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Episoden

57 Minuten
Kaum ein Vogel polarisiert in unseren Städten so sehr wie die Stadttaube. Doch woher kommt sie eigentlich? Und warum leben heute so viele Tauben in unseren Städten?

Im Gespräch mit Nina Bachellerie schauen wir zuerst weit zurück. Die heutige Stadttaube stammt von der Felsentaube ab und wurde bereits vor rund 6000 Jahren vom Menschen genutzt und wird damit deutlich länger vom Menschen genutzt als Hund und Katze. Doch warum ist die Taube heute kein klassisches Nutztier mehr?

Dann sprechen wir kurz über die genetische Seite: Stadttauben, Brieftauben, Hochzeitstauben und viele andere Zuchtformen sind genetisch sehr ähnlich. Mit wilden Arten wie Ringel- oder Türkentauben mischen sie sich aber nicht. Könnte die Stadttaube also grundsätzlich wieder so gehalten und genutzt werden wie früher.

Doch warum werden Stadttauben überhaupt zu einem Problem in unseren Städten? Nina erklärt, warum sie nicht einfach verwildern und welche Faktoren dazu führen, dass viele Tauben unter schlechten Bedingungen leben. Verletzungen und Krankheiten sind dabei die Folgen von schlechter Haltung. Dabei sprechen wir auch über den Begriff «Ratten der Lüfte» und darüber, wie Nina mit dieser Bezeichnung umgeht.

Anschliessend geht es um die verschiedenen Methoden, mit denen Tauben aus Städten ferngehalten werden. Von Spikes bis hin zu Keulungen reicht das Spektrum. Nina erklärt, warum solche Massnahmen häufig nur die Symptome bekämpfen und nicht die Ursache und welche tierfreundlicheren Vergrämungmethoden es gibt.

Eine mögliche Lösung ist das Augsburger Modell. Dabei werden Tauben gezielt in betreuten Taubenschlägen gehalten. Nina erklärt, wie dieses Modell funktioniert und wie damit gleich mehrere Probleme rund um Stadttauben gelöst werden können. Sie zeigt auch, wie einfach ein solcher Taubenschlag eingerichtet werden kann, wo es bereits Taubenschläge nach diesem Modell gibt und weshalb es noch mehr davon braucht.

Zum Schluss geht es um eine Frage, die sich viele vermutlich schon gestellt haben: Soll ich Stadttauben füttern? Nina erklärt die Vor- und Nachteile, zeigt Alternativen auf und verrät, welche Nahrungsmittel für Tauben geeignet sind.

Links: Stadttauben.ch

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51 Minuten
Die Rote Liste der bedrohten Arten kennen viele. Doch wie entsteht sie eigentlich? Wer sammelt die Daten, wer bewertet die Arten und wie kommt am Ende die Einstufung zustande?

Darüber spreche ich mit Marion Mertens. Sie erklärt, was die Rote Liste genau ist und welche Aufgaben Bund, Kantone, BAFU und IUCN dabei übernehmen. Wir werfen auch einen kurzen Blick zurück zu den Anfängen in den 1960er-Jahren und sprechen darüber, warum die Rote Liste in der Schweiz seit 1994 rechtlich relevant ist.

Danach geht es um die Grundlage jeder Roten Liste: die Daten. Warum gibt es von manchen Arten riesige Datenmengen, während bei anderen kaum Informationen vorhanden sind? Und welche Unterschiede innerhalb einer Art müssen bei der Bewertung berücksichtigt werden?

Marion kann auch ein wenig aufzeigen, wie die Forschung und Datenerhebung finanziert werden und wie aus den gesammelten Informationen die verschiedenen Gefährdungskategorien entstehen.

Eine wichtige Veränderung brachte dabei die Genetik. Neue genetische Erkenntnisse haben unser Verständnis über die Verwandtschaft von Arten teilweise völlig verändert. Ein überraschendes Beispiel von Marion ist die nahe Verwandtschaft von Uhu und Schneeeule.

Sie gibt ausserdem einen persönlichen Einblick in ihre Arbeit mit den Mollusken und wie die Arten für die Rote Liste erfasst, eingeteilt und die Daten anschliessend ausgewertet werden.

Zum Schluss sprechen wir darüber, wie häufig die Roten Listen aktualisiert werden, was zwischen den Aktualisierungen passiert und warum Kantone wie Basel-Stadt ein Interesse daran haben, neue Erhebungen anzustossen und die Daten zu erhalten.

Und zum Schluss eine wichtige Frage: Steht eigentlich auch der Mensch auf der Roten Liste? Und wenn ja, in welcher Gefährdungskategorie?

Ein Blick hinter die Kulissen einer Liste, die weit mehr Arbeit, Forschung und Daten enthält, als es auf den ersten Blick scheint.

Mehr über Marion und Ihre Arbeit: www.lifescience.ch

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54 Minuten
Sind Landwirtschaft und Biodiversität wirklich Gegensätze? Fabienne vom Hof Waltwil nicht der Meinung. Im Podcast erzählt sie, warum Landwirtschaft und Naturschutz durchaus zusammen funktionieren können und weshalb es dafür manchmal einen grundlegenden Wandel braucht.

Als Beispiel nimmt Fabienne das Schwein. Früher wurden Schweine auf eine Weise gehalten, bei der nebenbei auch die Artenvielfalt profitieren konnte. Heute dagegen verbringen viele Mastschweine ihr Leben in stark spezialisierten Haltungssystemen.

Fabienne erzählt dabei auch aus eigener Erfahrung. Sie berichtet, wie sie selbst in einer intensiven Landwirtschaft gefangen war, was schliesslich der Auslöser war, diesen Kreislauf zu durchbrechen und welche Entwicklungen diesen Weg begünstigten.

Wir sprechen zudem darüber, welche technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte die Industrialisierung der Landwirtschaft ermöglicht und vorangetrieben haben und was ihre Vorteile und Nachteile waren.

Die Biodiversität hat dabei sehr gelitten und aus Fabiennes Sicht wird diese noch immer zu wenig ernst genommen. Viele Menschen seien sich gar nicht bewusst, wie wichtig die Leistungen der Natur für unser tägliches Leben sind. Von der Bestäubung bis zur Sauerstoffproduktion.

Doch warum setzen nicht einfach mehr Landwirtschaftsbetriebe biodiversitätsfördernde Massnahmen um? Fabienne hat Verständnis dafür, dass sich viele Betriebe zusätzliche Flächen oder Veränderungen wirtschaftlich nicht leisten können. Gleichzeitig sieht sie die Kosten teilweise auch als Ausrede. Wir sprechen über die Herausforderungen und darüber, wie die Hemmschwelle für mehr Biodiversität auf einem Landwirtschaftsbetrieb gesenkt werden kann.

Links:

Hof Waltwil4

Reverde

Transfarmation

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56 Minuten
Die Berge verändern sich. Tiere und Pflanzen, die früher in tieferen Lagen vorkamen, werden immer mehr weiter oben beobachtet. Doch warum wandern sie überhaupt in höhere Lagen? Und können sie mit der Geschwindigkeit des aktuellen Klimawandels überhaupt Schritt halten?

Im Gespräch erklärt Sonja Wipf zuerst, welche Gründe hinter dieser Höhenwanderung stecken. Dabei wird zeigt sich, dass Pflanzen langsam neue Lebensräume besiedeln. Sonja nennt durchschnittliche Wandergeschwindigkeiten und zeigt, warum diese im Vergleich zur Geschwindigkeit der heutigen Klimaerwärmung oftmals viel zu langsam sind.

Anschliessend sprechen wir über das Projekt GLORIA, mit dem die Veränderungen der Pflanzenwelt in den Bergen bereits seit Jahrzehnten beobachtet werden. Im September wurde ein aktuelles Paper mit einem Zwischenstand veröffentlicht. Wir schauen uns an, was diese langfristigen Beobachtungen zeigen und ob neben der Klimaerwärmung noch andere Faktoren dafür verantwortlich sind, dass Pflanzen in höhere Lagen vordringen.

Aber nicht alle Arten reagieren gleich. Gibt es Pflanzen, die sich schnell genug an die zunehmende Erwärmung anpassen können? Sonja stellt einige Arten vor, die zu den Gewinnern dieser Entwicklung gehören.

Wo Gewinner sind, gibt es auch Verlierer. Deshalb sprechen wir darüber, wer unter dem Wandel leidet und wie es beispielsweise um das Edelweiss steht.

Die Veränderungen in den Bergen passieren langsam. So langsam, dass wir sie im Alltag kaum wahrnehmen? Nicht unbedingt! Sonja erklärt, warum die Veränderungen durchaus für uns Menschen sichtbar werden können und gibt praktische Tipps und Hilfsmittel, mit denen jeder sofort selbst beginnen kann, die Veränderungen in der Natur zu beobachten.

Zum Schluss geht es um die entscheidende Frage: Was können wir tun, um die Höhenwanderung von Tier- und Pflanzenarten zu bremsen oder vielleicht sogar zu verhindern?

Links:

Mehr zu Sonja und Luzula

Mehr zu GLORIA im Science oder hier auf Deutsch

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Infospecies

Ornitho.ch

iNaturalist

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1 Stunde
Ein Biberdamm kann erstaunlich viel bewirken. Er hält Wasser zurück, verändert den Lebensraum und schafft neue Strukturen im Gewässer. Doch was passiert, wenn der Biber nicht da ist? Hier kommen die Beaver Dam Analogs (BDA) ins Spiel.

Im Podcast erklärt Silvan Minnig zuerst, was einen BDA von einem natürlichen Biberdamm unterscheidet. Kurz: Die künstlich angelegten Dämme sind stabiler und können gezielt eingesetzt werden. Doch diese Stabilität wirft eine wichtige Frage auf: Was passiert mit den wandernden Fischen, wenn sie einen solchen Damm nicht überwinden können? Silvan zeigt auf, wie die Fischwanderung trotz BDA gewährleistet werden kann.

Danach geht es um die praktische Anwendung. Wo werden Beaver Dam Analogs eingesetzt? Wo liegen die Schwierigkeiten beim Bau und Unterhalt? Und warum kann ein BDA einen echten Biberdamm niemals einfach ersetzen?

Gerade für die Landwirtschaft können die künstlichen Dämme trotzdem interessant sein. Silvan erklärt, warum Landwirte teilweise sogar froh über einen BDA sind und welche Vorteile der zusätzliche Wasserrückhalt mit sich bringen kann.

Doch was leisten BDA eigentlich für die Natur? Sie eignen sich hervorragend, um Wasser in der Landschaft zurückzuhalten und können teilweise auch bei der Revitalisierung von Gewässern eine wichtige Rolle spielen. Trotzdem erreichen sie nicht die umfassenden ökologischen Leistungen eines Bibers. Und das ist auch nicht ihr Ziel: Der Schwerpunkt der BDA liegt auf dem Wasserrückhalt, nicht darauf, sämtliche ökologische Funktionen eines Bibers nachzuahmen.

Damit ein solcher Damm überhaupt entstehen kann, braucht es aber mehr als geeignetes Material und einen passenden Bach. Anwohner, Gemeinden, Landwirte und weitere Stakeholder müssen einbezogen werden. Silvan erzählt, warum eine frühzeitige und proaktive Information und Zusammenarbeit entscheidend sein kann und weshalb sich dieser Aufwand am Ende auszahlt.

Zum Schluss noch eine Frage zur Zusammenarbeit. Was denkt eigentlich der Biber über seine künstlichen Konkurrenten? Sieht er einen Beaver Dam Analog als Konkurrenz zu seinem eigenen Bauwerk, oder kann er sich damit arrangieren?

Links: Beaver dam analogs

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Über diesen Podcast

In diesem Podcast erzählen Fachpersonen aus der Naturförderung von ihrer Arbeit, Projekten und den zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Natur. Sie teilen ihr Wissen und geben praktische Tipps, wie du die Tier- und Pflanzenwelt zu Hause, in deiner Gemeinde, im Verein oder im Berufsalltag aktiv fördern kannst. Zu Gast sind Expertinnen und Experten aus der Landschaftspflege, der Wildhut, dem Forstwesen, aus Ökobüros, Gärtnereien, Universitäten und dem Naturschutz. Hier erhältst du Sicherheit und Inspiration, damit wir auch in Zukunft auf eine gesunde Natur hinarbeiten.
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„Zukunft Natur“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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