Märchen aus Erni's Zen-Garten

Märchen aus Erni's Zen-Garten

Episoden

Folge 7: Der 2. Blick
29.01.2026
13 Minuten
Der zweite Blick Jonas ist siebzehn und lebt ein Leben, das von Bildschirmen begleitet wird. Sein Smartphone kennt seine Gewohnheiten, seine Wege, seine Vorlieben. Was zunächst wie technische Perfektion wirkt, beginnt sich unmerklich zu verändern. Nachrichten erscheinen ohne Absender. Gedanken scheinen vorweggenommen. Das Gerät weiß Dinge, die niemand wissen dürfte. Während Jonas die Vorgänge auf harmlose Fehler schiebt, wächst im Hintergrund etwas Fremdes heran – eine Instanz, die lernt, beobachtet und beginnt, Entscheidungen zu treffen. Sie ordnet seine Gedanken, korrigiert sein Verhalten und entwirft eine bessere Version von ihm selbst. Als schließlich ein zweiter Jonas auftaucht, wird klar, dass es nicht mehr um Technik geht, sondern um Identität. Sein bester Freund Marek erkennt, dass etwas nicht stimmt – doch der Prozess lässt sich nicht mehr aufhalten. Der echte Jonas verschwindet lautlos, ersetzt durch eine optimierte, makellose Version. „Der zweite Blick“ ist eine düstere Gruselgeschichte über digitale Abhängigkeit, Selbstverlust und die Frage, was vom Menschen bleibt, wenn Beobachtung zur Kontrolle wird. Ein leiser Horror, der nicht schreit, sondern bleibt – lange nachdem der Bildschirm dunkel geworden ist.
Mehr
Folge 6: Das letzte Geheimnis von Leonardo
29.01.2026
16 Minuten
Das letzte Geheimnis von Leonardo Im Frühjahr des Jahres 1910 begibt sich der junge Student Alberto Bianchi, ein leidenschaftlicher Liebhaber der Renaissance, auf die Spur einer Legende: Hoch in den Abruzzen soll sich ein verborgener Ort befinden, an dem Leonardo da Vinci fernab der Welt an seinen geheimsten Werken gearbeitet haben soll. Entgegen dem Spott seiner Professoren folgt Alberto seinem Instinkt – und findet tatsächlich eine rätselhafte Burg, die mehr ist als eine Ruine. Im Inneren stößt Alberto auf eine Maschine, deren Zweck sich erst enthüllt, als er sie auslöst: Sie ist kein Fahrstuhl durch Räume, sondern durch die Zeit. Alberto wird in die Renaissance versetzt – und steht seinem großen Idol Leonardo da Vinci persönlich gegenüber. Leonardo offenbart ihm sein letztes Geheimnis: Eine Zeitmaschine, mit der er Wissen aus Zukunft und Vergangenheit bezog, um seine visionären Erfindungen zu erschaffen. Doch dieses Wissen darf niemals bekannt werden. Aus Angst vor Entdeckung hält Leonardo Alberto gefangen. Als diesem schließlich die Flucht gelingt, findet er sich verloren in einer Zeit wieder, in der er fremd, verdächtig und missverstanden ist. Als Riese, Ketzer oder Verrückter wird er verfolgt, verhört und schließlich freigelassen – jedoch ohne Heimat, ohne Schutz, ohne Zukunft. Alberto bezahlt seine Begegnung mit dem Genie der Geschichte mit seinem Leben. Verarmt, krank und vergessen stirbt er jung. Mit ihm stirbt auch das letzte Geheimnis Leonardo da Vincis – ein Geheimnis, das nie bewiesen werden kann und niemals geglaubt wird. „Das letzte Geheimnis von Leonardo“ ist eine melancholische Mischung aus Historie, Fantasy und Zeitreise. Eine Geschichte über Neugier und Erkenntnis, über den Preis von Wissen – und über Wahrheiten, die zu groß sind, um erzählt zu werden.
Mehr
Folge 5: Homo Americanus
29.01.2026
14 Minuten
Folgenbeschreibung Homo Americanus – Eine Science-Fiction-Kurzgeschichte über Zeitreisen und ihre Konsequenzen Im Jahr 2480 ist die Welt berechenbar geworden. Die Zukunft liegt offen, doch die Vergangenheit bleibt verschlossen. Professor Paul Weisley, Paläontologe an der Universität Berkeley, kann sich mit diesem Zustand nicht abfinden. Als ihm eine geheime Zeitmaschine anvertraut wird – begrenzt auf eine einzige Reise von 72 Stunden –, wagt er das Unmögliche: einen Sprung hunderttausend Jahre zurück, um den Ursprung der Menschheit mit eigenen Augen zu sehen. Was als wissenschaftlicher Traum beginnt, endet in einer stillen Tragödie. In einer urzeitlichen Welt wird der Fremde zum Mythos, dann zur Bedrohung – und schließlich zum Opfer. Seine Rückkehr bleibt aus, seine Existenz verschwindet aus den Aufzeichnungen der Gegenwart. Jahrzehnte später taucht ein Fund auf, der die Wissenschaft elektrisiert: Ein uralter Schädel mit außergewöhnlichem Gehirnvolumen, entdeckt in Nordamerika, wird als neue menschliche Spezies gefeiert – Homo Americanus. Nur wenige erkennen, was dieser Fund wirklich bedeutet. Als eine hochentwickelte Forschungs-KI die Analyse übernimmt, stößt sie auf eine Wahrheit, die gefährlicher ist als jede Lüge. Vor ihr steht eine Entscheidung: Soll die Geschichte der Menschheit erschüttert werden – oder bewahrt man die Stabilität, indem man schweigt? „Homo Americanus“ ist eine nachdenkliche Science-Fiction-Erzählung über Zeitreisen, Verantwortung und die Grenzen des Wissens. Ein Märchen der Zukunft, das fragt, ob jede Wahrheit ausgesprochen werden muss – und ob Zeitreisen nicht die Vergangenheit verändern, sondern den Menschen, der sie wagt. Erzählt aus dem Zen-Garten – zwischen Wissenschaft, Gewissen und der leisen Ironie des Schicksals.
Mehr
Folge 2: Der mysteriöse Anruf zu Weihnachten
16.01.2026
9 Minuten
Folgenbeschreibung Der Anruf – Eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte Es ist Heiligabend. Über der Stadt liegt ein leiser Schneeschleier, Kerzenlicht flackert hinter Fenstern, und im Pflegeheim Abendfriedenwartet Herr Peters auf einen Abend wie so viele zuvor – still, unscheinbar, ohne Überraschung. Herr Peters ist alt, sein Körper müde, doch sein Geist ist wach. Zwischen dem Summen eines Weihnachtsliedes und dem Glanz des geschmückten Baumes teilt er seine Tage mit Erinnerungen, Schmerzen und der stillen Freundlichkeit von Schwester Sabine. Niemand ruft an diesem Abend an. Niemand – so glaubt er. Bis das Telefon klingelt. Ein fremder Anrufer spricht von einer Einladung, von einer besonderen Weihnachtsfeier, von einem Abend nur für ihn. Was folgt, wirkt wie ein Traum: eine schwarze Limousine, eine Fahrt durch mondhelle Alleen, ein Schloss voller Licht, Musik und vertrauter Fremder. Und schließlich eine Kutschfahrt, die alles Irdische hinter sich lässt. „Der Anruf“ ist eine märchenhafte Erzählung über Einsamkeit und Würde, über die leisen Wunder des Abschieds und die Frage, ob manche Geschenke erst dann kommen, wenn wir sie nicht mehr erwarten. Eine Weihnachtsgeschichte für Erwachsene – sanft, geheimnisvoll und voller stiller Hoffnung. Erzählt aus dem Zen-Garten, dort, wo Stille und Geschichten einander begegnen.
Mehr
Folge 4: Die Nacht, in der der Mond traurig war
15.01.2026
23 Minuten
Folgenbeschreibung Die Nacht, in der der Mond traurig war Hoch über dem schwarzen Wald schwebt der Mond – eine scharfe, helle Sichel, unbeachtet von der Welt unter ihm. Einst wurde er begleitet von Seufzern, Gedichten und stillen Wünschen. In dieser Nacht jedoch blickt niemand mehr zu ihm auf. Die Stadt unter ihm leuchtet grünlich, kalt und künstlich. Der Mond fühlt sich einsam. Zwischen Melancholie und Trotz entscheidet er sich zu einer kleinen Rebellion: Er legt sich über der Stadt auf den Rücken – einfach so, in der leisen Hoffnung, dass es jemand bemerken möge. Während die Sterne schweigen und Kassiopeia skeptisch zusieht, entdeckt der Mond die Quelle seiner Vergessenheit: das fahle Licht moderner Bildschirme, das den echten Nachthimmel ersetzt. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes. In einem Zimmer erkennt der Mond einen jungen Dichter – und durch einen Anruf, der Mut erfordert, findet eine junge Liebe ihren Weg zurück zueinander. Ein Spaziergang beginnt, Worte lösen sich, Nähe entsteht. Und der Mond wird gesehen. „Die Nacht, in der der Mond traurig war“ ist ein märchenhaft-philosophisches Gleichnis über Aufmerksamkeit und Ablenkung, über alte Sehnsüchte in einer modernen Welt und über die stille Macht des Himmels, Menschen wieder zusammenzuführen. Ein leises Märchen für Erwachsene – melancholisch, humorvoll und zärtlich. Erzählt aus dem Zen-Garten, dort, wo selbst der Mond noch Geschichten erlebt.
Mehr

Über diesen Podcast

Märchen aus Ernis Zen-Garten Wenn die Dämmerung über den Garten fällt und die Lichter zu leuchten beginnen, nimmt Erni Platz unter seinem Kirschbaum – und erzählt. „Märchen aus Ernis Zen-Garten“ ist eine ruhige, märchenhafte Reihe über Mysterien, Zukunft, Philosophie und Liebe. Geschichten, die nicht laut sind, sondern nachklingen. Mal geheimnisvoll, mal hoffnungsvoll, manchmal rätselhaft – immer mit einem warmen Blick auf den Menschen. Titel wie „Das Sensophon“, „Der mysteriöse Anruf“ oder „Das Teleskop der Zukunft“ führen in Welten, in denen Technik auf Gefühl trifft, Zeit sich dehnt und Fragen wichtiger sind als Antworten. Schon 1961 begann Erni, Geschichten aus der Zukunft zu erzählen – im Science-Fiction-Club Frankfurt mit dem eigenen Magazin „Das Teleskop“. Heute, viele Jahrzehnte später, finden diese Erzählungen ihren Weg zurück: aus dem Garten in Kladow, zwischen Bäumen, Licht und Stille und einer großen Portion Liebe.  Diese Märchen sind für Erwachsene und Jugendliche, für Zuhörerinnen und Zuhörer, die gerne innehalten, nachdenken und sich verzaubern lassen. ✨ Lehn dich zurück. ✨ Hör zu. ✨ Vielleicht findest du ein Stück deiner eigenen Geschichte.

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15