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Weltliteratur
Dante Alighieri, (*1265 in Florenz, gest. 1321 in Ravenna, Mutter
früh verstorben, Vater Geldverleiher in Florenz), gehörte dem
guelfisch gesinnten Stadtadel an, war verheiratet und hatte 4
Kinder.
Als Mitglied des obersten Ratsgremiums trat er an der Seite der
Weißen Guelfen, die sich für eine Autonomie der Stadt gegenüber dem
Papst (Bonifazius VIII.) einsetzten, gegen die Schwarzen Guelfen
und die Ghebelinen und geriet zwischen alle Fronten der politischen
Lager.
1302 wurde Dante in Abwesenheit (Botschafter beim Papst Bonifazius
VIII. in Rom) zu einer Geldstrafe wegen Korruption verurteilt, die
er nicht zahlte, und zum Ausschluss von allen öffentlichen Ämtern.
Schließlich wurde sein Besitz enteignet und er für vogelfrei
erklärt (bei Rückkehr Tod durch Verbrennen). Seine Gattin folgte
ihm nicht ins Exil, während die Söhne mit dem 13. Lebensjahr
Florenz verlassen mussten. Ab etwa 1316 ließ Dante sich in Ravenna
nieder, u.a. als fürstlicher Sekretär und Lehrer für Poetik und
Rhetorik.
Dante schrieb in der Zeit von 1307-1321 die "Comedia", (beginnt im
Gegensatz zur Tragödie tragisch, endet gut), die erst Boccaccio
'göttlich' genannt hat, nicht in üblichem Latein, sondern in der
"vulgären" italienischen Volkssprache und gilt als Wegbereiter für
die moderne italienische Sprache. Dantes Abbild findet sich
übrigens auf italienischen Zwei-Euro-Münzen (2002).
Das Werk schildert in 100 Gesängen seine Reise durch die drei
Reiche des Jenseits: Hölle (33), Läuterungsberg (in Begleitung
Vergils, später auch Statius; 33) und das Paradies (in Begleitung
seiner früh verstorbenen, vergötterten Jugendliebe Beatrices, denn
Vergil muss, da vorchristlich und damit ungetauft, hier umkehren;
später vom Hl. Bernhard v. Clairvaux abgelöst; 34 Gesänge).
Unterwegs begegnen ihnen zahllose Seelen der Verstorbenen, deren
Laster und Bußen (diese oft als ironische Umkehrung ihrer
begangenen Sünden) den Lebenden auf der Erde als Warnung dienen,
darunter historische Persönlichkeiten aus Staat und Kirche,
Heerführer, mythologische Gestalten und persönliche Bekannte, u.a.
seine Gegner aus Florenz, wobei Dante auf politische Ereignisse in
Italien von der späten Stauferzeit des 11. Jahrhunderts bis zur
Zeit der frühen Habsburger und des Kaisers Heinrich VII. aus dem
Haus Luxemburg Bezug nimmt sowie, insbesondere mit Beatrice als
seine Führerin und Lehrerin über die Ordnung des Universums,
astronomische und mathematische Rätsel (Erklärungsversuch der
Dreieinigkeit Gottes mit der Dreiteilung eines Kreisbogens) und
theologische Probleme diskutiert.
Sein Weg beginnt durch die Vorhölle: ein dunkler Wald (Synonym für
sein Exil?), bevor er die restl. 9 „Kreise“ der Hölle, die er im
Inneren der nördlichen Erdkugel verortet, erreicht, den Sitz des
Teufels. Die Höllenkreise sind konzentrische Kreise, die
trichterartig in die Tiefe gehen und aus 7 Terrassen (7 Todsünden)
bestehen: Maßlosigkeit (2.–4. Kreis), Bosheit (5.–7. Kreis), Verrat
(8. und 9. Kreis).
Dann gelangt er zum Läuterungsberg, der als Landmasse aus der
Südhalbkugel herausragt und als Rundweg um einen Berg angelegt ist.
Auf sieben Terrassen leiden die Seelen ebenfalls unter grausamen
Strafen, aber nun mit der Hoffnung, die 9 Stufen zur Erlösung zu
erklimmen. Auch Dante tut Buße auf dem Weg zum Licht und sucht sich
von falschen Leidenschaften, vor allem von seinem Hochmut zu
befreien. Schließlich wird das letzte P (ital. peccato „Sünde“) von
seiner Stirn entfernt und er gelangt zu den 9 Himmeln des
Paradieses, die konzentrisch und sphärisch in einer weißen Rose
angeordnet sind, in deren Mitte die Dreifaltigkeit erstrahlt,
durchdrungen von den vier Kardinalstugenden und den drei
theologischen Tugenden. Hier unterhält er sich mit großen Heiligen
der Kirche, erschaut Maria als Himmelskönigin und den dreieinigen
Gott und erkennt die Verbindung von Menschheit und Liebe, nach der
er gesucht hat.
(Zusammenfassung von Yessy)
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