber auch darüber, wie der Antisemitismusvorwurf benutzt wird, um politischen Gegnern zu schaden und warum der Axel Springer Verlag nicht glaubwürdig gegen Antisemitismus einsteht. Und schließlich wird Tom Uhlig uns verraten, ob er im Vorprogramm von Ed Sheeran einspringen würde.

Das Gespräch wurde am 04.10.2026 aufgezeichnet. Neuere Entwicklungen konnten daher nicht mehr berückichtigt werden.
33 Minuten
Auch in der Musik verschieben sich Die Grenzen des Sagbaren zusehends. Und zwar zu Lasten von Menschen, die sich eine freiheitliche, emanzipatorische und demokratische Gesellschaft wünschen. Das sagt der Musikwissenschaftler Thorsten Hindrichs anlässlich der Debatte um Danger Dans Lied „Keine Angst“, das vor allem dadurch bekannt wurde, dass es in der ZDF Satiresendung Die Anstalt nicht aufgeführt werden durfte. Thorsten Hindrichs ist Musikwissenschaftler an der Universität Mainz, forscht dort zu Musik und Jugendkulturen sowie Rechtsrock. Außerdem ist er seit 2015 im Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus des Landes Rheinland-Pfalz aktiv und engagiert sich in der politischen Bildungsarbeit. Mit ihm habe ich nicht nur über das Lied und den Umgang damit gesprochen, und ihn gefragt, warum antifaschistischer Widerstand als Thema in der Musik so aufgeregt diskutiert wird.
36 Minuten
Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Laut der jüngsten Umfrage vom ZDF steht die völkische und antidemokratische AfD dort bei 40 Prozent. Ihre Gesinnung zeigt die Partei offen: auf ihren Wahlveranstaltungen umgibt sie sich mit rechten YouTubern, die unabhängige Journalist*Innen einschüchtern und angreifen. Einige der Landtagskandidaten der AfD waren in mittlerweile verbotenen völkischen Organisationen wie der Artgemeinschaft oder der Heimattreuen Deutschen Jugend aktiv – oder sind es möglicherweise bis heute. Bei zweien fanden deshalb erst vor wenigen Tagen Hausdurchsuchungen statt. Antifaschistische Treffpunkte und Kulturorte hat die AfD zum Feind erklärt. Bei einem Wahlsieg der Blauen wären diese akut bedroht.

Robert Fietzke leitet einen dieser bedrohten Orte: die Zora in Halberstadt. Mit ihm habe ich über die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt und seinen Blick auf die Landtagsahlen gesprochen. Außerdem habe ich ihn gefragt, wie er auf die Debatte um Danger Dans neuen Song „Keine Angst“ blickt und was all das über die Grenzen des Sagbaren aussagt.
43 Minuten
Während Union, AfD und das rechte Vorfeld antifaschistische Künstler*Innen und Kulturorte angreifen, entscheidet sich das ZDF ganz ohne Druck von außen einen Auftritt von Danger Dan und Igor Levit in der Anstalt abzusagen. Die offizielle Begründung: der Song "Keine Angst" könne "als Aufruf zu Gewalt" verstanden werden.

In dieser Folge spreche ich mit dem Musikwissenschaftler Dr. Torsten Hindrichs, dem Leiter des soziokulturellen Zentrums Zora in Halberstadt, Robert Fietzke und der linken Medientrainerin Emily Laquer über vorauseilenden Gehorsam beim ZDF und anderswo, die Notwendigkeit von antifaschistischer Gegenwehr und die Strategien, die Danger Dan in "Keine Angst" besingt.
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Über diesen Podcast

Hallo und herzlich willkommen bei der Grenze des Sagbaren. Jeden Tag können wir in großen Medien und auf Social Media-Plattformen Menschen dabei zusehen und zuhören, wie sie darüber jammern, dass sie eigentlich nichts mehr sagen dürfen. Und selbstverständlich sprechen sie das, was angeblich nicht gesagt werden kann, munter und ohne Angst vor ernsthaften Konsequenzen immer wieder aus. Nicht wenige derer, die von sich behaupten nichts mehr sagen dürfen, haben eigene Podcasts, Kolumnen oder Fernsehsendungen oder sind regelmäßig in solchen zu Gast. Und fast immer verbirgt sich hinter den angeblich tabuisierten Aussagen Rassismus, Antisemitismus, Frauen- oder Queerfeindlichkeit. Und das angebliche Sprechverbot ist tatsächlich Widerspruch und zivilgesellschaftlicher Protest gegen derartige Menschenfeindlichkeit. Gleichzeitig werden Menschen, die versuchen, dem immer offener auftretenden rechten Zeitgeist entgegenzutreten eingeschüchtert und bedroht. Zivilgesellschaftliche Initiativen und politische Bildungsträger, aber auch Künstler*Innen, Schriftsteller*Innen und sogar Buchhandlungen geraten, ganz im Sinne rechter Demokratiefeinde, unter Generalverdacht, verlieren ihre Finanzierung, werden öffentlich an den Pranger gestellt und müssen um Räume für ihre Arbeit oder für Auftritte fürchten. In diesem Podcast möchte ich mich kritisch mit dieser gesellschaftlichen Entwicklung beschäftigen, in der Unsägliches immer sagbarer wird, während ein konsequentes Eintreten für Demokratie und Menschenrechte sowie gegen Faschismus in all seinen Erscheinungsformen immer mehr unter Generalverdacht gerät. Grenze des Sagbaren wird produziert von Playout Media UG. Redaktion: Silvio Duwe Die Grenze des Sagbaren finanziell unterstützen: ko-fi.com/grenzedessagbaren
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„Grenze des Sagbaren“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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