Sonntag auf die Ohren - Predigten von Pfarrer Michael Mohr
Regelmäßig neue Predigten, die Glauben und Alltag miteinander ins Gespräch bringen
Podcaster
Episoden
19.02.2026
1 Minute
Regeln sind wichtig. Absprachen helfen. Und doch reicht das nicht
aus, um ein Leben wirklich gelingen zu lassen. Denn Liebe lässt
sich nicht verordnen und Großzügigkeit nicht berechnen.
Diese Predigt nimmt ihren Ausgang im Alltag – beim Küchendienst,
beim Teilen, beim Geben – und führt hinein in das Herz der
Bergpredigt. Jesus lädt ein, über das bloß Gerechte hinauszugehen
und aus einer Haltung der Großherzigkeit zu leben. Nicht aus
Pflicht, nicht aus Kalkül, sondern aus der Erfahrung heraus, von
Gott selbst getragen und beschenkt zu sein.
Gebet, Fasten und Almosengeben werden hier nicht als religiöse
Leistungen verstanden, sondern als Ausdruck einer lebendigen
Beziehung zu Gott. Dort, wo Frömmigkeit zur Berechnung wird,
schrumpft auch das Gottesbild. Doch wo Menschen aus der Nähe des
himmlischen Vaters leben, öffnet sich das Herz – für Gott und für
den Nächsten.
Eine Predigt über Großmut statt Kleinlichkeit, über Frömmigkeit
ohne Lohnrechnung und über die befreiende Erfahrung, dass Liebe
nicht rechnet.
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17.02.2026
1 Minute
Wer wirklich glauben will, muss ein bisschen verrückt sein.
Nicht, weil Glaube irrational wäre – sondern weil der Gott der
Bibel sich nicht berechnen lässt. Dieser Gott erschüttert
Sicherheiten, sprengt Erwartungen und bleibt gerade darin treu.
Diese Predigt führt hinein in die Radikalität der Bergpredigt.
Jesus hebt die Gebote nicht auf, er erfüllt sie – indem er über
sie hinausführt. Nicht weniger Moral, sondern mehr Liebe. Nicht
bloße Ordnung, sondern Vertrauen.
Denn Gesetze können verbieten, zu stehlen oder zu töten. Aber
kein Gesetz kann vorschreiben, die andere Wange hinzuhalten, auf
den eigenen Vorteil zu verzichten oder den Blick des Begehrens zu
verweigern. Das tun nur Menschen, die verrückt genug sind, Gott
zu vertrauen.
Ein Bild vom Glauben als Tanz und als Lied: geordnet und doch
frei, verletzlich und voller Hoffnung. Eine Einladung, sich auf
die Verrücktheit der Liebe einzulassen – nicht aus Pflicht,
sondern aus Vertrauen.
Eine Predigt über Mut, über erfüllte Gebote und über die
Freiheit, aus Liebe zu leben. Verrückt. Und genau darin
glaubwürdig.
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09.02.2026
1 Minute
Abstrakte Begriffe lassen sich schwer lernen. Wahrheit, Hoffnung,
Himmel – dafür gibt es keine Haftnotizen. Und doch genau darum
geht es im Evangelium: dass Menschen verstehen, was Leben trägt,
was Hoffnung schenkt, was Gottes Nähe bedeutet.
Diese Predigt nimmt Jesu Worte aus der Bergpredigt ernst: „Ihr
seid das Licht der Welt.“ Nicht als Ideal, das wir vorspielen
sollen, sondern als Berufung, die im gelebten Leben sichtbar
wird. Kirche ist keine versteckte Gemeinschaft, sondern eine
Stadt auf dem Berg – sichtbar, einladend, verletzlich.
Glaube überzeugt nicht durch perfekte Lehre oder fromme Fassaden,
sondern durch Echtheit. Dort, wo Menschen Masken fallen lassen,
wo sie leben, lieben, scheitern und hoffen, wird das Evangelium
verständlich.
Eine Predigt über Glauben als Lebenspraxis, über Licht ohne
Scheinwerfer und über die Zusage Gottes, dass wir nicht mehr sein
müssen, als wir sind – um Licht für diese Welt zu sein.
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02.02.2026
1 Minute
Wer gilt heute als glücklich? Wer hat es „geschafft“? Wohlstand,
Macht, Anerkennung, gute Laune – oft scheinen das die Maßstäbe
für ein gelungenes Leben zu sein. Und doch bleibt bei vielen, die
scheinbar alles haben, eine innere Leere.
Diese Predigt nimmt die Seligpreisungen Jesu ernst – und legt sie
gegen den Strich unserer gängigen Glücksvorstellungen. Jesus
gratuliert nicht den Erfolgreichen, sondern den Armen, den
Trauernden, den Ohnmächtigen, den Friedenssuchenden. Nicht als
Morallehre, nicht als Verherrlichung von Leid, sondern als
Zusage: Gott hat euch nicht vergessen.
Die Seligpreisungen sind eine Einladung, neu Mensch zu werden –
frei von dem Zwang, sich über Leistung, Besitz oder Ansehen
definieren zu müssen. Sie eröffnen einen Weg des Vertrauens:
Vertrauen darauf, dass Liebe trägt, auch dort, wo Macht endet.
Eine Predigt über wahres Glück, über Freiheit im Inneren und über
den Mut, Jesus auf einem Weg zu folgen, der nicht glänzt – aber
selig macht.
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26.01.2026
1 Minute
„Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe“ – ein Satz wie ein
Kampagnen-Claim. Kurz, einprägsam, kraftvoll. Doch was bedeutet
er wirklich? Und was verlangt er von denen, die ihn hören?
Diese Predigt nimmt den Ruf Jesu ernst und fragt nach seiner
Tiefe. Umkehr ist kein Werbespruch und kein einmaliges
Bekenntnis, sondern ein Weg. Ein innerer Prozess, der sich im
Äußeren zeigt: im Verlassen der Komfortzone, im Loslassen
sicherer Bindungen, im Aufbruch an ungewohnte Orte.
Anhand der ersten Jünger wird deutlich: Umkehr heißt nicht nur
Abkehr vom Alten, sondern auch Entdeckung des Neuen. Jesus
erkennt Fähigkeiten, wo Menschen selbst keine sehen – und ruft
sie in die Nachfolge, nicht zur Selbstoptimierung.
Eine Predigt über Evangelium als Machtwechsel, über Freiheit von
falschen Sicherheiten und über den Mut, sich herausrufen zu
lassen. Denn das Reich Gottes kommt näher dort, wo Menschen
bereit sind, ihre Einstellung zu ändern – und ihr Leben.
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Über diesen Podcast
Pfarrer Michael Mohr, Pfarrer in Erkrath, Hilden und Haan, bringt
in seinen Predigten Glauben und Alltag miteinander ins Gespräch.
Authentisch, lebensnah und theologisch fundiert spricht er über
Gott, Zweifel und Hoffnung – über das, was Menschen bewegt. Geboren
1975 im Bergischen Land, war Michael Mohr zunächst
Diplom-Finanzwirt, bevor ihn der Ruf zum Priester führte. Nach
Studienjahren in Bonn, Salamanca und Köln wurde er 2008 zum
Priester geweiht. Heute leitet er die Pastorale Einheit
Erkrath/Haan/Hilden „im neanderland“. In diesem Podcast teilt er
seine Predigten – Worte, die tragen, herausfordern und zum
Nachdenken anregen.
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