Podcaster
Episoden
19.02.2026
6 Minuten
Wachstum macht dich pleite: Working Capital verstehen Viele
Unternehmer feiern steigenden Umsatz – und wundern sich, warum das
Konto trotzdem leer ist. In dieser Folge geht es um eine der am
meisten missverstandenen Kennzahlen in der
Unternehmensfinanzierung: Working Capital. Und vor allem um den
Unterschied zur Liquidität. Warum sind volle Auftragsbücher kein
Garant für Stabilität? Warum verschlechtern sich Ratings manchmal
trotz Wachstum? Und weshalb kann ein profitables Geschäftsmodell
strukturell in die Insolvenz laufen? Anhand eines realen Falls aus
der Beratungspraxis – einer international erfolgreichen
Blusenmanufaktur – zeige ich, wie saisonale Kapitalbindung, lange
Forderungslaufzeiten und falsch verstandene Kreditlinien ein
gesundes Unternehmen langsam strangulieren. Themen dieser Folge:
Unterschied zwischen Working Capital und Liquidität Warum Wachstum
Kapital bindet Wie automatische Ratingsysteme reagieren Warum
Kontokorrentlinien keine Lösung sind Weshalb Struktur wichtiger ist
als Umsatz Wer sein Unternehmen nur über Umsatz steuert, übersieht
die eigentliche Dynamik im Hintergrund. Diese Folge ist Pflicht für
Unternehmer, Geschäftsführer und alle, die Finanzierung nicht dem
Zufall überlassen wollen.
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17.02.2026
7 Minuten
Wenn du mit einer Bank über eine Investition sprichst, reden alle
über Eigenkapital. Über Quote. Über Haftung. Über Risiko. Und dann
sitzt da jemand mit 15 oder 20 Prozent Eigenmitteln und glaubt, das
sei die entscheidende Größe. Ist es oft nicht. Denn es gibt ein
Instrument, das bilanziell und psychologisch mehr bewegt als viele
Unternehmer verstehen: der GRW-Zuschuss. Die Gemeinschaftsaufgabe
„Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, in manchen
Ländern Regionales Wirtschaftsförderungsprogramm genannt, ist kein
Förderromantik-Programm. Das ist knallharte Investitionspolitik.
Bund und Länder teilen sich das Budget, 2026 in einzelnen Ländern
mit zweistelligen Millionenbeträgen. Gefördert werden KMU in
strukturschwächeren Regionen C- und D-Gebiete nach der aktuellen
Förderkarte. In C-Gebieten, dazu gehören Teile Ostdeutschlands, das
Ruhrgebiet in Nordrhein Westfalen oder einzelne Landkreise in
Niedersachsen, sind für kleine Unternehmen 35 bis 45 Prozent
Zuschuss möglich. Nicht Kredit. Zuschuss. In D-Gebieten 20 bis 40
Prozent. Große Unternehmen bekommen weniger oder gedeckelte
Beträge, aber selbst dort ist es relevant. Und jetzt wird es
spannend. Dieser Zuschuss ist kein Darlehen. Er muss nicht
zurückgezahlt werden. Er ist bilanziell ein Ertragszuschuss. Das
heißt: Die Investition geht ins Anlagevermögen, der Zuschuss
erscheint als Ertrag. Steuerlich ist er zwar ertragsteuerpflichtig,
aber er verbessert unmittelbar die Eigenkapitalbasis. Keine
zusätzliche Verbindlichkeit. Kein zusätzlicher Kapitaldienst. Kein
Einfluss auf die Fremdkapitalquote. Aus Bankensicht ist das ein
Geschenk. Aber leider erwähnen das nicht immer die Banken. Auch
Wirtschaftsförderungen vergessen es teilweise oder erkennen es
nicht immer. Das haben wir alles schon erlebt. Und nun zu dem
Thema, warum das aus Bankensicht ein Geschenk ist. Weil sich nach
Durchführung der Investition die Bilanzrelationen verbessern. Die
Eigenkapitalquote steigt relativ. Die Verschuldungskennzahlen
entspannen sich. Die Investition rechnet sich schneller, weil ein
Teil der Kosten nicht finanziert werden muss. Der Break-even
verschiebt sich nach vorne. Die Kapitaldienstfähigkeit verbessert
sich. Und in internen Ratings wirkt genau das. Ein einfaches
Beispiel: 800.000 Euro Investition in einem C-Gebiet in NRW.
Förderfähig zu 100 Prozent. Standardquote 35 Prozent. Das ergibt
280.000 Euro Zuschuss. Bleiben 520.000 Euro, die finanziert oder
mit Eigenmitteln gedeckt werden müssen. Viele Unternehmer denken
hier zu klein. Sie sagen: Ich habe nicht genug Eigenkapital. Die
Bank wird zögern. Dabei kann der Zuschuss strukturell wie
Eigenkapitalersatz gedacht werden. Ich gebe dir einen realen Fall
aus unserer Praxis. Ein exklusiver Ladenbauer, großes Projekt,
Erweiterung der Produktionskapazitäten. Moderne Maschinen,
energetische Optimierung, Erweiterung der Halle. Klassischer
Mittelstand. Das Unternehmen wollte ohnehin wachsen und neue
Mitarbeiter einstellen. Genau dort liegt der Hebel, denn die
GRW-Förderung knüpft an Netto-Arbeitsplatzschaffung an, in der
Regel mindestens zehn Prozent Zuwachs. Wir haben den Antrag
gestellt. Sauber vorbereitet. Investition klar abgegrenzt. Die
Eigenleistung des Unternehmers – eigene Mitarbeiterstunden für
Umbau, Montage, technische Integration – wurde exakt dokumentiert.
Jede Stunde erfasst, mit einem nachvollziehbaren, herleitbaren
Stundenverrechnungssatz bewertet. Diese Eigenleistung floss in die
förderfähigen Kosten ein. Und ja, auch Eigenleistung kann
bezuschusst werden, wenn sie sauber nachgewiesen ist. In der
Finanzierungsstruktur haben wir den GRW-Zuschuss von Beginn an als
Eigenkapitalersatz dargestellt. Nicht als nettes Extra, sondern als
strukturelles Element. Ergebnis: eine Fremdfinanzierungsquote von
rund 50 Prozent. Die Bank musste nicht 80 oder 90 Prozent tragen.
Das Risiko war kalkulierbar. Die Investition wurde attraktiv. Ein
Jahr später war das Unternehmen produktiver, margenstärker, besser
aufgestellt. Die Investition
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12.02.2026
6 Minuten
Ein Großhändler aus Dortmund. Umsätze nahe am dreistelligen
Millionenbereich. Auszeichnungen. Politische Nähe.
Creditreform-Siegel. Vorzeigeunternehmer. Und mittendrin: Ich. Was
als Liquiditätsmandat begann, entwickelte sich zu einem der
verstörendsten Fälle meiner Beraterlaufbahn. Finetrading in
Millionenhöhe, eine aggressive Finanzierungsstruktur – und dieses
Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Drei Wochen nach Projektende dann
die Schlagzeilen: Zoll, Steuerfahndung, WDR, Bild-Zeitung. Der
Vorwurf laut Anklage: Umsatzsteuerkarussell. Rund 30 Millionen Euro
Betrug. In dieser Folge erzähle ich: wie ein Umsatzsteuerkarussell
wirklich funktioniert woran man strukturelle Unsauberkeit erkennt
warum hohe Umsätze nichts über Substanz aussagen und weshalb
Auszeichnungen, politische Fotos oder religiöse Inszenierungen kein
Beweis für Integrität sind True Crime aus dem echten
Wirtschaftsleben. Ohne Moralpredigt. Aber mit klarer Haltung. Wer
glaubt, dass große Zahlen automatisch für Seriosität stehen, sollte
diese Folge hören.
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10.02.2026
5 Minuten
Der Kontokorrentkredit wirkt wie Sicherheit. In guten Zeiten wird
er eingeräumt, in schwierigen Phasen oft stillschweigend geduldet.
Genau darin liegt die Gefahr. In dieser Episode erkläre ich, warum
der Kontokorrentkredit für Unternehmen schnell zum Todesstoß werden
kann. Wie Banken intern über Ratingverfahren Risiken abbauen,
während Unternehmen sich auf kurzfristige Liquidität verlassen. Und
warum die Kündigung – ob ordentlich oder fristlos – häufig eine
Liquiditätslücke erzeugt, die kaum noch geschlossen werden kann. Es
geht um die rechtlichen Spielräume der Banken, um die Grenzen von
Förderdarlehen in der Krise und um das, was im Ernstfall
tatsächlich bleibt: Verhandlungen, Zeitgewinn und strukturiertes
Handeln. Keine Vorwürfe. Keine Romantik. Sondern Realität aus der
Finanzierungspraxis.
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05.02.2026
5 Minuten
KfW-StartGeld: Warum eine Ablehnung oft schwerer ist als eine
Zusage Viele Gründer glauben, das KfW-StartGeld scheitere an der
Bank. Die Daten zeigen etwas anderes. In dieser Episode erkläre
ich, warum die größten Brüche in der Erfolgswahrscheinlichkeit
lange vor dem Bankgespräch entstehen – und weshalb formale
Förderfähigkeit allein nicht ausreicht. Basierend auf der
Auswertung tausender Fälle aus dem KfW-StartGeld-Chancenrechner
zeige ich, wo Gründer sich selbst aussortieren, oft ohne es zu
merken. Wir sprechen darüber, warum Businesspläne mit KI gut
klingen, aber im Gespräch nicht tragen. Warum unplausible
Planungen, fehlende Herleitungen und mangelnde Authentizität mehr
schaden als eine schwache Idee. Und weshalb Banken nicht nach
perfekten Zahlen suchen, sondern nach stimmigen Menschen hinter dem
Konzept. Ich erkläre, warum der erste Bruch fast immer beim
Businessplan liegt – und der zweite im persönlichen Gespräch. Und
worauf es wirklich ankommt, wenn man ein Bankgespräch führt, das
nicht nur freundlich endet, sondern erfolgreich. Keine Anleitung
zum Antrag ausfüllen. Keine Förderromantik. Sondern Einblick in die
reale Entscheidungslogik hinter dem KfW-StartGeld. Diese Folge
richtet sich an Gründer und Unternehmer, die verstehen wollen,
warum Förderdarlehen nicht an Formularen scheitern – sondern an
fehlender Übersetzung zwischen Konzept und Person.
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Über diesen Podcast
KAPITAL.FEHLER ist kein Podcast über Geld. Und ganz sicher keiner
über private Finanzierung. Dieser Podcast richtet sich an
Unternehmer, Gründer und Entscheider, die Kapital einsetzen,
Fremdkapital nutzen oder über Wachstum, Übernahmen und Finanzierung
entscheiden müssen und bereit sind, unbequeme Wahrheiten
auszuhalten. Hier geht es nicht um Motivation. Nicht um
Erfolgsgeschichten. Nicht um Tools, Hacks oder Fördermittel-Listen.
KAPITAL.FEHLER analysiert, warum Unternehmensfinanzierungen
scheitern, obwohl die Zahlen „schlüssig“ aussehen. Warum
Businesspläne akzeptiert werden, die fachlich wertlos sind. Warum
Excel als Profession verkauft wird. Und warum Risikomanagement in
der Unternehmensfinanzierung fast überall fehlt – selbst dort, wo
es besser wissen müsste. Thematisch geht es um: -
Unternehmensfinanzierung und Liquiditätssteuerung - Corporate
Finance und Kapitalstrukturen - Bankenlogik, Ratingverfahren und
Risikobewertung - Fördermittel als Strukturproblem -
M&A-Transaktionen und Finanzierungsfehler vor dem Closing Die
Perspektive ist klar: nicht moralisch, nicht emotional, sondern
strukturell. Zahlen werden hier nicht bewundert, sondern
hinterfragt. Plausibilität wird nicht behauptet, sondern
eingefordert. Wer einfache Antworten sucht, ist hier falsch. Wer
Bestätigung will, auch. Wer glaubt, Finanzierung sei ein
Rechenproblem, wird diesen Podcast nicht mögen. KAPITAL.FEHLER ist
Analyse. Und Analyse tut manchmal weh.
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