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Episoden

53 Minuten
In dieser tiefgehenden und bewegenden Folge spreche ich mit Anja Hoffmann (https://www.leereliebelicht.de/), ehrenamtliche Krisenbegleiterin beim Arbeitskreis Leben (https://suizidpraevention-bw.de/standorte/) in Karlsruhe. Nach einer Begegnung auf dem CSD Karlsruhe sprechen wie über ein wichtiges, oft tabuisiertes Thema: Suizidprävention, Warnsignale im Alltag, Risikogruppen wie queere Menschen und Jugendliche sowie den Umgang mit Hinterbliebenen. Die Kernthemen der Folge im Überblick: Der Arbeitskreis Leben: Anja Hoffmann stellt die ehrenamtliche Krisenbegleitung vor. Das Angebot ist kostenfrei, vertraulich und niedrigschwellig und begleitet Betroffene sowie Angehörige über einen unbegrenzten Zeitraum. Risikogruppen: In der queeren Gemeinschaft sind Suizidzahlen und Belastungen durch Minderheitenstress, Ausgrenzung oder Mobbingerfahrungen deutlich erhöht. Auch andere wie Jugendliche oder Menschen mit psychischen Erkrankungen werden besprochen. Die Phasen der Suizidalität: Suizidgedanken entwickeln sich oft in drei Schritten – dem Erwägungsstadium, der Ambivalenzphase und der gefährlichen Entschlussphase, die oft als „Ruhe vor dem Sturm“ gilt. Warnsignale erkennen: Rund 90 Prozent aller Suizide werden direkt oder indirekt angekündigt. Subtile Verhaltensänderungen, Rückzug oder plötzliche Veränderungen können auf eine Krise hindeuten. Richtig ansprechen: Verhaltensänderungen sollten neutral angesprochen werden. Wenn man sich stabil fühlt, sollte die Frage nach Suizidgedanken direkt und ohne Umschweife gestellt werden. Wichtig: Niemals zum Geheimnisträger machen und den Selbstschutz wahren. Männer und Suizid: Etwa 75 Prozent der vollendeten Suizide betreffen Männer, da sie oft zu härteren Methoden greifen und seltener über ihre Gefühle sprechen. Junge Menschen und Einsamkeit: Die Zunahme von Krisen bei Jugendlichen hängt unter anderem mit der Pubertät als biologischer Krise, Cybermobbing, Social Media und den Nachwirkungen der Corona-Zeit zusammen. Die Situation von Hinterbliebenen: Nach einem Suizid erleben Hinterbliebene oft Einsamkeit, Stigmatisierung und Vorwürfe. Das erste Jahr gleicht meist einem reinen Überlebenskampf, und die intensive Trauer bricht oft erst nach dem ersten Jahrestag richtig auf. Hilfsangebote Suizidalität / Trauer nach Suizid: Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.dgs-suizidpraevention.de/betroffene-und-angehoerige/ Landesarbeitsgemeinschaft aller 10 Arbeitskreise Leben B-W: https://www.dgs-suizidpraevention.de/betroffene-und-angehoerige/ AGUS-Selbsthilfe - Angehörige um Suizid: https://www.agus-selbsthilfe.de/ Deutsche Depressionshilfe: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/hilfe/wegweiser-zur-hilfe Jugendliche in (suizidalen) Krisen Kinder- und Jugendtelefon: https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung/kinder-und-jugendtelefon/ Online-Peer-Beratung speziell für Jugendliche und junge Erwachsene: U25 Deutschland: https://www.u25-deutschland.de/ Youth Lifeline: https://www.youth-life-line.de/ Allgemeine Hilfsangebote Telefonseelsorge: https://www.telefonseelsorge.de/ Krisenkompass: Die App der Telefonseelsorge: https://www.telefonseelsorge.de/krisenkompass/ Weitere erwähnte Links Profiler Suzanne: https://profilersuzanne.com/ Das Buch über Cybermobbing: COOL IM KREUZFEUER: SCHLAMMSCHLACHTEN, CYBERMOBBING UND RUFMORDKAMPAGNEN SOUVERÄN ÜBERSTEHEN: https://shop.profilersuzanne.com/products/buch-cool-im-kreuzfeuer
1 Stunde 8 Minuten
Warum begeistert dieses eigentlich veraltete Modell aktuell wieder viele junge Menschen? Wie gehen wir als Christ:innen mit der Bibel um, ohne uns selbst zu verbiegen? Und was sagen die Texte in Genesis, die Evangelien und die Paulusbriefe wirklich dazu? In Teil 1 dieser Doppelfolge nehmen wir die theologische Perspektive unter die Lupe und hinterfragen gängige Interpretationen. Inhalte & Highlights dieser Folge (00:00) Begrüßung & Vorstellung Heute mit Andrea Hansen (selbstständige Paarberaterin, Soziologie-/Psychologie-Studentin und dreifache Mutter) und Constanze (Theologin) (05:15) Der Trend in Social Media: Warum Unterordnung wieder im Kommen ist Über den Einfluss von Influencerinnen, „Tradwives“ und Alpha-Männer-Mentalität. Warum die Sehnsucht nach Halt und Vereinfachung in einer unsicheren Welt verständlich ist – und welchen Preis Frauen oft unbemerkt dafür zahlen. (08:45) Wie lesen wir die Bibel? (Bibelverständnis & Dekonstruktion) Constanze und Andrea sprechen offen über ihren Umgang mit der Bibel: Zwischen maßgeblichem Orientierungspunkt, historischem Kontext und dem Mut, schwierige Fragen zuzulassen. (14:00) Der Blick in die Genesis: Schöpfungsordnung neu entdeckt Augenhöhe statt Hierarchie: Was bedeutet das hebräische Wort Ezer (oft fälschlich als „Helferin“/„Dienstmagd“ übersetzt) wirklich? Warum es auch für Gott selbst verwendet wird. Kenedgedo: Partnerschaft auf absolut gleicher Ebene. Die Erschaffung aus der Rippe: Wesensverwandtschaft statt Unterlegenheit. Sündenfall (Gen 3): Ist die Herrschaft des Mannes eine göttliche Anordnung oder eine traurige Vorausberechnung menschlichen Leids? (31:10) Wie ist Jesus mit Frauen umgegangen? Frauen in der Jüngerschaft (Markus-Evangelium). Maria von Betanien zu den Füßen des Rabbis. Die Frau am Samaritischen Brunnen: Würde, Wertschätzung und Augenhöhe in einer patriarchalen Kultur. Autorität bei Jesus = Dienende Hingabe. (37:25) Paulus und der Epheserbrief (Epheser 5) Die entscheidende Überschrift: „Ordnet euch einander unter“ (Eph 5,21). Der historische Kontext: Die antike römische Haustafel. Warum Paulus die damalige Struktur nicht revolutioniert, sondern von innen heraus radikal umwälzt. Die eigentliche Provokation des Textes: Die extrem hohe Messlatte für Ehemänner. (55:00) Ausblick auf Teil 2 Wo sind die praktischen Fallstricke des Unterordnungsmodells im Ehestall? Was bedeutet das für Paar-Dynamiken, Verantwortung und Selbstbestimmung? Besprochene Bibelstellen 1. Mose 1–2 (Genesis 1–2): Die Erschaffung von Mann und Frau als ebenbürtige Partner (Ezer, Kenedgedo). 1. Mose 3 (Genesis 3): Der Sündenfall und seine Folgen für das Geschlechterverhältnis. Markus 10,42–45 / Markus 15,40–41: Jesus über dienende Leitungsfunktionen und Frauen in seiner Nachfolge. Johannes 4: Die Begegnung am Brunnen. Epheser 5,21–33: Gegenseitige Unterordnung und die Aufforderung an Ehemänner zur opferbereiten Liebe. Fazit der Folge Die Bibel beschreibt auf der Ebene der Schöpfung und im Handeln Jesu keine Einteilung in Herrschende und Untergeordnete, sondern eine tiefe Wesensverwandtschaft, Partnerschaft auf Augenhöhe und dienende Liebe. Wer biblische Texte in ihren historischen Kontext setzt, entdeckt keine Freikarte für
1 Stunde 23 Minuten
In dieser Folge begrüßt Uwe erneut Stephanie (Steffi) Butenkemper. Steffi ist Sozialpädagogin, systemische Therapeutin, Paar- und Lebensberaterin sowie Autorin. Ausgehend von ihrer Masterarbeit erforscht und beleuchtet sie das Phänomen des geistlichen und emotionalen Missbrauchs in religiösen sowie sektenähnlichen Strukturen. Gemeinsam nehmen Uwe und Steffi die psychologischen Mechanismen unter die Lupe, durch die Menschen in toxischen Systemen oder Gemeinschaften schleichend beeinflusst, manipuliert und gebunden werden. Themen & Kapitelauswahl 1. Rückblick & Reaktion auf die Raphael-Folge (#013) Diskussion & Kritik: Steffi blickt auf die sehr kontroverse Podcast-Folge mit Raphael zurück. Täter-Opfer-Umkehr & Schweigegebote: Kritische Betrachtung von Aussagen wie „Bedenke den Kollateralschaden“ oder „Wenn man Schaden erlitten hat, besteht die Gefahr, selbst zum Täter zu werden“. Schutz von Täterstrukturen: Warum das Einfordern von Schweigen, Empathie und voreiliger Vergebung gegenüber Tätern den Missbrauch erst ermöglicht und Betroffene erneut traumatisiert. System vs. Glaube: Die Notwendigkeit, zwischen einem toxischen/vergifteten Glaubenssystem und einer gesunden Spiritualität zu unterscheiden. 2. Die 8 Schritte zur mentalen Manipulation (nach Robert J. Lifton / Thought Reform) Steffi erklärt die acht Kernmethoden der Gedankenkontrolle bzw. Gedankenumbildung (Thought Reform), die in Kombination eine fundamentale Einwirkung auf Psyche, Denken und Fühlen bewirken: Milieukontrolle (Kontrolle des sozialen Umfelds): Gezielte Steuerung und Reduzierung von Außenkontakten (Familie, Nicht-Christen, Hobbys). Gruppeninterne Informationen gelten als einzig vertrauenswürdig; Aufbau einer isolierten sozialen Realität. Mystische Manipulation: Übernatürliche Überhöhung menschlicher Entscheidungen („Gott hat mir gezeigt...“). Entzug von Verantwortung durch Berufung auf göttliche Autorität, was Kritik unmöglich macht. Forderung nach Reinheit: Schwarz-Weiß-Denken und unerreichbare Perfektions- bzw. Heiligkeitsideale („Ganz-Hingabe“). Erzeugung ständiger Schuld- und Angstgefühle sowie Erschöpfung (Burnout). Kult der Beichte / Offenlegung: Einfordern von Intimem, Schwächen und Fehlern ohne echten geschützten Rahmen. Offengelegte Informationen werden zur sozialen Kontrolle oder gegen die Betroffenen verwendet. Heilige Wissenschaft: Absoluter Unfehlbarkeitsanspruch der eigenen Lehre/Doktrin. Kritische Nachfragen oder andere Perspektiven sind verboten; wissenschaftliche Erkenntnisse werden teils ignoriert oder verdreht. Aufgeladene Sprache (Thought-Terminating Cliche / Loading the Language): Komplexe Realitäten werden auf Schlagworte und Anglizismen reduziert (z. B. Ganzhingabe, unspiritual, Celebration, Hangout, Explore). Erzeugt ein Zugehörigkeitsgefühl („Elitekreis“) und prägt das Denken nachhaltig. Lehre vor Person (Doktrin über Individuum): Die Ideologie steht über dem persönlichen Erleben und der Wahrnehmung. Wenn jemand leidet, liegt der Fehler nie am System, sondern immer an der Person selbst („Du glaubst/betest nicht genug“). Urteil über die Existenzberechtigung: Das System entscheidet über Zugehörigkeit und ewiges Heil. Erzeugung existenzieller Ängste vor Verdammnis/Hölle bei Abfall oder Austritt, was Betroffene im System gefangen hält. 3. Wichtige Erkenntnisse & Ermutigung Der Weg heraus: Es ist oft schwerer, die Sekte/das System aus dem Kopf zu bekommen als physisch auszutreten. Gottesbild heilen: Den toxischen/strafenden „Buchhalter-Gott“ ablegen, um Raum für ein barmherziges Gottesbild zu schaffen. Kernaussage von Steffi: „Die Schuld liegt beim System, nicht bei dir!“ Appell: Professionelle Hilfe (Therapie, Beratungsstellen für Weltanschauungsfragen) in Anspruch nehmen und sich Vertrauenspersonen öffnen.
1 Stunde 39 Minuten
Gilt im christlichen Glauben immer noch das ungeschriebene Gesetz, dass man brav, konfliktscheu und angepasst sein muss, um „fromm“ zu wirken? In dieser tiefgründigen Episode spricht Uwe mit Thore – Krisenbegleiter, Trainer für Selbstbehauptung und Leiter eines Unternehmens in Chemnitz. Gemeinsam verbinden sie neurowissenschaftliche Erkenntnisse (Polyvagal-Theorie, Default Mode Network) mit einer messerscharfen Kritik an kirchlichen Machtstrukturen. Sie decken auf, warum die „Unheilige Allianz“ aus manipulativen Leitern und konfliktvermeidenden „Netten“ der ideale Nährboden für Missbrauch ist – und warum echte Nachfolge Mut zur eigenen Wut, unmaskierte Ehrlichkeit und gesunde Selbstbehauptung braucht. Die wichtigsten Themen & Erkenntnisse dieser Folge: Selbstbehauptung vs. Selbstaufgabe: Warum das verkürzte Nächstenliebe-Verständnis in die Entfremdung führt und Selbstbehauptung kein Egoismus, sondern Voraussetzung für echte Beziehungsfähigkeit ist. Die Zwangspyramide & die „Unheilige Allianz“: Wie das Zusammenspiel aus manipulativen Führenden und angepassten, feigen „Netten“ Aufdecker isoliert und Systeme schützt, die Missbrauch fördern. Glaube trifft Neurobiologie: Was der Vagusnerv bei Stress mit unserem Gehör macht und wie das Default Mode Network (DMN) zur isolierenden „VR-Brille“ im Alltag wird. Eine neue Definition von Sünde: Warum Sünde kein juristisches Vergehen ist, sondern das Fehlleiten des biologischen Liebesinstinkts auf schadlose Gegenstände oder Konsum. Der Rachepsalm als Heilungsweg: Warum Gott keine geschönten Gebete braucht, sondern unsere ehrliche, unmaskierte Wut.  Zitate der Episode „Probleme sind Reize, die du nicht länger ignorieren kannst.“ "Wenn ein System verlangt, dass du deine eigene Wahrnehmung und Wut unterdrückst, dient es nicht Gott, sondern seiner eigenen Machterhaltung.“
60 Minuten
Sie nimmt uns mit auf ihren Lebensweg: Aufgewachsen bei den Großeltern aufgrund der Drogenabhängigkeit ihrer Mutter, zieht sie mit 11 Jahren erstmals zu ihrer Mutter, gelangt über die Drogen-Reha Haus Wiedenhof in den Einflussbereich der FCJG und erlebt dort über sieben prägende Jahre hinweg exzessive spirituelle Kontrolle, Isolation und geistlichen Missbrauch. Ari berichtet offen über systematische Gehirnwäsche, erzwungene Dämonenaustreibungen („Geist von Jezebel“), verweigerte medizinische Versorgung bei Krankheiten, Verbot von Freundschaften und Bildung sowie Konversionstherapie-Versuche bezüglich ihrer sexuellen Orientierung. Doch ihre Geschichte endet nicht in der Trauma-Schleife: Über den mutigen Schritt des Ausstiegs, das Nachholen des Abiturs und ein Theologiestudium in der Schweiz erlangte sie ihre eigene Stimme, ihren Glauben und ihre Freiheit zurück. „Achtet auf euer Herz. Das ist so wichtig in allen Angelegenheiten. Sei es im Glauben oder überall sonst. Das Herz, das Selbst, die Seele — wir haben nur eine. Jeder Mensch ist so unheimlich wertvoll.“ — Ari Yasmin Lee
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Über diesen Podcast

Der erste deutschsprachige Podcast zu den Themen spiritueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt in christlichen Gemeinschaften
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„Hausverbot im Beichtstuhl“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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