Episoden

Episode 8 - Wachstum macht dich pleite, wenn du Working Capital nicht verstehst
19.02.2026
6 Minuten
Wachstum macht dich pleite: Working Capital verstehen Viele Unternehmer feiern steigenden Umsatz – und wundern sich, warum das Konto trotzdem leer ist. In dieser Folge geht es um eine der am meisten missverstandenen Kennzahlen in der Unternehmensfinanzierung: Working Capital. Und vor allem um den Unterschied zur Liquidität. Warum sind volle Auftragsbücher kein Garant für Stabilität? Warum verschlechtern sich Ratings manchmal trotz Wachstum? Und weshalb kann ein profitables Geschäftsmodell strukturell in die Insolvenz laufen? Anhand eines realen Falls aus der Beratungspraxis – einer international erfolgreichen Blusenmanufaktur – zeige ich, wie saisonale Kapitalbindung, lange Forderungslaufzeiten und falsch verstandene Kreditlinien ein gesundes Unternehmen langsam strangulieren. Themen dieser Folge: Unterschied zwischen Working Capital und Liquidität Warum Wachstum Kapital bindet Wie automatische Ratingsysteme reagieren Warum Kontokorrentlinien keine Lösung sind Weshalb Struktur wichtiger ist als Umsatz Wer sein Unternehmen nur über Umsatz steuert, übersieht die eigentliche Dynamik im Hintergrund. Diese Folge ist Pflicht für Unternehmer, Geschäftsführer und alle, die Finanzierung nicht dem Zufall überlassen wollen.
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Episode 7 - 35 Prozent geschenkt – warum der GRW-Zuschuss Banken plötzlich mutig macht
17.02.2026
7 Minuten
Wenn du mit einer Bank über eine Investition sprichst, reden alle über Eigenkapital. Über Quote. Über Haftung. Über Risiko. Und dann sitzt da jemand mit 15 oder 20 Prozent Eigenmitteln und glaubt, das sei die entscheidende Größe. Ist es oft nicht. Denn es gibt ein Instrument, das bilanziell und psychologisch mehr bewegt als viele Unternehmer verstehen: der GRW-Zuschuss. Die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, in manchen Ländern Regionales Wirtschaftsförderungsprogramm genannt, ist kein Förderromantik-Programm. Das ist knallharte Investitionspolitik. Bund und Länder teilen sich das Budget, 2026 in einzelnen Ländern mit zweistelligen Millionenbeträgen. Gefördert werden KMU in strukturschwächeren Regionen C- und D-Gebiete nach der aktuellen Förderkarte. In C-Gebieten, dazu gehören Teile Ostdeutschlands, das Ruhrgebiet in Nordrhein Westfalen oder einzelne Landkreise in Niedersachsen, sind für kleine Unternehmen 35 bis 45 Prozent Zuschuss möglich. Nicht Kredit. Zuschuss. In D-Gebieten 20 bis 40 Prozent. Große Unternehmen bekommen weniger oder gedeckelte Beträge, aber selbst dort ist es relevant. Und jetzt wird es spannend. Dieser Zuschuss ist kein Darlehen. Er muss nicht zurückgezahlt werden. Er ist bilanziell ein Ertragszuschuss. Das heißt: Die Investition geht ins Anlagevermögen, der Zuschuss erscheint als Ertrag. Steuerlich ist er zwar ertragsteuerpflichtig, aber er verbessert unmittelbar die Eigenkapitalbasis. Keine zusätzliche Verbindlichkeit. Kein zusätzlicher Kapitaldienst. Kein Einfluss auf die Fremdkapitalquote. Aus Bankensicht ist das ein Geschenk. Aber leider erwähnen das nicht immer die Banken. Auch Wirtschaftsförderungen vergessen es teilweise oder erkennen es nicht immer. Das haben wir alles schon erlebt. Und nun zu dem Thema, warum das aus Bankensicht ein Geschenk ist. Weil sich nach Durchführung der Investition die Bilanzrelationen verbessern. Die Eigenkapitalquote steigt relativ. Die Verschuldungskennzahlen entspannen sich. Die Investition rechnet sich schneller, weil ein Teil der Kosten nicht finanziert werden muss. Der Break-even verschiebt sich nach vorne. Die Kapitaldienstfähigkeit verbessert sich. Und in internen Ratings wirkt genau das. Ein einfaches Beispiel: 800.000 Euro Investition in einem C-Gebiet in NRW. Förderfähig zu 100 Prozent. Standardquote 35 Prozent. Das ergibt 280.000 Euro Zuschuss. Bleiben 520.000 Euro, die finanziert oder mit Eigenmitteln gedeckt werden müssen. Viele Unternehmer denken hier zu klein. Sie sagen: Ich habe nicht genug Eigenkapital. Die Bank wird zögern. Dabei kann der Zuschuss strukturell wie Eigenkapitalersatz gedacht werden. Ich gebe dir einen realen Fall aus unserer Praxis. Ein exklusiver Ladenbauer, großes Projekt, Erweiterung der Produktionskapazitäten. Moderne Maschinen, energetische Optimierung, Erweiterung der Halle. Klassischer Mittelstand. Das Unternehmen wollte ohnehin wachsen und neue Mitarbeiter einstellen. Genau dort liegt der Hebel, denn die GRW-Förderung knüpft an Netto-Arbeitsplatzschaffung an, in der Regel mindestens zehn Prozent Zuwachs. Wir haben den Antrag gestellt. Sauber vorbereitet. Investition klar abgegrenzt. Die Eigenleistung des Unternehmers – eigene Mitarbeiterstunden für Umbau, Montage, technische Integration – wurde exakt dokumentiert. Jede Stunde erfasst, mit einem nachvollziehbaren, herleitbaren Stundenverrechnungssatz bewertet. Diese Eigenleistung floss in die förderfähigen Kosten ein. Und ja, auch Eigenleistung kann bezuschusst werden, wenn sie sauber nachgewiesen ist. In der Finanzierungsstruktur haben wir den GRW-Zuschuss von Beginn an als Eigenkapitalersatz dargestellt. Nicht als nettes Extra, sondern als strukturelles Element. Ergebnis: eine Fremdfinanzierungsquote von rund 50 Prozent. Die Bank musste nicht 80 oder 90 Prozent tragen. Das Risiko war kalkulierbar. Die Investition wurde attraktiv. Ein Jahr später war das Unternehmen produktiver, margenstärker, besser aufgestellt. Die Investition
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Episode 6 - True Crime - 30 Millionen Betrug. Dortmund. Ferrari....
12.02.2026
6 Minuten
Ein Großhändler aus Dortmund. Umsätze nahe am dreistelligen Millionenbereich. Auszeichnungen. Politische Nähe. Creditreform-Siegel. Vorzeigeunternehmer. Und mittendrin: Ich. Was als Liquiditätsmandat begann, entwickelte sich zu einem der verstörendsten Fälle meiner Beraterlaufbahn. Finetrading in Millionenhöhe, eine aggressive Finanzierungsstruktur – und dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Drei Wochen nach Projektende dann die Schlagzeilen: Zoll, Steuerfahndung, WDR, Bild-Zeitung. Der Vorwurf laut Anklage: Umsatzsteuerkarussell. Rund 30 Millionen Euro Betrug. In dieser Folge erzähle ich: wie ein Umsatzsteuerkarussell wirklich funktioniert woran man strukturelle Unsauberkeit erkennt warum hohe Umsätze nichts über Substanz aussagen und weshalb Auszeichnungen, politische Fotos oder religiöse Inszenierungen kein Beweis für Integrität sind True Crime aus dem echten Wirtschaftsleben. Ohne Moralpredigt. Aber mit klarer Haltung. Wer glaubt, dass große Zahlen automatisch für Seriosität stehen, sollte diese Folge hören.
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Episode 5 - Die Bank leiht dir einen Regenschirm, wenn die Sonne scheint – und fordert ihn zurück, wenn es regnet
10.02.2026
5 Minuten
Der Kontokorrentkredit wirkt wie Sicherheit. In guten Zeiten wird er eingeräumt, in schwierigen Phasen oft stillschweigend geduldet. Genau darin liegt die Gefahr. In dieser Episode erkläre ich, warum der Kontokorrentkredit für Unternehmen schnell zum Todesstoß werden kann. Wie Banken intern über Ratingverfahren Risiken abbauen, während Unternehmen sich auf kurzfristige Liquidität verlassen. Und warum die Kündigung – ob ordentlich oder fristlos – häufig eine Liquiditätslücke erzeugt, die kaum noch geschlossen werden kann. Es geht um die rechtlichen Spielräume der Banken, um die Grenzen von Förderdarlehen in der Krise und um das, was im Ernstfall tatsächlich bleibt: Verhandlungen, Zeitgewinn und strukturiertes Handeln. Keine Vorwürfe. Keine Romantik. Sondern Realität aus der Finanzierungspraxis.
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Episode 4 - KfW-StartGeld, wie schwer ist es?
05.02.2026
5 Minuten
KfW-StartGeld: Warum eine Ablehnung oft schwerer ist als eine Zusage Viele Gründer glauben, das KfW-StartGeld scheitere an der Bank. Die Daten zeigen etwas anderes. In dieser Episode erkläre ich, warum die größten Brüche in der Erfolgswahrscheinlichkeit lange vor dem Bankgespräch entstehen – und weshalb formale Förderfähigkeit allein nicht ausreicht. Basierend auf der Auswertung tausender Fälle aus dem KfW-StartGeld-Chancenrechner zeige ich, wo Gründer sich selbst aussortieren, oft ohne es zu merken. Wir sprechen darüber, warum Businesspläne mit KI gut klingen, aber im Gespräch nicht tragen. Warum unplausible Planungen, fehlende Herleitungen und mangelnde Authentizität mehr schaden als eine schwache Idee. Und weshalb Banken nicht nach perfekten Zahlen suchen, sondern nach stimmigen Menschen hinter dem Konzept. Ich erkläre, warum der erste Bruch fast immer beim Businessplan liegt – und der zweite im persönlichen Gespräch. Und worauf es wirklich ankommt, wenn man ein Bankgespräch führt, das nicht nur freundlich endet, sondern erfolgreich. Keine Anleitung zum Antrag ausfüllen. Keine Förderromantik. Sondern Einblick in die reale Entscheidungslogik hinter dem KfW-StartGeld. Diese Folge richtet sich an Gründer und Unternehmer, die verstehen wollen, warum Förderdarlehen nicht an Formularen scheitern – sondern an fehlender Übersetzung zwischen Konzept und Person.
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Über diesen Podcast

KAPITAL.FEHLER ist kein Podcast über Geld. Und ganz sicher keiner über private Finanzierung. Dieser Podcast richtet sich an Unternehmer, Gründer und Entscheider, die Kapital einsetzen, Fremdkapital nutzen oder über Wachstum, Übernahmen und Finanzierung entscheiden müssen und bereit sind, unbequeme Wahrheiten auszuhalten. Hier geht es nicht um Motivation. Nicht um Erfolgsgeschichten. Nicht um Tools, Hacks oder Fördermittel-Listen. KAPITAL.FEHLER analysiert, warum Unternehmensfinanzierungen scheitern, obwohl die Zahlen „schlüssig“ aussehen. Warum Businesspläne akzeptiert werden, die fachlich wertlos sind. Warum Excel als Profession verkauft wird. Und warum Risikomanagement in der Unternehmensfinanzierung fast überall fehlt – selbst dort, wo es besser wissen müsste. Thematisch geht es um: - Unternehmensfinanzierung und Liquiditätssteuerung - Corporate Finance und Kapitalstrukturen - Bankenlogik, Ratingverfahren und Risikobewertung - Fördermittel als Strukturproblem - M&A-Transaktionen und Finanzierungsfehler vor dem Closing Die Perspektive ist klar: nicht moralisch, nicht emotional, sondern strukturell. Zahlen werden hier nicht bewundert, sondern hinterfragt. Plausibilität wird nicht behauptet, sondern eingefordert. Wer einfache Antworten sucht, ist hier falsch. Wer Bestätigung will, auch. Wer glaubt, Finanzierung sei ein Rechenproblem, wird diesen Podcast nicht mögen. KAPITAL.FEHLER ist Analyse. Und Analyse tut manchmal weh.

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