IAT ScienceCast - Einblicke in Naturwissenschaft und Technik aus dem Klostersaal Traunkirchen
Österreichs Forschung im Fokus
Podcaster
Episoden
02.02.2026
1 Stunde 6 Minuten
Prof. Christian Paulik, Institut für Chemische Technologie
organischer Materialien, Johannes Kepler Universität Linz, führte
uns vor Augen, dass Kunststoff nicht gleich Kunststoff ist, und das
Recycling sehr viele Tücken in sich birgt. Ohne Zweifel, wir leben
heute im „Kunststoffzeitalter“! Derzeit werden bereits in etwa 400
Millionen Tonnen Kunststoffe pro Jahr hergestellt, jedoch nur ein
kleiner Teil davon wiederverwendet. Kunststoffe sind fantastische
Materialien, die in allen Bereichen unseres modernen Lebens
Anwendung finden, von der Gesundheitsfürsorge bis zur Verpackung,
und damit unser Leben wie wir es heute führen zu einem guten Teil
erst möglich machen. Die Flexibilität, mit der Materialien für jede
spezifische Anwendung maßgeschneidert werden können, erschwert
jedoch auch deren Wiederverwendung. So werden nur weniger als 10%
der kommunalen Kunststoffabfälle in den USA recycelt, was bedeutet,
dass der größte Teil verbrannt oder auf Deponien gelagert wird. Die
Rückgewinnung von Ressourcen (Recycling) gewinnt dagegen zunehmend
an Bedeutung. Es müssen jedoch weitere Leitlinien, Strategien und
Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Entwicklung hin zu
einem geschlossenen Materialkreislauf zu beschleunigen. In seinem
Vortrag erörterte Prof. Christian Paulik verschiedene Aspekte des
Recyclings von Kunststoffen, von der notwendigen Vorbehandlung des
Abfalls bis hin zu den unterschiedlich möglichen Recycling
Strategien. Zur Person: Prof. Christian Paulik ist Leiter des
Instituts für Chemische Technologie organischer Materialien an der
Johannes Kepler Universität Linz, Österreich. Er erwarb seinen
Master und PhD in Technischer Chemie an der Johannes Kepler
Universität Linz im Bereich Polymerwissenschaften. 1995 begann er
seine Karriere bei Borealis, einem führenden Unternehmen im Bereich
Polyolefine, in der zentralen Forschungs- und
Entwicklungsabteilung. Nach verschiedenen Positionen in der
globalen Forschungs- und Entwicklungsorganisation von Borealis
kehrte er 2010 in die Wissenschaft zurück und nahm das Angebot der
Johannes Kepler Universität an. In seiner aktuellen Forschung
konzentriert sich Prof. Paulik auf die Polymerisation und die
Struktur-Eigenschafts-Beziehungen von Polyolefinen und
Spezialpolymeren, z. B. melaminbasierten Materialien und
antimikrobiellen Polymeren, 3D-Druck von Polymeren und
Hochdruck-Biotechnologie. Er ist außerdem auf dem Gebiet der
Polymeradditive und biobasierten Ressourcen tätig. Die Folien zum
Vortrag finden Sie unter:
https://www.akademietraunkirchen.com/iat-science-cast-folge-06-recycling-von-kunststoffen-notwendigkeit-und-herausforderung/
Mehr
02.02.2026
51 Minuten
Das Jahr 2025 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen
Jahr der Quantenwissenschaft und -technologie (IYQ) ausgerufen. Zu
diesem Anlass durften wir am 26. September 2025 Prof. Gerhard
Kirchmair vom Institut für Experimentalphysik der Universität
Innsbruck mit einem Vortrag mit dem Titel „Quantenphysik mit
supraleitenden Schaltkreisen“ begrüßen. Supraleitende Schaltkreise
sind sein Spezialgebiet, mit denen seine Arbeitsgruppe einen
Quantencomputer zur Simulation von Spin-Modellen realisieren will.
Neben abhörsicherer Kryptographie und Teleportation zählen die
Simulation komplexer Modelle und die Optimierung in
hochdimensionalen Räumen zu den bekanntesten technischen
Anwendungen der Quantenphysik. In seinem Vortrag ging Prof.
Kirchmair zuerst auf Grundlagen der Quantentheorie und erläuterte
etwa das als »Schrödingers Katze« bekannte Gedankenexperiment und
die Heisenbergsche Unschärferelation sowie typische
Quantenphänomene wie die Verschränkung. Er schloss mit der
Vorstellung von Beispielen aus seiner Arbeitsgruppe zur Simulation
von Spin-Modellen in einer und zwei Dimensionen. KEINE FOLIEN
VORHANDEN.
Mehr
21.01.2026
48 Minuten
Vortrag: Pflanzen – Zauberer der Anpassung Referent: Prof. Jiří
Friml, Institute of Science and Technology Austria Klosterneuburg
Datum: 13.06.2025 Pflanzen und Tiere leben auf ganz
unterschiedliche Weise. Tiere können weglaufen oder kämpfen, wenn
es brenzlig wird – Pflanzen dagegen sind fest in ihrer Umgebung
verwurzelt. Doch gerade daraus haben sie eine erstaunliche
Fähigkeit zur Anpassung entwickelt. Ihre Entwicklung und
Lebensweise sind oft viel flexibler als die der Tiere. Spannend ist
auch: Pflanzen haben sich unabhängig von den Tieren zu vielzelligen
Lebewesen entwickelt – und dabei ganz eigene Lösungen gefunden, um
mit den Herausforderungen des Lebens klarzukommen. Eine der
wichtigsten „Erfindungen“ der Pflanzen ist das Hormon Auxin – eine
Art Zaubersubstanz, die fast alle Aspekte des Pflanzenwachstums
steuert. Von der Entstehung des ersten Keimlings bis zum
natürlichen Altern (der sogenannten Seneszenz) begleitet Auxin jede
Phase des Pflanzenlebens. Zur Person: Jiří Friml stammt aus
Südmähren in der Tschechischen Republik, studierte in Brno und
Köln, wo er auch jeweils promovierte. Nach seiner Habilitation 2006
in Tübingen hatte er Professuren an den Universitäten Göttingen und
Gent (Belgien) sowie am Flämischen Institut für Biotechnologie
inne. Seit 2012 forscht er am ISTA in Klosterneuburg. Seine
Forschung konzentriert sich auf die Mechanismen der
Anpassungsfähigkeit von Pflanzen während der embryonalen und
postembryonalen Entwicklung, sein besonderes Interesse liegt dabei
in den Mechanismen des polaren Auxin-Transports. Er gehört auf
seinem Gebiet zu den meistzitierten ForscherInnen Europas und wurde
mit vielen Preisen ausgezeichnet. Für seine Forschungen erhielt er
unter anderem den Körber-Preis 2010, die EMBO-Goldmedaille 2012
sowie zwei ERC Advanced Grants (2017 und 2024) und 2024 schließlich
den hochdotieren Wittgenstein-Preis. Die Folien zum Vortrag finden
Sie unter:
https://www.akademietraunkirchen.com/podcast-folge-04-pflanzen-zauberer-der-anpassung/
Mehr
21.01.2026
54 Minuten
Vortrag: Ist Krebs übertragbar? Lehren von Tasmanischen Teufeln
Referent: Prof. Andreas Bergthaler, Medizinische Universität Wien
Datum: 09.05.2025 Die Tasmanischen Teufel, eine einzigartige
Beuteltierspezies, stehen am Rande des Aussterbens – nicht durch
menschliche Einflüsse sondern durch ein faszinierendes biologisches
Phänomen: einen übertragbaren Gesichtstumor. Diese ungewöhnliche
Krebsform, die durch Bisse von Tier zu Tier weitergegeben wird, hat
bereits 80-90% der Population vernichtet. Doch wie ist es möglich,
dass Krebszellen zwischen Individuen übertragen werden können?
Dieses Phänomen ist nicht nur auf Tasmanische Teufel beschränkt –
auch bei Hunden wurden ähnliche Fälle dokumentiert, während beim
Menschen bislang keine übertragbaren Krebsformen bekannt sind. Zur
Person: Prof. Andreas Bergthaler studierte Veterinärmedizin an der
Vetmeduni Wien und absolvierte sein Doktorat bei Hans Hengartner
und Nobelpreisträger Rolf Zinkernagel am Institut für
Experimentelle Immunologie an der Universität Zürich. Seit 2011
leitet er eine Forschungsgruppe am CeMM Forschungszentrum für
Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
in Wien. Seit 2022 hat Andreas Bergthaler die Professur für
Molekulare Immunologie an der MedUni Wien übernommen sowie die
Leitung des Instituts für Hygiene und Angewandte Immunologie am
Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie. Mehr
dazu:
https://www.akademietraunkirchen.com/podcast-folge-03-ist-krebs-uebertragbar-lehren-von-tasmanischen-teufeln/
Mehr
21.01.2026
53 Minuten
Vortrag: Bodenverbrauch und Resilienz – Herausforderungen und
Lösungswege Vortragender: Prof. Gernot Stöglehner, Institut für
Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung (IRUB) der Universität
für Bodenkultur Wien (BOKU) Datum: 07.03.2025 Wie wir als
Gesellschaft resilient, also widerstandsfähig gegenüber Krisen und
Schocks sind, hängt wesentlich davon ab, wie wir unser Leben im
Raum organisieren und wie wir unsere Städte und Orte sowie die
Infrastruktur dazwischen errichten und nutzen. Prof. Gernot
Stöglehner stellte uns vor, was räumliche Resilienz ist, wie sie
mit Themen wie Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Bodenverbrauch
in Verbindung steht und wie sie in politischen Entscheidungen der
Raumplanung und in persönlichen Alltagsentscheidungen
berücksichtigt werden kann, denn die räumlichen Voraussetzungen
beeinflussen unsere Entscheidungen genauso wie unsere
Entscheidungen räumliche Strukturen beeinflussen. Zur Person:
Gernot Stöglehner ist Professor für Raumplanung an der Universität
für Bodenkultur Wien (BOKU), Leiter des Instituts für Raumplanung,
Umweltplanung und Bodenordnung (IRUB) und Koordinator des
BOKU-Energieclusters. Zu seinen Fachgebieten zählen nachhaltige
Raumplanung und Raumentwicklung, Energiewende und
Energieraumplanung, Flächeninanspruchnahme für Bauland und
Infrastruktur, Resilienz in der Raumplanung, Klimaschutz und
Klimawandelanpassung mit raumplanerischen Mitteln, Umweltplanung,
strategische Raumplanung und die damit verbundene Entwicklung von
Planungsmethoden und Planungsinstrumenten. Mehr dazu:
https://www.akademietraunkirchen.com/podcast-folge-2-bodenverbrauch-und-resilienz-herausforderungen-und-loesungswege/
Mehr
Über diesen Podcast
Die Internationale Akademie Traunkirchen (IAT) lädt mehrmals im
Jahr zu spannenden Vorträgen hochkarätiger Wissenschaftler:innen
ein. Dabei geht es um aktuelle Fragen, vor allem aus
Naturwissenschaft und Technik – verständlich erklärt und
faktenbasiert diskutiert. Renommierte österreichische und
internationale Forscher:innen geben Einblicke in ihre Arbeit und
teilen neueste Erkenntnisse. Ab sofort können Sie diese Vorträge
auch als Podcast erleben: die Originalaufnahmen direkt aus dem
Klostersaal Traunkirchen zum Nachhören. 👉 Jetzt abonnieren auf
allen gängigen Podcast-Plattformen! Mehr Informationen zu unseren
Veranstaltungen finden Sie unter: www.akademietraunkirchen.com
Technische Umsetzung Natalie Gross-Tabachnik, Sprecherinwien.at
Jochen Tuch, FXelektrotechnik.com
Kommentare (0)